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Das neue Reglement der Formel 1 2026 hat zwar dazu geführt, dass sich die Topteams wieder deutlich stärker von allen anderen Teams abheben konnten, dafür waren alle vier Rennställe in diesem Jahr siegfähig und wechseln sich an der Spitze ab.
"Für die Formel 1 und die Meisterschaft ist das fantastisch", sagt Ferrari-Teamchef Frederic Vasseur, "eine solche Situation zu haben, in der im ersten Jahr eines neuen Reglements sechs, sieben oder acht Jungs ein Rennen gewinnen können."
Allerdings mussten die Fans lange auf ein wenig Abwechslung warten, denn die ersten sechs Saisonrennen wurden von Mercedes dominiert, sodass man sich die Frage stellen konnte, ob die Silberpfeile sogar alle Rennen in diesem Jahr gewinnen würden.
Ferrari gelangen im Sommer in Barcelona und Silverstone zwei Siege und in Mexiko auch die erste Poleposition - und wäre nicht der Zweikampf zwischen Lewis Hamilton und Charles Leclerc in der ersten Runde gewesen, hätte die Scuderia auf dem Autodromo Hermanos Rodriguez womöglich gewinnen können.
"Wir haben in puncto Performance einen guten Schritt nach vorne gemacht. Das ist jetzt das dritte oder vierte Rennen in Folge, in dem wir mehr Punkte holen als unsere Konkurrenten", betont Vasseur. "Wir sind auf Poleposition gefahren, und die Pace war gut genug für einen Doppelsieg."
Etwas zurückgefallen ist hingegen McLaren. Der Rennstall ist nur noch vierte Kraft im Feld, nachdem vor allem Lando Norris mit Siegen in Budapest und Zandvoort noch einmal Ambitionen in Richtung Titelverteidigung angemeldet hatte.
Und dann wäre da noch Red Bull: Lange Zeit schienen die Bullen keine Rolle zu spielen, doch in Sepang holte Max Verstappen den ersten von mittlerweile drei Siegen in vier Rennen. Der viermalige Weltmeister scheint aktuell wieder die Messlatte zu sein.
"Ehrlich gesagt liegen wir alle auf einem Niveau", sagt Vasseur mit Blick auf Mexiko: "Wenn man sich alle Sessions anschaut: Einmal ist es Charles, einmal Lewis, einmal Max, einmal Norris. Das zeigt doch, dass wir alle dicht beisammen sind."
"Das hängt viel stärker vom Streckenprofil und der Motoren-Sensitivität ab als rein vom Paket oder dem Konzept. Aber ja, ich denke, wir sind mit den anderen auf Augenhöhe, und in Sao Paulo wird es wieder ein enger Fight", kündigt er an.
In Sachen Siegen herrschte 2026 tatsächlich deutlich mehr Abwechslung als in den Jahren zuvor: Von den acht Topautos konnten lediglich Oscar Piastri und der zweite Red-Bull-Fahrer - also meistens Isack Hadjar - noch kein Rennen gewinnen. Im vergangenen Jahr hatten mit Norris, Piastri, Verstappen und Russell hingegen lediglich vier Piloten gewonnen.
Doch während die Siege an der Spitze breiter verteilt werden, fallen alle anderen Teams hinten runter. Fans von Überraschungen haben an 2026 weniger Freude, denn ein Podium gab es von einem der anderen Teams bislang noch nicht zu feiern - zu groß ist der Rückstand auf die Topteams, die in der Regel die ersten acht Plätze blockieren.
Das war im vergangenen Jahr noch anders: Carlos Sainz (Williams, zweimal), Nico Hülkenberg (Sauber) und Hadjar (Racing Bulls) hatten 2025 vier Außenseiter-Podeste geholt, 2024 feierten immerhin die beiden Alpines in Brasilien ein überraschendes Doppelpodium.
Auch damals hatte es bis Sao Paulo keinen einzigen Podestplatz eines Mittelfeld-Teams gegeben. Die Hoffnung auf eine Wiederholung ist an diesem Wochenende also zumindest gegeben.