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Der Klimawandel stellt den Biathlon vor große Herausforderungen. Könnten Skirollerrennen die Lösung sein? Während die Athleten noch skeptisch sind, könnten Asphalt-Rennen in Zukunft vor allem für den Nachwuchs entscheidend werden.
Biathlon künftig nur noch ohne Schnee, Rennen auf Asphalt und Skirollern. Dieses Gruselszenario will Deutschlands Biathletin Julia Tannheimer noch nicht akzeptieren. "Wenn im Winter Skirollerrennen anfangen, dann höre ich auf mit Biathlon", sagte sie im BR24Sport-Interview.
Akut müssen sich Wintersport-Fans noch nicht auf dieses Szenario vorbereiten: Weder auf den plötzlichen Rücktritt von Biathlon-Hoffnung Tannheimer, noch auf Biathlon ohne Schnee. Die Realität ist aber auch: Klimawandelbedingt gab es in den vergangenen Jahren immer weniger Schnee, sportartenübergreifend mussten Wettkämpfe abgesagt werden - nicht nur im Biathlon, auch Ski Alpin, Skicross oder Slopestyle waren davon betroffen. Immer wieder sah man bei Wintersport-Übertragungen nur noch ein weißes Band aus Kunstschnee, das sich durch eine grüne Landschaft zog.
Aber noch gibt es keinen Grund zur Panik, meint der Kommunikationsdirektor des Biathlon-Weltverbandes IBU, Christian Winkler, gegenüber BR24Sport: "Wir haben durchaus Fortschritte im Snow-Management, in der Snow-Production gemacht, sodass wir es schon so sehen, dass man mittelfristig auch im Winter weiterhin gute Bedingungen bieten kann für den Hochleistungssport, für die Events."
Noch ist es also keine Option, Weltcup-Punkte auf Skirollern zu holen. Auch nicht für Deutschlands Biathleten Justus Strelow. Mit einer Mischform könnte der sich aber anfreunden. Strelow hat bereits Ideen: Für ihn könnte es funktionieren, "dass es sich zu einer Art Sommer-Grand-Prix ergeben könnte, dass man zwei Wertungen hat, dass dann vielleicht der Gewinner davon irgendwie ein persönliches Startrecht für die ersten Weltcups bekommt, ähnlich wie das vielleicht auch mit dem IBU-Cup ist."
Der Sommer-Biathlon, das Loop One Festival im Münchner Olympiapark, hat aber gezeigt, dass die Biathlon-Party auch ohne Schnee steigen kann. Mit Top-Athletinnen und Athleten, spannenden Rennen und insgesamt rund 25.000 Menschen. Die eingefleischten Fans feiern ihre Stars auf jedem Untergrund: "Es ist mir so egal, ob auf Schnee oder auf Skirollern, ich würde auf jeden Fall kommen", sagte ein Biathlon-Fan ins BR24Sport-Mikrofon.
Aber erstmal geht's dem Profisport wohl noch nicht an den Kragen. Nur das mit dem Biathlon-Nachwuchs könnte zum Problem werden, meint Christian Winkler. "Natürlich gibt es die Realitäten Klimawandel. Es gibt immer weniger Schneetage, auch für Kinder, die in Regionen leben, wo man früher automatisch auf Skiern stand."
Man müsse sich die Frage stellen, wie man in Zukunft Kinder an den Sport heranbringen wolle - Kinder, die selbst zu Athleten oder aber zu Biathlon-Fans werden. "Dafür braucht es solche Veranstaltungen, wie wir sie jetzt mit dem Loop One aufgesetzt haben", erklärt Winkler. Biathlon auf Skirollern - das bleibt für viele Athleten zwar ein Gruselszenario, für den Notfall aber gibt es die Lösung.