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Ferrari-Teamchef Frederic Vasseur findet, dass aus dem Mexiko-Zwischenfall mehr gemacht wird als nötig - Zwei Alphatiere im Team nimmt der Rennstall bewusst hin
Ferrari-Teamchef Frederic Vasseur findet, dass aus dem Mexiko-Zwischenfall mehr gemacht wird als nötig - Zwei Alphatiere im Team nimmt der Rennstall bewusst hin-Teamchef räumt zwar ein, dass seine Fahrer einen Fehler gemacht haben.
Die öffentliche Diskussion darüber hält er allerdings für überzogen.
"Ich habe keine Berührung zwischen den beiden Autos gesehen", betont Vasseur. "Das nimmt jetzt riesige Ausmaße an, weil wir auf Platz eins und zwei lagen, aber es gab keinen Kontakt zwischen den Autos. " Das sei zwischen zwei Teamkollegen nicht immer selbstverständlich.
Trotzdem räumt er natürlich ein, dass Mexiko in dieser Hinsicht kein Vorbild war:"Sicherlich war es kein guter Schachzug, denn wenn man auf Platz eins und zwei liegt, erwartet man auch, auf Platz eins und zwei zu bleiben - und das haben wir nicht geschafft.
" Am Donnerstagabend in Sao Paulo sprach Vasseur deshalb mit Hamilton und Leclerc über den Vorfall. Dabei ging es vor allem darum, die Prioritäten innerhalb des Teams klarzustellen.
"Das Fazit des Treffens gestern Abend war eine eindeutige Erinnerung daran, dass Ferrari an erster Stelle steht - an erster Stelle für die Marke, für die Mitarbeiter und für die Tifosi. Und das müssen wir verinnerlichen.
"In Mexiko waren Hamilton und Leclerc in der ersten Runde aneinandergeraten, als sie um die Führung kämpften. Beide kamen von der Strecke ab. Hamilton verlor anschließend eine Position an, Leclerc kassierte eine Strafe und fiel im weiteren Rennverlauf auf Rang vier zurück. Für Ferrari ging damit die Chance auf einen möglichen dritten Saisonsieg verloren.
Hamilton hatte sich darüber geärgert, wie hart Leclerc gegen ihn gefahren war. Der Brite hatte sogar eine härtere Bestrafung gefordert. Vasseur sieht die Situation allerdings differenzierter.
"Er sagte, dass er mit ihm wahrscheinlich etwas härter gekämpft hat als mit einigen anderen. " "Aber wenn man sich ansieht, was Charles in Austin im ersten Sektor gemacht hat - da meinten alle, das sei Magie gewesen. Es ist ein schmaler Grat zwischen beidem. Aber er ist dem anderen Auto nicht reingefahren.
" Die Vorgaben für beide Fahrer seien unverändert, stellt Vasseur klar:"Sie sind zwei Wettkämpfer mit einem ausgeprägten Kampfgeist, aber sie müssen Respekt voreinander haben. Aber in erster Linie müssen sie die Marke respektieren, das Team, die Leute, die zu Hause arbeiten, und die Leute an der Rennstrecke. Ich denke, wir stecken da sehr viel Mühe hinein, und die Botschaft war klar und wird auch klar bleiben.
"Dass es zwischen zwei derart ambitionierten Fahrern zu Konflikten kommen kann, überrascht den Ferrari-Teamchef nicht:"Wir haben definitiv zwei sehr erfahrene, extrem konkurrenzfähige Jungs", sagt er. "Wir fahren jetzt seit vier oder fünf Rennen in Folge ganz vorne mit und haben nach Monza und Madrid die meisten Punkte gesammelt. Dann kommt es natürlich zu einer gewissen Eigendynamik, weil beide Rennen gewinnen wollen.
"Vasseur sieht darin auch die Kehrseite einer bewusst zusammengestellten Fahrerpaarung:"Dass wir heute auf Platz zwei stehen, liegt auch daran, dass wir zwei Fahrer haben, die extrem nah beieinander liegen - und das müssen wir managen. Aber es ist eine bewusste Entscheidung. Es ist eine Wahl bei der Fahrerpaarung, und ich habe die positiven wie die negativen Seiten. Mit den negativen werde ich aber fertig.
" Dass Ferrari trotz des verpassten Sieges in Mexiko nicht leer ausging, will Vasseur ebenfalls nicht ausblenden:"Obendrein haben wir die Strafe kassiert, und das hat das Rennen entschieden. Aber alles in allem haben wir an dem Wochenende immer noch die meisten Punkte geholt", betont er. BMW i3 im ersten Test: Hervorragendes Gesamtpaket trotz Fahrspaß-Schwächen