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Von Braathen bis Scheib: Die Tops und Flops von Sölden

Ein erstes Fazit nach den ersten beiden Rennen in Sölden. Die Österreicher haben Luft nach oben.

FIS Alpine Skiing World Cup in Soelden - Men's Giant Slalom
© EPA/ANNA SZILAGYI Kampfschrei: Pinheiro Braathen gewann den Riesentorlauf in Sölden und könnte der große Herausforderer von Marco Odermatt im Kampf um die große Kristallkugel sein.

Vor einem Jahr war beim Weltcup-Auftakt in Sölden die Ski-Welt aus österreichischer Sicht in Ordnung: Premierensieg von Julia Scheib, dazu die Ränge 2, 4 und 6 bei den Männern. 

Dem gegenüber stehen heuer ein neunter Rang von Franziska Gritsch und ein fünfter Platz von Raphael Haaser.

Ein Blick auf die Tops und Flops von Sölden.

Die Tops

Der Brasilianer hat Marco Odermatt mittlerweile als Mister Riesentorlauf abgelöst. Der Auftaktsieg des 26-Jährigen auf dem Rettenbachferner war nur die logische Fortsetzung seiner Erfolgsserie aus dem letzten Winter.

Pinheiro Braathen gewann in dieser Disziplin nicht nur Olympiagold, er sicherte sich in der Saison 2025/'26 auch die kleine Kristallkugel, nachdem der Schweizer Marco Odermatt vier Mal in Folge den Riesentorlauf-Weltcup für sich entschieden hatte.

Auf dem verkürzten Riesentorlauf-Kurs bedeutet ein Vorsprung von einer halbe Sekunde eine halbe Ewigkeit. Saisonübergreifend feierte Pinheiro Braathen nun im Riesentorlauf drei Weltcupsiege in Folge.

  • Paula Moltzan

All jene erfahrenen Läuferinnen, die ewig einem Weltcupsieg nachrennen, sollten sich die US-Amerikanerin zum Vorbild nehmen. Mit 32,5 Jahren schlug Paula Moltzan in Sölden zu und schrieb damit ein Stück Weltcupgeschichte: 

Denn noch nie war eine Premierensiegerin älter als sie. Auch Marcel Hirscher wird sich über diesen Triumph freuen: Moltzan ist die erste Läuferin, die auf Hirschers Van Deer-Brett'ln setzt.

FIS Alpine Skiing World Cup in Soelden - Women's Giant Slalom
Knapp 30.000 Skifans besuchten die beiden Riesentorläufe hoch oberhalb von Sölden
  • Die Kulisse

Sölden dürfte einen guten Draht nach oben haben. Pünktlich zum Weltauftakt kam der erhoffte Neuschnee und sorgte auf dem Rettenbachferner für eine Winterkulisse und die wichtigen und spektakulären TV-Bilder. 

Knapp 30.000 Zuschauer an beiden Wettkampftagen belegen, dass den Skifans der Saisonauftakt Ende Oktober nicht zu früh kommt.

FIS Alpine Skiing World Cup in Soelden - Men's Giant Slalom
Raphael Haaser zeigte mit der Laufbestzeit im zweiten Durchgang auf
  • Raphael Haaser

Der Riesentorlauf-Weltmeister konnte als einziger Österreicher am Sonntag zufrieden sein. Immerhin stellte Haaser im zweiten Durchgang die Laufbestzeit auf und verbesserte sich noch vom 20. auf den 5. Rang. 

Ohne seinen Schnitzer hätte es sogar aufs Podium gehen können. Haasers bestes Resultat in einem Weltcup-Riesentorlauf zeigt, dass es wohl nur mehr eine Frage der Zeit ist, bis er in dieser Disziplin vom Stockerl lacht.

FIS Alpine Skiing World Cup in Soelden - Men's Giant Slalom
Der Engländer Freddy Carrick-Smith raste mit Startnummer 46 auf den 12. Platz
  • Die Teenager

Viel hat nicht gefehlt, und Lara Colturi hätte am Samstag Ski-Geschichte geschrieben. Um eine Hundertstelsekunde verpasste die Allrounderin den ersten Weltcupsieg für Albanien.

