Zurück
Disqualifikationen im Biathlon haben Seltenheitswert. Das könnte sich ab der kommenden Saison ändern. Hintergrund ist eine neue Regel, bereits beim Loop One Festival wurde hart durchgegriffen.
München – Bei der Biathlon-Saisoneröffnung im Münchner Olympiapark kam erstmals eine neue Regel zur Anwendung. Betroffen sind die Abläufe am Schießstand. Der Weltverband greift dabei konsequent durch, in einem Rennen gab es gleich drei Qualifikationen.
Das Loop One Festival im Münchner Olympiapark ist zwar kein Teil des offiziellen Weltcups, dennoch gelten die offiziellen Regeln des Weltverbandes IBU (Internationale Biathlon Union). Am Wochenende kam dabei eine Neuerung zum Einsatz, die gleich drei Disqualifikationen zur Folge hatte.
Im zweiten Vorlauf der Damen am Sonntag wurden drei Athletinnen aus dem Rennen genommen – bei nur 15 Starterinnen eine ungewöhnlich hohe Zahl. Betroffen waren die Tschechin Lucie Charvatova, Leonora Roenhede aus Dänemark und Konstantina Charalampidou aus Griechenland.
Die drei Athletinnen hatten gegen eine neue Richtlinie am Schießstand verstoßen, die ab dieser Saison gültig ist und für mehr Sicherheit sorgen soll. Die Sportler dürfen erst an die Waffe, inklusive der Gurte, greifen, wenn sie auf der Schießmatte stehen. Wer gegen die Regel verstößt, wird disqualifiziert.
Bislang konnte das Gewehr schon kurz vor Betreten der Matte abgeschultert werden. Disqualifiziert wurden die Sportler nur, wenn die Waffe beim Verlassen der Schießmatte nicht komplett auf dem Rücken saß. In der vergangenen Saison wurde beispielsweise Marlene Fichtner in der Single-Mixed-Staffel von Nove Mesto disqualifiziert. Die Brille der Deutschen hatte sich im Gewehrgurt verhakt, ihr Sieg mit Leonhard Pfund wurde aberkannt.
Für einige Athleten bedeutet die Regeländerung, dass sie ihre gewohnten Abläufe am Schießstand ändern müssen. Gerade in hektischen Rennen wie Verfolgung oder Massenstart könnte es zur kommenden Saison zu ungewöhnlich vielen Disqualifikationen kommen.
Das strikte Vorgehen der IBU beim Loop One Festival kann somit als klare Ansage an die Sportler im Hinblick auf den Winter verstanden werden. Am 26. November beginnt der Weltcup im finnischen Kontiolahti. (Quelle: chiemgau24.de, truf)