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Der FC Bayern hat mit dem überzeugenden Erfolg bei Atlético Madrid ein echtes Ausrufezeichen in der Champions League gesetzt. Nach zuletzt durchwachsenen Ergebnissen in der Königsklasse befinden sich die Münchner wieder auf Kurs Richtung Top 8. Wie nun bekannt wurde, waren selbst die Bayern-Verantwortlichen von der starken Vorstellung ihrer Mannschaft überrascht. Auch Ehrenpräsident Uli Hoeneß gestand, dass er vor der Partie große Sorgen hatte.
Mit dem Auswärtssieg in Madrid hat der FC Bayern eindrucksvoll auf die schwierigen vergangenen Wochen reagiert. Nach den Unentschieden gegen Stavanger (3:3) und Arsenal (2:2) standen die Münchner in der Champions League unter Zugzwang. Auch das jüngste 2:2 gegen Borussia Dortmund hatte für zusätzliche Diskussionen gesorgt.
Gegen Atlético zeigte sich die Mannschaft jedoch von ihrer besten Seite. Trotz zahlreicher verletzungsbedingter Ausfälle und der anhaltenden Abwesenheit von Cheftrainer Vincent Kompany dominierten die Bayern den spanischen Topklub über weite Strecken. Lennart Karl und Konrad Laimer sorgten mit ihren Treffern für den verdienten Erfolg.
Im Sky-Podcast „Mia san vier“ verriet Bayern-Insider Kerry Hau, dass die beeindruckende Leistung auch innerhalb des Vereins für Erstaunen gesorgt habe. Demnach hatten selbst die Verantwortlichen nicht mit einem derart souveränen Auftritt gerechnet.
„Es war auch für die Bosse und auch für alle Leute drumherum jetzt nicht so zu erwarten, dass die Mannschaft so eine Leistung bringt“, erklärte Hau mit Verweis auf die Aussagen von Vorstandschef Jan-Christian Dreesen beim Bankett nach dem Spiel.
Besonders beeindruckt zeigte sich der Sky-Reporter von der Mentalität der Münchner. Die Mannschaft sei mit einer außergewöhnlichen Entschlossenheit in die Partie gegangen und habe Atlético praktisch keine Chance gelassen. „Das war das Mindset und wie sie es dann gemacht haben, sehr, sehr beeindruckend, war nicht zu erwarten“, betonte Hau.
Der Journalist räumte ein, selbst lediglich mit einem Unentschieden gerechnet zu haben. Umso bemerkenswerter sei es, dass die Bayern ausgerechnet bei einem derart unangenehmen Gegner eine ihrer besten Saisonleistungen abgerufen hätten.
Dass die Münchner selbst ihre eigenen Verantwortlichen überraschten, bestätigte auch Uli Hoeneß. Der Bayern-Ehrenpräsident verriet im Gespräch mit dem kicker, dass er dem Champions-League-Duell mit großer Skepsis entgegengeblickt hatte.
„Ich hatte vorher unheimliche Bedenken“, gestand der 74-Jährige angesichts der zahlreichen Ausfälle von Jamal Musiala, Luis Díaz, Serge Gnabry und Ismael Saibari.
Vor allem die Qualitäten des Gegners bereiteten dem langjährigen Bayern-Macher Sorgen. „Bei Atletico ist es immer schwierig, ich weiß, wie hart sie spielen können. Dementsprechend bin ich vor dem Spiel mit großer Nervosität vor dem Fernseher gesessen“, erklärte Hoeneß.
Umso größer war seine Begeisterung nach dem Schlusspfiff. „Ich bin von dem Spiel unserer Mannschaft in Madrid total begeistert. Vor allem in der zweiten Halbzeit haben wir Atletico in ihrem Stadion regelrecht vorgeführt“, schwärmte der Ehrenpräsident.
Besonders die enorme Laufbereitschaft und die geschlossene Mannschaftsleistung beeindruckten Hoeneß nachhaltig. „So eine tolle Auswärtsleistung habe ich seit Jahren nicht gesehen“, stellte der 74-Jährige klar.
Für den Bayern-Patron war der Erfolg damit weit mehr als ein gewöhnlicher Champions-League-Sieg. Die Mannschaft habe unter schwierigsten Bedingungen gezeigt, welches Potenzial in ihr steckt.
Auch Sky-Experte Torben Hoffmann unterstrich die Bedeutung des Erfolgs. Gerade mit Blick auf die Champions-League-Tabelle seien die drei Punkte enorm wichtig gewesen.
Nach vier Spieltagen stehen die Münchner bei acht Punkten. Damit haben sie sich im Rennen um die direkte Achtelfinal-Qualifikation wieder eine deutlich bessere Ausgangsposition verschafft.
Hoffmann rechnet damit, dass am Ende ungefähr 16 bis 17 Zähler für einen Platz unter den besten acht Mannschaften notwendig sein könnten. Dieses Ziel traut der ehemalige Bundesliga-Profi den Bayern durchaus zu.
Allerdings warten mit Lille, Betis Sevilla und Manchester United noch anspruchsvolle Aufgaben auf den deutschen Rekordmeister. Hinzu kommt das Duell gegen Slavia Prag.
Für Hau könnte die Gala in Madrid auch über die drei Punkte hinaus eine besondere Bedeutung haben. Der Sky-Reporter zog Parallelen zu einem starken Champions-League-Auftritt gegen Paris Saint-Germain in der vergangenen Saison, der der Mannschaft zusätzliches Selbstvertrauen gegeben habe.
Ein ähnlicher Effekt sei nun erneut möglich. Trotz der angespannten Personalsituation habe der FC Bayern bewiesen, dass die Mannschaft intakt sei und auch unter schwierigen Bedingungen auf höchstem Niveau funktionieren könne.
Der Erfolg gegen Atlético könnte damit genau zum richtigen Zeitpunkt gekommen sein. Die Münchner haben nicht nur ihre Chancen auf die Top 8 verbessert, sondern auch ein deutliches Signal an die europäische Konkurrenz gesendet.