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Sechs Spiele, sechs Niederlagen, null Punkte. Borussia Mönchengladbach steckt in einer historischen Krise. Die Stimmung ist am Tiefpunkt, der erhoffte Trainereffekt unter Alexander Blessin ausgeblieben. Und jetzt macht der Klub auch noch die Türen zu. Vor dem nächsten Bundesliga-Spiel müssen die Fans beim Training komplett draußen bleiben.
Wie aus dem offiziellen Trainingsplan von Borussia Mönchengladbach hervorgeht, finden sämtliche Einheiten am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag (20. bis 22. Oktober) unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Wer die Mannschaft vor dem Auswärtsspiel beim VfB Stuttgart am Freitag noch einmal beobachten möchte, hat keine Chance. Erst am Samstag dürfen die Anhänger wieder zuschauen.
📌 Fakten
Die Entscheidung passt zur angespannten Lage am Niederrhein. Drei Trainingseinheiten standen in der Woche vor dem nächsten Spiel noch an, alle beginnen um 10.30 Uhr und alle finden ohne Zuschauer statt. Blessin will also fernab neugieriger Blicke an seiner Mannschaft arbeiten. Erst am Samstag um circa 13 Uhr ist wieder ein öffentliches Training vorgesehen. Die Sonntagseinheit um 11 Uhr bleibt erneut geschlossen.
Dabei ist die Abschottung keine völlig neue Maßnahme. Schon vor dem Derby gegen Köln waren fast alle Einheiten geheim, vor Hoffenheim immerhin die letzten vier. Doch mindestens einmal ließen die „Fohlen“ ihre Fans eigentlich immer beim Training zuschauen. Diesmal gibt es vor dem Spiel überhaupt keinen öffentlichen Trainingstermin. Eine ausdrückliche Begründung dafür liefert Borussia nicht.
Die Fans müssen sich also gedulden. Für Blessin zählt derweil jede Stunde auf dem Trainingsplatz. Denn was seine Mannschaft gegen Hoffenheim zeigte, ließ erhebliche Zweifel aufkommen, ob der erhoffte Befreiungsschlag unter dem neuen Trainer zeitnah gelingt.
Die 1:2-Niederlage gegen Hoffenheim war der nächste Tiefschlag. Nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich durch den 17-jährigen Wael Mohya kassierte Gladbach nur fünf Minuten später das entscheidende Gegentor. Blessin ärgerte sich anschließend über die vielen Fehler seiner Mannschaft. „Das tut unglaublich weh“, erklärte der Trainer.
Besonders die fehlende Entschlossenheit macht ihm Sorgen. Von „Angsthasenfußball“ sprach der 53-Jährige nach der Pleite. Schon wieder fehlte es an Konsequenz in den Zweikämpfen und defensiver Stabilität. Genau daran muss Blessin nun arbeiten. Die zahlreichen verletzungsbedingten Ausfälle erschweren seine Aufgabe zusätzlich.
Genau dieses Horrorszenario droht jetzt. Nach dem Trainerwechsel, dem verlorenen Derby und der bitteren Hoffenheim-Pleite ist Borussia endgültig im Abstiegskampf angekommen. Die Arbeit hinter verschlossenen Türen soll helfen, endlich die Wende einzuleiten. Am Freitagabend wird sich zeigen, ob Blessin die entscheidenden Stellschrauben gefunden hat. Sonst könnte aus dem historischen Fehlstart ein einmaliges Bundesliga-Debakel werden. Gegen Hoffenheim kehrten viele Fans dagegen ihrem Team schon den Rücken.