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Rund 20.000 Angemeldete – so viele wie nie zuvor – gingen beim Frankfurt Marathon an den Start. Der älteste Teilnehmer war 85 Jahre alt, der jüngste 17.
Eine halbe Stunde vor dem ersten Start beim Frankfurt Marathon am Sonntag regnet es in Strömen. Das ficht die Sportlerinnen und Sportler jedoch nicht an. Manche bereits im Sportdress, das heißt in kurzen Hosen und Träger-Shirt, andere mit langen Gymnastikhosen und durchsichtigem Regencape. Sie laufen sich warm. Nicht nur auf der abgesperrten Ludwig-Erhard-Anlage vor der Messe sind sie zuhauf unterwegs, sondern auch auf dem Platz vor der Festhalle, vor dem Maritim Hotel, vor dem Haupteingang zur Messe.
Da sich hier am Start, wo später auch der Zieleinlauf sein wird, auch die Zuschauerinnen und Zuschauer ballen, heißt es Obacht, damit man niemandem zwischen die Füße läuft. Zwischen all diesem Kreuz und Quer stehen Harriet und Stefan Rapprich unter zwei Regenschirmen. Sportliches Outfit, Teilnehmernummern auf den Jacken. Sie nehmen am Staffellauf teil, der genauso lang ist wie der Marathon, nämlich gute 42 Kilometer.
„Es ist ein Heimspiel“, sagt Stefan Rapprich. „Ich wohne um die Ecke und bin schon neunmal die ganze Distanz gelaufen. Das schaffe ich jetzt nicht mehr.“ Mit dabei ist seine Frau. Sie muss 13 Kilometer laufen, danach ist ihr Mann dran. „Das schlechte Wetter stößt uns überhaupt nicht ab“, sagt sie. „Die Sonne scheint überall.“ Sie lacht. Den Staffel-Marathon ist sie schon öfter mitgelaufen. Eine andere Vierer-Staffel aus ihrem Bekanntenkreis sowie eine Familienstaffel läuft ebenfalls mit und eine Freundin die ganze Distanz.
„Der Support an der Strecke, das beflügelt unglaublich“, sagt Stefan Rapprich. „Es gibt an manchen Stellen rhythmische Musik. Dann schwebt man auf seinen Endorphinen dahin.“ Der Marathon, ein Großereignis für alle. Der älteste Teilnehmer ist 85 Jahre alt, der jüngste 17. Rund 20.000 hatten sich angemeldet, ein Rekord.
Doch nicht nur auf und an der Strecke ist etwas los. Auf der Rückseite der Festhalle, fernab des Trubels, stehen unzählige freiwillige Helferinnen und Helfer. Sie warten auf ihren Einsatz. Der kommt, nachdem die ersten Läufer:innen durchs Ziel gerannt sind. Dann nämlich bekommen sie hier Essen und warme Getränke. Doch zuvor müssen sie von der Festhalle bis hierher eine breite Treppe herunter. Mit 13 flachen Stufen ist das normalerweise kein Problem. Doch wenn man 42 Kilometer in den Knochen hat … „Manche können kaum noch laufen“, sagt Alix Puhl. Dann würden sie den Sportler:innen die Treppe hinunterhelfen.
Puhl und weitere rund 170 Freiwillige übernehmen den Job hier. Die meisten von ihnen sind von dem Verein „NichtGenesenKids“, der dieses Jahr zum ersten Mal Charity-Partner des Frankfurt Marathon ist. Der Verein setzt sich für Kinder und Jugendliche ein, die verschiedene chronische Erkrankungen haben. Laut Länderbeirätin Katharina Dietz-Michalski haben sie ihren Einsatz hier wochenlang vorbereitet. An vielen anderen Stellen halten Freiwillige den Marathon ebenfalls am Laufen, insgesamt sind es etwa 2.500.
Wieder zurück in die Menge, diesmal in die Festhalle. Die Atmosphäre gleicht der einer riesigen Disco: Farbige Laserstrahlen funken durch das Dunkel der hohen Kuppel, Musik dröhnt aus den Lautsprechern, der rote Teppich für den Zieleinlauf liegt im weißen Scheinwerferlicht.
Die Ersten, die hier hereinstürmen, sind nicht die Profis. Es sind die Jungen und Mädchen des Mini-Marathons. Die Zuschauer:innen jubeln und rufen, die Moderatorin feuert die Läuferinnen und Läufer über die Lautsprecher an. Es sind ganz kleine Kinder darunter, zwischen acht und 17 Jahren ist das Teilnehmerfeld. Insgesamt 2.756 Kinder und Jugendliche sind es, die die 4,2 Kilometer laufen wollten. Manche geben auf den letzten Metern noch einmal alles und überholen einen nach dem anderen, der vor ihnen läuft. Zwei Mädels laufen Hand in Hand durch den Torbogen. Geschafft.