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Nach Jahren als graue Maus sollte es bei Borussia Mönchengladbach in dieser Saison wieder bergauf gehen. Doch stattdessen wurde bei der Fohlenelf alles schlimmer – selbst von einer grauen Maus ist der Krisenklub vom Niederrhein weit entfernt.
Der Trainerwechsel ist bereits verpufft, die Stimmung im Fanlager wird immer schlechter. Und wie es scheint, zerfällt die Mannschaft immer weiter in ihre Einzelteile. Laut Angaben der Sport Bild ist die Kabine der Borussia zwar nicht verzofft. Was aber vielleicht besser wäre, denn dann gäbe es immerhin gewisse Emotionen.
So aber soll jeder Spieler seines Weges gehen – von einem größeren Zusammenhalt keine Spur. Demnach soll es kaum noch Teamabende geben und abseits von Training und Ansprachen auch keine anderen Zusammenkünfte der Spieler. Zudem sei zu beobachten, dass viele Spieler das Trainingsgelände schon kurz nach Trainingsende wieder verlassen.
Man bekommt das Gefühl, dass jeder sein eigenes Süppchen kocht und sich nicht sonderlich um das große Ganze schert. Eine ganz gefährliche Ausgangslage, denn nichts ist schlimmer als eine Mannschaft, der alles egal zu sein scheint.
Dazu behauptet die Sport Bild, dass es innerhalb der Mannschaft auch Zweifel an der Qualität geben soll. So sind erfahrene Leistungsträger wohl teilweise unzufrieden mit ihren Mitspielern und sehen in ihnen nicht die notwendigen Verstärkungen.
Das größte Problem der Borussia liegt auf der Hand: Im Team gibt es viel zu wenige Spieler, die vorweg marschieren können und Leaderqualitäten ausstrahlen. Die Gladbacher sind größtenteils zu lieb und zu ruhig – dabei bräuchte es auch Charaktere, die die Mannschaft wachrütteln. Davon gibt es aber viel zu wenige. Und die wenigen, die es gibt, haben mit sich aus Verletzungsgründen genug zu kämpfen. Wie zum Beispiel Tim Kleindienst, Enzo Leopold oder Jens Castrop.
Mit Rocco Reitz, Nico Elvedi, Haris Tabakovic und Yannik Engelhardt hat man im Sommer zudem auch noch haufenweise Spieler abgegeben, die zumindest unbequem für den Gegner waren und etwas ausgestrahlt haben. Als Ersatz hauptsächlich auf Spieler aus der 2. Bundesliga oder kleineren ausländischen Ligen zu setzen, die kaum Erfahrungen mit Druck bei einem Traditionsklub haben, rächt sich.
Sportchef Rouven Schröder und Trainer Alexander Blessin versuchen zwar, das Team aufzubauen. Doch bislang ohne Erfolg. Einig ist man sich, dass man auf die Mannschaft nicht draufhauen möchte, sondern sie stattdessen stark reden will. Dafür sollen viele Einzelgespräche helfen.
Ob das der richtige Weg ist? Momentan macht sich eine gewisse Gleichgültigkeit im Mannschaftskreis breit – so scheint es zumindest. Man muss sich große Sorgen um die Fohlen machen.