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Der kurze Aufschwung hat Borussia Mönchengladbach bislang nicht aus dem Tabellenkeller geführt. Nach dem Sieg in Stuttgart folgten ein torloses Remis gegen Paderborn und die 1:3-Niederlage beim Hamburger SV. Im Kampf um den Klassenerhalt braucht die Mannschaft von Alexander Blessin dringend verlässliche Leistungsträger.
Einer davon ist ausgerechnet ein Spieler, dessen Abschied im Sommer noch vorgesehen war: Joe Scally. Der US-Amerikaner profitiert von seiner offensiveren Rolle auf der rechten Seite und entwickelt eine Torgefahr, die ihm zuvor kaum jemand zugetraut hätte.
Mit vier Toren und einer Vorlage ist Scally nach neun Bundesliga-Spielen Gladbachs erfolgreichster Scorer. Auch in Hamburg erzielte der 23-Jährige den zwischenzeitlichen Ausgleich. Beim Stand von 1:2 hätte er beinahe erneut getroffen, schoss aus kurzer Distanz jedoch Sebastian Bornauw an.
Seine Bedeutung für die Borussia ist damit erheblich gewachsen. Gleichzeitig bleibt seine vertragliche Situation unverändert: Scally ist nur noch bis Sommer 2027 gebunden. Ohne eine Verlängerung droht anschließend ein ablösefreier Abschied.
Wie Bild berichtet, steht Sport-Boss Rouven Schröder deshalb vor einer schwierigen Abwägung. Ein Verkauf im Winter wäre die letzte Transferperiode vor Vertragsende, in der Gladbach noch eine Ablöse erzielen könnte. Sportlich würde der Klub allerdings einen Spieler verlieren, der momentan zu den wichtigsten Hoffnungsträgern gehört.
Dass Scally inzwischen so wertvoll ist, hängt eng mit seiner veränderten Aufgabe zusammen. Unter Blessin besetzt er die rechte Außenbahn offensiver und schaltet sich häufiger in gefährliche Situationen ein.
"Ihm tut diese offensive Ausrichtung gerade sehr, sehr gut", erklärte der Trainer laut Bild. Blessin bezeichnet seine offensiv wie defensiv eingesetzten Außenspieler als "Jolly" – Scally füllt diese Rolle derzeit besonders wirkungsvoll aus.
Dabei hatte Gladbach auf dieser Position bereits vorgesorgt. Yukhym Konoplia kam im Sommer von Schachtjor Donezk, wurde in der Vorbereitung aber durch einen Innenbandriss ausgebremst. Mittlerweile ist der Ukrainer wieder fit, kommt an Scally jedoch nicht vorbei.
Bislang durfte Konoplia lediglich beim Sieg in Stuttgart für rund 20 Minuten mitwirken. In Hamburg blieb er erneut über die gesamte Partie auf der Bank.
Für Schröder geht es deshalb um mehr als die Frage, ob sich ein auslaufender Vertrag noch zu Geld machen lässt. Gladbach müsste zugleich darauf vertrauen, dass Konoplia oder eine andere Lösung Scallys Beitrag kurzfristig auffangen kann.
Fest steht allerdings: Scallys Entwicklung hat die Ausgangslage grundlegend verändert. Was im Sommer noch als sinnvoller Verkauf erscheinen konnte, wäre im Winter möglicherweise ein empfindlicher sportlicher Verlust.