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Bei Borussia Dortmund ist die Enttäuschung nach der Nullnummer bei Union Berlin groß - inmitten der Offensivflaute muss der BVB nun auch noch um Konstantinos Karetsas bangen.
Nationalspieler Waldemar Anton sprach von einer "kleinen Erfahrung", Sportdirektor Ole Book bezeichnete die maue Phase als "Einladung", gemeinsam zu lernen - von einer Ergebniskrise wollte trotz aller Enttäuschung aber niemand bei Borussia Dortmund etwas wissen. Doch die BVB-Offensive stotterte bei der Nullnummer bei Union Berlin einmal mehr - ausgerechnet vor der nächsten Reifeprüfung in der Champions League drohen sich die Sorgen in der Problemzone nun auch noch zu verschärfen.
"Wir sind mit dem einen Punkt nicht zufrieden und hätten gerne drei Zähler mitgenommen, aber dafür hatten wir vorne in der Spitze zu wenig klare Möglichkeiten", monierte Trainer Niko Kovac am Samstag bei DAZN. Das aus BVB-Sicht enttäuschende 0:0 im Stadion An der Alten Försterei sei einfach "zu wenig mit unseren Ansprüchen", fügte der Coach später hinzu.
Nach dem dritten Pflichtspiel ohne Sieg, dazu dem zweiten ohne eigenen Treffer, macht sich bei den Dortmundern Ernüchterung breit. Auch in Berlin offenbarte der BVB drei Tage nach dem Rückschlag in der Königsklasse bei FK Bodö/Glimt (0:1) Schwächen im Spiel nach vorne. Zusätzliche Offensiv-Sorgen dürfte Kovac und Co. der drohende Ausfall von Kreativspieler Konstantinos Karetsas bereiten.
Der griechische Nationalspieler, der in seiner noch jungen BVB-Karriere zwischenzeitlich schon mit Kreislaufproblemen ausgefallen war, knickte kurz nach seiner Einwechslung in einem Zweikampf mit Rani Khedira um. Wie schwer die Sprunggelenksverletzung des 18-Jährigen ist, sollen weitere Untersuchungen zeigen. Kovac äußerte derweil sein Mitleid mit dem "Jungen, der, seitdem er hier ist, sicherlich nicht vom Glück geküsst ist".
So oder so gilt es für Dortmund jedoch, schnell wieder in Schwung zu kommen. Am Dienstag (18.45 Uhr/DAZN) soll die Trendwende in Aserbaidschan bei Sabah FK in der Königsklasse gelingen. Das dritte Auswärtsspiel binnen sieben Tagen werde dabei auch "eine Willensgeschichte", betonte Book: "Da dürfen wir zeigen, welche Schlüsse wir gezogen haben und dass vor allem in der Champions League das Spiel in Norwegen ein Ausrutscher war."
Für die Probleme in der Offensive müsse man "jetzt Lösungen finden", erklärte auch Sport-Geschäftsführer Lars Ricken - und zwar von Beginn an "und nicht erst in den letzten Minuten eines Spiels". Auch Book kritisierte, dass die Mannschaft in Berlin erst "viel zu spät" damit angefangen habe, mutig zu spielen. Zuversichtlich dürfte die Verantwortlichen die Leidenschaft stimmen, die Trainer Kovac bei seinen Spielern in Norwegen noch vermisst hatte.
Viel Zeit, das Manko im Angriff zu beheben, bleibt Dortmund nicht. Als Ausrede will Ricken das straffe Programm jedoch nicht verstanden wissen. "Es gibt nichts zu wehklagen oder zu jammern. Das ist nun mal bei Borussia Dortmund so", sagte der 50-Jährige: "Das kann man erwähnen, aber das ist natürlich überhaupt keine Entschuldigung für etwaige Leistungen."