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Fußball-Landesliga: Drei Rheinhessen-Derbys, nur ein Sieger

Zwölf Tore und mehrere unzufriedene Trainer lautet die Bilanz des Rheinhessen-Duell-Dreierpacks in der Fußball-Landesliga Südwest-Ost. Das späteste Tor gelang der SVW Mainz.

Torben Schröder

Mainz/Bodenheim. Drei Rheinhessen-Duelle gab es in der Fußball-Landesliga, aber nur einen Sieger.

VfB Bodenheim – Barbaros Mainz 0:2 (0:2). – Eine komplette Halbzeit in Überzahl, und doch sprang für die Guckenberg-Elf nichts heraus. „Total unnötig“ fand Trainer Marco Streker die Niederlage, keine habe sich bislang schlechter angefühlt.

„Wir müssen nach zehn Minuten 2:0 führen“, sagt der Oppenheimer. Stattdessen stand es bald 0:2. VfB-Keeper Jonah Simon servierte den Ball mit einem Stockfehler Kadir Aygurlu, der ansatzlos aus 20 Metern in den Winkel traf (17.). Haris Beslic legte per Kopf nach Ömer Ers Flanke nach (23.). Des einen Leid, des anderen Freud. Barbaros-Coach Mete Alp Akcay sah eine „überragende erste Halbzeit“ seiner Mannen und die erwartete Reaktion auf das 0:5 gegen Südwest Ludwigshafen.

Barbaros-Routinier Joseph Meier muss vorzeitig vom Feld

Nur das Ende der Halbzeit ärgerte Akcay. Sein Kapitän Joseph Meier zog VfB-Stürmer Calvin Faßnacht an der Schulter. Notbremse, Rot (45.). „Aber in Unterzahl spielen wir das ganz erwachsen runter“, sagt Akcay, „im Großen und Ganzen haben wir hoch verdient gewonnen.“ Streker legt hier ein Veto ein: „Wir haben nach dem Seitenwechsel vier, fünf Hundertprozentige, machen das Tor aber einfach nicht.“ Matti Gottfreund etwa schoss aus fünf Metern an den Pfosten.

„Uns fehlt vorne einfach die Gier, das Ding rein zu drücken, und hinten sind wir immer wieder für individuelle Fehler gut“, sagt Streker, „machen wir das 1:2, kriegen wir die zweite Luft. Aber Barbaros spielt es auch erfahren runter.“ Die Hoffnung, nach den eher überraschenden Siegen gegen Gimbsheim (2:1) und bei Wormatia II (4:3) eine Serie zu starten, ist in Abwesenheit von Patrick Huth, Kenzo Kramer und Bennet Schürer geplatzt. Bei Barbaros wiederum ist man glücklich als Erster der Derbytabelle, das Nachholspiel in Pfeddersheim (Mittwoch, 19.45 Uhr) in der Hinterhand.

Ein wildes Keller-Duell

SVW Mainz – TuS Marienborn II 4:4 (3:1). – Acht Tore, aber längst nicht alles sah so ganz nach Absicht aus. Es war ein wildes Kellerduell zwischen dem Letzten und dem Vorletzten.

„In der ersten Halbzeit waren wir extrem intensiv und auch überlegen“, sagt SVW-Coach Matthias Güldener. „Wir haben leider nach dem Anpfiff vergessen, dass es gegen den Abstieg geht, mit Kratzen und Beißen“, moniert TuS-Trainer Philipp Spieckermann.

Das 1:0 – Tim Reske schaltete nach einer Ecke im Gewühl am schnellsten (3.) – konterten die Weisenauer selbst. Justin Haydns aus dem Druck etwas zu fest gespielter Rückpass hoppelte an Keeper Manuel Dureks Fuß vorbei ins eigene Tor (12.). Simon Günsch knallte den Ball, nach innen ziehend, in den Winkel (23.), Leon Nauth legte nach einem nach vorne abgewehrten Freistoß per Abstauber nach (41.). Zu knapp fand Güldener die Pausenführung seines Teams.

„In der zweiten Halbzeit sind wir zu passiv und haben nicht mehr die Intensität“, moniert der SVW-Trainer. „Gegen einen Gegner, der eigentlich keinen guten Fußball spielt, waren wir in allem schlechter“, sagt Spieckermann. Die Pausen-Ansage daher: „Die entscheidenden Prozente drauflegen, dann seid ihr besser.“ Tarkan Zintl (57.) und Alexander Markiefka (69.) glichen aus eigentlich unmöglichem Winkel aus. Das einzige TuS-Tor, das Spieckermann von der Entstehung her so richtig folgerichtig fand, weil sauber über außen herausgespielt, besorgte mit Laurin Alt wiederum ein Weisenauer (80.).

Der Chance zum 5:3 trauerte Spieckermann so richtig nach, als Haydn quasi mit dem Schlusspfiff aus dem Rückraum abgefälscht zum 4:4 traf (90.+3). „In den letzten 10, 15 Minuten hast du den Willen bei uns gesehen“, sagt Güldener, der den Ausgleich „insgesamt hoch verdient“ fand: „60 von 90 Minuten haben wir ein Top-Spiel gemacht.“ Ein „gerechtes Unentschieden“ sah auch Spieckermann.

TSG Bretzenheim – SV Gimbsheim 1:1 (0:0). – Das deutliche Chancenplus verbuchte TSG-Trainer Timo Schmidt bei seiner Elf, die allerdings etwas holprig ins Spiel fand. Hinten brannte kaum etwas an. Nach Moritz Sonnenscheins Lauf allein aufs Tor und Luca Scherers Pfosten-Kopfball gab es die kalte Dusche. „Wir kriegen einen Konter, weil wir zu gierig nach vorne verteidigen“, blickt Schmidt auf das 0:1 (Dominick Schwarz/52.).

Danach „hatten wir permanent unsere Möglichkeiten“, rauft sich Schmidt die Haare, „wir hätten viel früher den Ausgleich machen müssen“. Die Gäste ließen ihre Konterchancen zur Vorentscheidung aus. Das wiederum bestrafte Sonnenschein, dessen Schuss ins kurze Eck durch einige Beine flutschte (84.). Max Mlaka und Sonnenschein ließen bei einer „insgesamt guten Leistung“ das Siegtor aus, das Schmidt verdient gefunden hätte.

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