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Harry Kane kam beim 6:1-Sieg des FC Bayern gegen den 1. FC Magdeburg zwar nicht zum Einsatz, im Mittelpunkt stand er aber dennoch - und anschließend Rede und Antwort.
Nach all dem Trubel um seine Wahl zum Weltfußballer am Montag in London wirkte Harry Kanes Rückkehr in die Allianz Arena beim DFB-Pokal-Duell mit dem 1. FC Magdeburg fast schon etwas untertourig. Zu Beginn des Aufwärmens bildeten seine Kollegen im zu diesem Zeitpunkt noch halbleeren Stadion einen Spalier für den 33-jährigen Stürmer aus England, dann lief über die Lautsprecher "Rock You Like a Hurricane". Just als Kane nach dem Aufwärmen zurück in die Kabine trabte, spielte die Regie eine kurze Videobotschaft von ihm ein.
Die ganz große Wir-haben-einen-Weltfußballer-Show dürfte beim FC Bayern erst im Zuge des Bundesliga-Topspiels gegen Borussia Dortmund am Samstag stattfinden. Ohnehin ein würdigerer Rahmen dafür als so ein Zweitrunden-Spiel im DFB-Pokal gegen einen Zweitligisten. Gegen den BVB wird Kane auch wieder spielen, nachdem er gegen Magdeburg über die volle Spielzeit auf der Bank gesessen hatte (und dabei von Isamel Saibari würdig vertreten wurde).
Kurz vor Mitternacht sprach Kane in der Mixed Zone immerhin noch ausführlich über seinen Gewinn des Ballon d'Or und die Begleiterscheinungen dessen.
Eine war, dass er vom Waldgasthof Buchenhain wie versprochen mit einem goldene Schnitzen versorgt wurde. Das Restaurant aus dem südlichen Umland Münchens liefert Kane bekanntlich seit seiner Ankunft für jedes Pflichtspieltor ein Schnitzel. Für den Ballon d'Or gab es eine Sonderversion. Gegessen hat er es nicht, wie Kane schmunzelnd zugab: "Ich sehe das mehr als eine Trophäe."
Es war eine weitere kleine Sidestory seiner "wirklich verrückten Woche". Kane versuche "immer noch, das alles richtig zu verarbeiten". Es sei "schon seltsam", derart im Mittelpunkt zu stehen wie bei der Gala am Montag oder beim Spalier vor dem Magdeburg-Spiel: "So etwas genieße ich normalerweise nicht besonders. Als ich zum Aufwärmen rausging und alle dastanden und applaudierten, das ist mir fast ein bisschen peinlich."
Einmal mehr dankte Kane all seinen Teamkollegen für ihren Anteil an seinem Triumph, damit dürfte es aber noch nicht getan sein. "Einige der Jungs haben sich Uhren oder Ähnliches gewünscht", verriet Kane und kündigte Überraschungen an. "Da muss ich mir also etwas Schönes für sie einfallen lassen, sowohl bei Bayern als auch in der englischen Nationalmannschaft. Ich werde mich mal darum kümmern, ich werde auf jeden Fall für jeden ein schönes Geschenk besorgen."
In England wird derweil diskutiert, ob Kane demnächst von König Charles zum "Knight" geschlagen werden könnte, woraufhin er sich "Sir Harry Kane" nennen dürfte. "Ich würde sicher nicht Nein sagen. Ich weiß das sehr zu schätzen. Sollte es dazu kommen, wäre das unglaublich und etwas, worauf ich wahnsinnig stolz wäre. Aber ich möchte mich jetzt nicht zu sehr davon mitreißen lassen."
Für etwas Aufsehen gesorgt hatte nach seiner Weltfußballer-Wahl eine Instagram-Story, in der Kane schrieb: "Work hard in silence, let success be your noise." (Deutsch: "Arbeite hart im Stillen, lass Erfolg für dich sprechen.") Viele Beobachter wollten das als Seitenhieb gegen seine Weltfußballer-Konkurrenten Lamine Yamal und Kylian Mbappe verstanden wissen, die sich vor der Wahl mit etlichen öffentlichen Stellungnahmen proaktiv in Stellung brachten.
"Nein, überhaupt nicht", beteuerte Kane. "Das ist ein Zitat, das ich ehrlich gesagt mein ganzes Leben lang geliebt habe. Es unterstreicht, was ich tue und wie ich harte Arbeit, Disziplin und Hingabe sehe. Ich musste oft hinter den Kulissen allein trainieren. Ich denke, es ist ein großartiges Zitat, das viele Jungen und Mädchen nutzen können, um sich selbst zu helfen."