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TSV Zorneding vergibt Strafstoß und bricht dennoch mit seiner Pleiteserie
Zorneding – Die Steine, die den Spielern und Trainern des TSV Zorneding am Sonntagnachmittag von den Schultern gefallen sind, wogen scheinbar Tonnen. „Ganz ehrlich, das ist pure Erleichterung“, schnaufte Co-Trainer Florian Heppert nach dem 2:0-Heimsieg gegen die SG Reichertsheim-Ramsau/Gars ganz tief durch. „Ich bin einfach müde jetzt. Ich könnte sofort ins Bett gehen.“
Es war erst 16.35 Uhr, als Heppert diese Worte sprach. Dies zeigt, wie sehr die sechs Liganiederlagen in Folge Druck aufgebaut haben. Gegen die SG Reichertsheim-Ramsau/Gars mussten Punkte her – und der personell arg dezimierte TSV Zorneding zeigte eine wahre Willensleistung. Neben dem Willen trug aber auch die Taktik zum Sieg bei.
„Wir haben sicherlich denen den Ball in manchen Phasen überlassen“, so Heppert über die Art und Weise, wie man gegen die Mannschaft aus dem Landkreis Mühldorf spielen muss. Mit Ballbesitz kann der konterstarke Aufsteiger wenig anfangen, weshalb Heppert konstatierte: „Da ist wenig bei rumgekommen.“
Da Zorneding den Fokus auf die Defensive gelegt hatte, sahen die 145 Zuschauer eine ereignisarme erste Hälfte, die in der 33. Minute tatsächlich einen Aufreger zu bieten hatte: SG-Torhüter Moritz Löffl foulte Marco Rastel und Schiedsrichter Yanic Schlicker zeigte auf den Punkt. Matthias Schuster setzte den Foulelfmeter jedoch an die Latte. In den Vorwochen wäre der Fehlschuss der sichere Genickbruch gewesen, doch am Sonntagnachmittag zeigte Zorneding mehr Resilienz.
Nach dem Seitenwechsel wurden die Platzherren immer besser, „aber der berühmte letzte Ball hat gefehlt“, so Heppert. Ein Pass von Valentin Grusz fand dann aber doch seinen Weg durch die Gästeabwehr, Maximilian Hotz schaltete in den Vintage-Modus und zog nach geschmeidiger Bewegung ab. Löffl konnte parieren, doch Marco Rastel staubte aus fünf Metern zum 1:0 ab (81.).
Die Gäste mussten nun aufmachen und rannten an. In der Nachspielzeit kam auch Torhüter Löffl weit aus seinem Gehäuse, Nick Gibson sah das und schoss von der Mittellinie zum 2:0 ein (91.). Für den ehemaligen Steinhöringer Topscorer war es der erste Saisontreffer.
„Wir haben das aus meiner Sicht hochverdient gewonnen“, bilanzierte Heppert. „Alles in allem haben wir uns dafür belohnt, dass wir in diesem Spiel besser waren, gefährlicher waren, unangenehmer waren.“ Durch den Sieg sprang Zorneding auf den zwölften Tabellenplatz und konnte den Anschluss an das hintere Mittelfeld wiederherstellen.
Am kommenden Samstag geht es zum Kellerduell nach Bruckmühl. Dort muss Zorneding nachlegen, denn der Sieg am Sonntag kann nur der Startschuss für bessere Zeiten gewesen sein.