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Nach dem tragischen Tod von Fußballprofi Jesus de Miguel zieht Micky Beisenherz eine Parallele zu Manuel Neuer – und erntet im Netz dafür massiven Gegenwind.
Nach einem schweren Zusammenprall in der spanischen zweiten Liga verstarb der 30-jährige Stürmer Jesus de Miguel von CD Teneriffa. Torhüter Jesus Owono vom FC Andorra war in der Nachspielzeit weit aus seinem Tor geeilt und prallte frontal mit dem Angreifer zusammen. Während die Mordkommission der spanischen Nationalpolizei mittlerweile Ermittlungen wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung aufgenommen hat, sorgt in Deutschland eine Wortmeldung von TV-Moderator und Podcaster Micky Beisenherz für Diskussionen.
Auf der Plattform X ordnete Beisenherz das Geschehen als Unglück ein und mahnte vor überzogenen Strafen für den beteiligten Schlussmann: „Natürlich stellt man sich die Frage, was Owono an der Mittellinie zu suchen hatte. Zuallererst vermutlich er selbst. Drakonische Strafen fordern kann man, ist aber Quatsch. Der Keeper selbst ist gestraft genug.“
Für Diskussionen sorgte vor allem eine historische Referenz, die Beisenherz anfügte: „Btw: Gerne nochmal ‚Neuer-Higuain-WM 2014‘ googeln.“ Damit schlug der Autor und Moderator eine Brücke zu jener Szene aus dem Weltmeisterschafts-Finale 2014, in der Manuel Neuer den argentinischen Stürmer Gonzalo Higuain abräumte.
In den Kommentarspalten stieß Beisenherz für diesen historischen Vergleich auf deutlichen Gegenwind. Zahlreiche Nutzer warfen ihm vor, zwei grundlegend verschiedene Situationen zu vergleichen. Kommentatoren wiesen explizit auf die sportlichen und physischen Unterschiede hin: „Wer da keinen Unterschied mehr sieht, ist nicht mehr ganz bei Trost, tut mir leid“, lautete eine Reaktion.
Ein anderer Nutzer schrieb: „Komm schon, bei sowas sollte man am besten einfach mal den Mund halten. Warum kommentierst du sowas überhaupt und bringst es in Bezug zu Neuer? Warum?“ Ein weiterer User ging detailliert auf die Spielsituation ein: „Die Dynamik mit Neuer ist völlig anders. Außerdem findet das Foul im Strafraum statt und er kommt von der Seite. Das Problem bei dem Foul in Spanien war die enorme Wucht, die auf den Brustkorb einwirkte.“
Nur vereinzelt gab es Stimmen, die Beisenherz' Einschätzung zur persönlichen Belastung des Torhüters teilten: „Ich glaube inzwischen auch, dass er gestraft genug ist. Das wird ihn kaputt machen. Wem bringt es etwas, wenn er jetzt dafür in Haft kommt. Wer bitte, möchte denn jetzt mit ihm tauschen?“, fragte ein Nutzer. Ein anderer pflichtete bei: „Ja, ein tragisches Unglück!“
Die von Beisenherz genannte Szene aus dem WM-Endspiel 2014 ist bis heute Gegenstand von Debatten. In der 57. Minute des Finals in Rio de Janeiro stürmte Gonzalo Higuain beim Stand von 0:0 auf das deutsche Tor zu. Manuel Neuer verließ seinen Kasten, um den Ball an der Strafraumgrenze per Faustabwehr zu klären.
Bei dieser waghalsigen Aktion gegen Gonzalo Higuain traf Neuer den Ball als Erster, erwischte den heraneilenden Argentinier jedoch mit der Seite seines Oberschenkels und angewinkeltem Bein auf Kopfhöhe. Higuain stürzte zu Boden, blieb jedoch unverletzt und spielte weiter. Schiedsrichter Nicola Rizzoli pfiff damals kein Foul gegen Neuer.
Fachleute wie der ehemalige FIFA-Referee Hellmut Krug sahen darin jedoch einen klaren Elfmeter für Argentinien: „Deutschland hat sehr viel Glück gehabt in dieser Situation“, so Krug. Auch Bundesliga-Schiedsrichter Felix Zwayer zeigte sich überrascht von der Entscheidung: „Die Entscheidung Stürmerfoul hat mich sehr überrascht. Das ist für uns ein Strafstoß und Gelb.
In Argentinien wurden damals Vergleiche zum Foul von Toni Schumacher an Patrick Battiston bei der WM 1982 laut. Neuer selbst erklärte später in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung: „Natürlich habe ich ihn gesehen.“ Für ihn sei entscheidend gewesen, als Erster an den Ball zu kommen und die Situation zu klären; er habe aber auch mitbekommen, dass er Higuain wehgetan habe.
Der Unterschied zwischen beiden Szenen liegt vor allem in den Rahmenbedingungen und den Konsequenzen: Bei Neuers Aktion handelte es sich um ein Klärungsmanöver an der eigenen Strafraumgrenze im Kampf um den Ball, aus dem der Gegenspieler unverletzt hervorging. In Spanien hingegen ereignete sich der Zusammenprall an der Mittellinie – und endete mit dem tragischen Tod eines 30-jährigen Profisportlers.