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Während der 0:2-Niederlage bei Dynamo Dresden in der 2. Runde des DFB-Pokals kochten bei den Profis von Schalke 04 die Emotionen hoch. Schon kurz vor der Halbzeitpause war Hee Chan Hwang kaum noch zu beruhigen.
Nachdem der Stürmer infolge eines Laufduells mit Friedrich Müller zu Boden ging, ärgerte sich Hwang über den ausbleibenden Pfiff des Schiedsrichters. Nach kurzer Behandlungspause stand er einige Sekunden später wieder am Spielfeldrand und wartete darauf, wieder auf den Rasen zu dürfen. Dabei verlor der Schalker offenbar die Nerven. Zunächst schubste er den Vierten Offiziellen zur Seite, dann sogar einen Physiotherapeuten der Gelsenkirchener, der ihn lediglich beruhigen wollte. Kurz darauf sah Hwang die Gelbe Karte wegen Meckerns.
Für die Enttäuschung über den ausgebliebenen Pfiff des Schiedsrichters hatte Miron Muslic noch Verständnis. „Ich glaube, es war ein klares Foul. Ich bin noch nicht sicher, ob es in der Box war oder außerhalb. Ich habe mich kurz mit dem vierten Offiziellen ausgetauscht. Er hat mir bestätigt, dass es ein Foulspiel war“, erklärte Schalkes Trainer. Für das Verhalten des Stürmers gegenüber dem Unparteiischen und einem Mitglied des Funktionsteams hatte er offenbar weniger Verständnis. „Die Aktion von Hwang habe ich gesehen, sie hat mir nicht gefallen. Das werden wir besprechen“, so Muslic.
Auch Profifußball-Direktor Youri Mulder sagte über Hwang: „Das müssen wir ansprechen.“ Der 57-Jährige vermutet, dass sein Stürmer eine neue Regel nicht kannte, die mit Saisonbeginn eingeführt wurde. Sie besagt: Wird ein Spieler auf dem Feld behandelt und das Spiel deshalb unterbrochen, muss er mindestens eine Minute warten. Erst dann darf er das Spielfeld wieder betreten.. Hwang hingegen drängte nach seiner Behandlungspause sofort zurück auf den Rasen, was der Vierte Offizielle unterbunden hatte.
Trotz seines kleinen Ausrasters ließ Muslic den 30 Jahre alten Sommer-Neuzugang bis zur 77. Minute auf dem Rasen. Geholfen hat das nicht. Schalke schied verdient aus dem DFB-Pokal aus. Hwang hatte kurz vor der Pause eine Kopfballchance, ansonsten war vom Ex-Premier-League-Profi wenig zu sehen (33 Ballaktionen, sieben Zweikämpfe). Viel Eigenwerbung konnte er vor den wegweisenden Wochen in der Bundesliga nicht betreiben – schon am Samstag (15.30 Uhr/Sky) trifft Schalke Hwangs Ex-Klub RB Leipzig.