Zurück
Dem österreichischen Ski-Olympiasieger Johannes Strolz droht plötzlich der Super-GAU. Erhält er keinen Platz im Weltcup-Kader?
München – Es gab Zeiten, in denen Johannes Strolz in Österreich gefeiert wurde wie kaum ein anderer Skirennläufer. Jetzt muss der Vorarlberger um den Platz kämpfen, der für Weltcup-Stars eigentlich selbstverständlich ist. Strolz hat seinen Fixplatz im ÖSV-Slalomteam verloren. Wie das Boulevardblatt Heute berichtet, muss er sich in einer internen Ausscheidung beweisen, und das gegen sechs Rivalen, von denen nur drei weiterkommen.
Entschieden wird am Samstag. Wer sich durchsetzt, darf am 15. November beim Auftakt im finnischen Levi starten. Ein Rauswurf aus dem gesamten Weltcup-Kader ist also möglich. Für einen zweifachen Olympiasieger wäre schon das Scheitern in dieser Quali ein Absturz. Dabei war Strolz‘ Karriere schon immer eine Geschichte vom Aufstehen. Sein Vater Hubert holte 1988 olympisches Gold in der Kombination, der Sohn trat in große Fußstapfen.
Nach Jahren im Mittelfeld baute er sich seinen Weg in die Weltspitze auf. Der Lohn kam im Winter 2022. In Adelboden gewann er seinen ersten Weltcup-Slalom. Wenige Wochen später wurde er bei den Spielen in Peking zum Helden. Er siegte in der alpinen Kombination und gewann auch Gold im Teambewerb. Im Slalom holte er zusätzlich Silber. Heute spricht von einem der größten Ski-Märchen der vergangenen Jahre. Genau diese Bilanz macht den aktuellen Absturz so schmerzhaft.
Denn an diese Höhe kam Strolz nicht mehr heran. Er fuhr im Slalom-Weltcup seither nur noch zweimal unter die ersten Zehn. Die Heim-WM 2025 in Saalbach-Hinterglemm verpasste er ebenso wie die Winterspiele 2026. Er sagte dazu: „Dass ich in Saalbach nicht dabei sein konnte, hat unglaublich weh getan.“
Zur Qualifikation gehören auch bekannte Namen. Adrian Pertl, Vizeweltmeister von 2021, gehört inzwischen keinem ÖSV-Kader mehr an. Dazu kommen Simon Rueland, Kilian Pramstaller, Ralph Seidler, Oscar Heine und Jakob Greber. Fix im Team stehen Fabio Gstrein, Michael Matt, Joshua Sturm und Dominik Raschner. Eine Hintertür bleibt Strolz offen. Muss Manuel Feller wegen seiner Bandscheibenprobleme auf Levi verzichten, rückt der Olympiasieger direkt nach. Feller starte nur, wenn er „konkurrenzfähig ist“. Strolz hängt also auch vom Körper eines Konkurrenten ab. (smr)