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Harry Kane wurde geschont, doch der 1. FC Magdeburg nicht: Bayern München ließ dem mutigen Zweitligisten beim 6:1 (2:1) im DFB-Pokal keine Chance. Für den Rekordmeister trafen Michael Olise (10. und 50. Minute), Ismael Saibari (21.), Alphonso Davies (70.), Nathaniel Brown (73.) und David Santos Daiber (90.+3). Mateusz Zukowski gelang der zwischenzeitliche Ausgleich (15.).
Für den FC Bayern hatte es im Vorfeld der Partie mehrere besondere Momente gegeben. Kane wurde unter der Woche mit dem Ballon d'Or ausgezeichnet, als Belohnung durfte der Stürmerstar gegen Magdeburg eine Pause einlegen. Noch wichtiger aber war, dass Sportvorstand Max Eberl im Sportschau-Interview verriet, dass Vincent Kompany aus dem Krankenhaus entlassen wurde. Nun fehlte nur noch der Pflichtsieg gegen den Zweitligisten - der sich phasenweise als starker Gegner präsentierte.
"Es ist selten leicht, man muss sich erarbeiten, dass es leicht aussieht. Wir haben immer besser reingefunden und irgendwann war das Momentum auf unserer Seite. Es geht darum, dass wir jetzt professionell sind und wir können denen, die gerade nicht da sind, Energie geben, wenn wir das zeigen, was wir heute gezeigt haben", sagte Jonathan Tag im Sportschau-Interview.
Der Start in die Partie war standesgemäß, die Bayern hatten schnell die ersten Chancen, Olise (7.) und Saibari (9.) verfehlten das Tor aber knapp. Eine Koproduktion der beiden sorgte kurz danach aber für die Führung, nach einem Traumpass von Lennart Karl schob Saibari den Ball zu Olise rüber, der nur noch das leere Tor treffen musste (10.). Damit schien alles seinen Lauf zu nehmen.
Doch es kam zunächst anders. Magdeburg war mutig im Ballbesitz und wenn sich die Gelegenheit ergab, ging es ganz schnell nach vorne. Wie in der 15. Minute, als Zukowski von der linken Seite Richtung Zentrum dribbelte, es aus 22 Metern versuchte und Hiroki Ito seinen Schuss so abfälschte, dass Jonas Urbig keine Chance hatte - 1:1.
Die Bayern schlugen allerdings zurück, diesmal setzte Olise mit einem fantastischen Pass Saibari ein, der sein Team mit einem Chip an Dominik Reimann vorbei erneut in Führung brachte (21.). Im Anschluss schaffte es Magdeburg, den Rekordmeister zu neutralisieren - und dann schlug der Underdog kurz vor der Pause fast erneut zu. Baris Atik machte es wie Zukowski und zog von Linksaußen in die Mitte, überraschte Urbig im kurzen Eck, aber der Ball klatschte an den Pfosten (45.+2).
Kurz nach der Pause rückte die Entscheidung zugunsten der Bayern aber doch schnell näher. Der gerade eingewechselte Davies wurde nach einem Zuspiel von Saibari klar von Pierre Nadjombe am Arm gehalten und es gab zu Recht Elfmeter. Da Kane nicht auf dem Spielfeld war, schnappte sich Olise den Ball und mit einem lockeren Chip lupfte er den Ball ins Tor zum 3:1 (50.). Reimann verhinderte danach beim Schuss von Karl, dass es noch deutlicher wurde (59.).
Das wurde es allerdings in der 70. Minute, als Aleksandar Pavlovic die gesamte Magdeburger Defensive mit einem Pass aushebelte und Davies den Querpass von Karl verwertete. Wenig später legte Nathaniel Brown nach Vorlage von Davies den fünften bayrischen Treffer nach (73.) und es deutete sich eine Klatsche für die lange so mutigen Magdeburger an. Deren mehr als 10.000 angereiste Fans feierten dennoch auf den Rängen - auch wenn sie weitere Gegentore befürchten mussten.
Es gab allerdings nur noch eins, Bayern-Talent Daiber traf in der Nachspielzeit per Fernschuss zum Endstand (90.+3). Ansonsten sparten die Münchner Kräfte für den "Klassiker" am kommenden Samstag. Um 18.30 Uhr kommt es zum Topspiel in München gegen Borussia Dortmund, mit einem Sieg kann sich der Rekordmeister erstmals in dieser Saison etwas von der Konkurrenz absetzen. Bei dem Vorhaben wird Kane ganz sicher wieder mitwirken und in seinem ersten Spiel als Weltfußballer seine Klasse zeigen wollen.
Magdeburg wird sich derweil auf den Aufstiegskampf in der 2. Liga konzentrieren müssen, in den sich das Team von Trainer Petrik Sander mit ähnlich mutigen Leistungen wie in München gespielt hat. Am Samstagmittag trifft der aktuell sechstplatzierte FCM auswärts auf Darmstadt 98, dem Tabellenletzten (13 Uhr). Die sechs Gegentore in München änderten nichts an der Vorfreude auf die nächsten Wochen, Alexander Nollenberger sagte im Sportschau-Interview sogar: "Es hat Spaß gemacht und angeführt wie im Film."