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(Motorsport-Total.com) - 24 Rennen in einer Formel-1-Saison sind für Fernando Alonso und Max Verstappen eine enorme Belastung. Beide Fahrer sehen den aktuellen Kalender an der Grenze dessen, was sinnvoll ist. Besonders die vielen aufeinanderfolgenden Rennwochenenden und die Reisestrapazen zum Saisonende sorgen für Kritik. Eine einfache Lösung sehen die beiden allerdings nicht.
Fernando Alonso kritisiert den Formel-1-Rennkalender Zoom
Bei einer Medienrunde vor dem Grand Prix von Brasilien wurde Alonso, Verstappen und Arvid Lindblad die Frage gestellt, wie sie die Anzahl der Rennen und die vielen aufeinanderfolgenden Wochenenden einschätzen. Der Rookie kennt bislang einen deutlich kürzeren Kalender aus der Formel 2: Dort standen in seiner vergangenen Saison 14 Veranstaltungen auf dem Programm.
"Es sind ziemlich viele. Es ist etwas mehr, als ich gewohnt bin", erklärt Lindblad. Durch das zusätzliche Rennen in Malaysia stehe nun ein besonders dichter Abschnitt bevor: "Neun Rennen in elf Wochen sind schon eine ganze Menge." Gleichzeitig mache ihm das Fahren selbst weiterhin Spaß: "Ich liebe es, zu fahren. Ich liebe es, im Auto zu sitzen. Deshalb ist es okay. Aber ich denke, es ist viel."
Max Verstappen kennt die Entwicklung des Kalenders aus eigener Erfahrung. Als er in die Formel 1 kam, umfasste eine Saison noch 19 Rennen. Bei Fernando Alonso seien es zu dessen Einstieg sogar nur 16 gewesen.
"Ich wünschte mir definitiv, dass es weniger als 24 wären", so Verstappen. Gleichzeitig könne er nachvollziehen, warum die Formel 1 mittlerweile so viele Grands Prix veranstaltet. Die wirtschaftlichen und organisatorischen Gründe hinter dem umfangreichen Kalender seien ihm bewusst.
Einen kleinen Seitenhieb kann sich der Red-Bull-Pilot dennoch nicht verkneifen: "Leider wurde in meinem Vertrag beim Gehalt nicht danach unterschieden, ob es 17, 18 oder 24 Rennen sind. Vielleicht sollte man sich das einmal ansehen!"
Ernsthafter wird Verstappen beim Thema Familie. Als er 18 Jahre alt gewesen sei, habe er am liebsten jedes Wochenende ein Rennen bestritten. Noch immer fahre er gerne, doch mit einer eigenen Familie verändere sich die Perspektive.
"Wenn man zu Hause auch eine Familie hat, geht es vor allem darum, dass man sie vermisst, wenn man unterwegs ist." Natürlich könnten Angehörige gelegentlich zu den Rennen mitreisen. Allerdings sei man vor Ort eben beruflich beschäftigt. "Es ist deine Arbeit. Deshalb ist es nicht immer einfach, dann wirklich viel Zeit miteinander zu verbringen."
Sein Fazit fällt entsprechend deutlich aus: "24 sind viel, aber es ist nun einmal so."
Fernando Alonso stimmt Verstappen grundsätzlich zu. Auch der Spanier hält die Anzahl der Rennen für grenzwertig. Besonders kritisch sieht er allerdings die Gestaltung des Kalenders und die damit verbundenen Reisen.
"Ja, genauso. Viel habe ich dazu nicht hinzuzufügen. Ich denke, es sind viele Rennen, an der Grenze zu zu vielen. Und vielleicht ist der Kalender nicht wirklich effizient", erklärt der Aston-Martin-Pilot.
Als Beispiel nennt Alonso die Reisebewegungen im aktuellen Saisonabschnitt. Nach dem Rennen in Brasilien gehe es zunächst zurück nach Europa, ehe bereits zehn Tage später der Grand Prix von Las Vegas ansteht.
"Jetzt in Brasilien zu sein, zurück nach Europa zu fliegen und in zehn Tagen nach Vegas zu reisen, ist in dieser Saisonphase eine große Sache", so Alonso. Eine konkrete Lösung für das Problem sieht er allerdings nicht: "So ist es nun einmal, und ich glaube nicht, dass eine Lösung dafür bereitsteht."