Das Bemerkenswerte an der gebürtigen Italienerin: Lara Colturi ist immer noch erst 19 und gehört längst zu den Stars im Weltcup.

24 Stunden später erregte ein anderer Teenager in Sölden Aufsehen: Der Engländer Freddy Carrick-Smith (19) war ein Gesprächsthema, nachdem er auf dem schwierigen Hang mit Startnummer 46 sensationell auf Rang 12 gefahren war.

Stellt sich nur die Frage: Wo sind denn die österreichischen Läufer, die schon im Teenager-Alter im Weltcup aufzeigen?

FIS Alpine Skiing World Cup in Soelden - Women's Giant Slalom
Die kaderlose Franziska Gritsch schaffte es als einzige Österreicherin in die Punkteränge
  • Franziska Gritsch

Ein neunter Platz ist normalerweise nichts, das den hohen Ansprüchen in der Skination Österreich genügt. Im Fall von Franziska Gritsch ist das aber anders: Erstens stammt ihr letztes Top-Ten-Ergebnis aus dem Jahre Schnee (Frühjahr 2024). Zweitens hat sich die Ötztalerin vom ÖSV losgesagt und trainiert alleine.

Dass eine Läuferin, die in keinem ÖSV-Kader aufscheint, die Ehre des österreichischen Ski-Teams retten muss, ist auch irgendwie vielsagend.

  • Die Putzkolonne

Wenn Tausende Skifans in Sölden die Nacht zum Tag machen, dann geht das nicht nur laut her, es bleibt auch so einiges auf den Straßen liegen. Eine Tonne Müll wird an diesem Rennwochenende entsorgt.

Die Putzkolonne leistet saubere Arbeit: In der Früh ist keine Spur mehr von den nächtlichen Feiern zu sehen.

FIS Alpine Skiing World Cup in Soelden press conferences
Alexander Ospelt ist seit Sommer Präsident der FIS
  • FIS-Präsident Ospelt

Bei seinem Premiere im Weltcup präsentierte sich  Alexander Ospelt als hemdsärmeliger, redseliger und umgänglicher FIS-Präsident. Also genau das Gegenteil von seinem Vorgänger Johan Eliasch.

Der Liechtensteiner könnte genau der Brückenbauer und Ruhepol sein, den der Weltverband in diesen schwierigen Zeiten benötigt.

Die Flops

SKI ALPIN WELTCUP-AUFTAKT IN SÖLDEN: RIESENTORLAUF MÄNNER: SCHWARZ (AUT)
Marco Schwarz fuhr nur wenige Tore
  • Scheib und Schwarz

Die gefeierten Sölden-Helden von 2025 fabrizierten einen Fehlstart: Vorjahressiegerin Julia Scheib muss froh sein, von bei ihrem wilden Ausritt keine ernsthafte Verletzung davongetragen zu haben.

Marco Schwarz, der Zweite von 2025, leistete sich einen einfachen Fehler und fuhr nur wenige Tore.

FIS Alpine Skiing World Cup in Soelden - Men's Giant Slalom
Henrik Kristoffersen musste sich mit Rang 22 begnügen

Der norwegische Altstar kam nicht wirklich aus den Startlöchern. In seinem ersten Rennen nach dem Markenwechsel von Van Deer zu Head musste sich Henrik Kristoffersen mit dem 22. Rang begnügen. Im zweiten Durchgang wurde er von Rang 7 durchgereicht.

Auch vor dieser Saison wurde die Zillertalerin wieder einmal in höchsten Tönen gelobt und als Läuferin mit riesigem Potenzial gepriesen. Aber wie so oft konnte die erfahrene Riesentorlauf-Spezialistin die Erwartungen nicht erfüllen. Diesmal reichte es nicht einmal zur Qualifikation für den 2.Durchgang.

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