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Findet sich ein Gegenkandidat? Wer ist so crazy, sich das anzutun? David Beckham womöglich? Der ist ein globaler Held und könnte Infantino vermutlich einfach weglächeln.
Verfolgt man Gianni Infantinos bevorzugtes Kommunikationswerkzeug Instagram, kann einem ganz schwindelig werden. Der wankende Fifa-Boss schwirrt mit einem von Qatar Airways zur Verfügung gestellten Jet wie eine Biene durch die Welt. Überall Freunde, manchmal auch Freundinnen, überall wird es touchy, man fällt einander selig in die Arme. Auf Instagram setzt Infantino auf die Macht der Bilder: auf die Oberfläche, hinter der sich Abgründe verbergen.
Auffällig ist dabei, dass der große Zampano erpicht darauf scheint, die zuletzt mehrfach als seinen Nachfolger kolportierte Trainerlegende Arsene Wenger an seiner Seite zu inszenieren. Eine gewisse Nervosität haben Leute, die Infantino zuletzt persönlich begegnet sind, jedenfalls festgestellt.
Aber auch frisches Selbstvertrauen ist bei dem Mann, der keine Gegenrede gewohnt war, ersichtlich. Aus den vielen unangenehmen Fragen, die unter anderem DFB-Präsident Bernd Neuendorf bei der Council-Sitzung stellte, hat er sich rausgewunden wie ein Regenwurm. Entschuldigt hat er sich nur für die Art und Weise der Nicht-Kommunikation beim gescheiterten Investorendeal, nicht aber dafür, dass er Teile der wertvollsten Fifa-Assets billig verhökern wollte. Mutmaßlich, um sich langfristig eine Zukunft in gehobener Position im Fußball zu sichern.
Schaut man sich die Verbände an, die bei der Präsidentenwahl Mitte März für einen Gegenkandidaten stimmen dürften, errechnet sich eine noch recht deutliche Mehrheit gegen den Amtsinhaber. Nach diversen Absagen etablierter Fußballfunktionäre, allen voran des Uefa-Chefs Aleksander Ceferin, müsste allerdings zeitnah ein weltweit akzeptierter Gegenkandidat gefunden werden. Nach Wenger und Luis Figo macht nun der Name David Beckham die Runde. Größer geht nicht, globaler geht nicht, aber ist der Engländer so crazy, sich das anzutun?
Die Kandidatenfindung liegt für Europa in Abstimmung mit Amerika und Asien bei Ceferin. Der hat die Fifa bereits aufgefordert, im Prozess bis zur Wahl für Chancengleichheit zu sorgen. Davon kann allerdings keine Rede sein, wenn Infantino im Privatjet noch mit Dutzenden Zwischenstopps zum Kuscheln fünfmal um die Welt fliegt. Wobei: Einen Düsenflieger könnte sich Beckham problemlos aus der eigenen Portokasse leisten. Oder Infantino einfach weglächeln.