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Auf einem außerordentlichen Kongress in Tokio hat sich das Blatt für Gianni Infantino gewendet. Eine Abwahl des umstrittenen FIFA-Präsidenten rückt in weite Ferne, da der asiatische Kontinentalverband AFC ihm nun doch den Rücken stärkt. AFC-Präsident Scheich Salman bin Ibrahim al-Chalifa sprach sich dort offen für eine vierte Amtszeit des Schweizers aus.
Dabei sicherte der Funktionär dem 56-Jährigen seine „uneingeschränkte Unterstützung“ zu. Zwar räumte al-Chalifa ein, dass es in der Vergangenheit durchaus „Probleme“ rund um Infantino gegeben habe. Nun müsse der Weltverband allerdings zwingend „vorwärts“ blicken. Wörtlich erklärte der AFC-Chef gegenüber der „dpa“: „Wir sind der Überzeugung, dass der Fußball am stärksten ist, wenn wir mit einer gemeinsamen Vision und einem einheitlichen Ziel zusammenarbeiten.“
📌 FIFA vs. UEFA
- Beide Verbände konkurrieren um dieselben TV-Gelder, Sponsoren und Märkte. Die UEFA will ihre lukrative Champions League sowie die Europameisterschaft schützen, während die FIFA versucht, durch neue Turniere oder Beteiligungsmodelle für Investoren eigene Milliarden-Einnahmen zu generieren.
- Die FIFA erweitert ihre Wettbewerbe – etwa mit einer stark vergrößerten Klub-WM und Plänen für häufigere Weltmeisterschaften – spürbar auf das Territorium des europäischen Fußballs. Die UEFA sieht dadurch das Ansehen und die Termin-Exklusivität ihrer eigenen Club- und Nationalmannschaftswettbewerbe gefährdet.
- Die ständige Ausweitung des Spielplans führt zu einer Überlastung von Spielern und Vereinen. Die UEFA und europäische Top-Klubs werfen der FIFA vor, den Terminkalender einseitig zu überfüllen und die Gesundheit der Profis für kommerzielle Interessen aufs Spiel zu setzen.
Vor wenigen Monaten klang der Top-Funktionär aus Bahrain noch völlig anders. In einem gemeinsamen Schreiben mit den Chefs der Kontinentalverbände aus Europa (UEFA) sowie Nord- und Mittelamerika und der Karibik (Concacaf) hatte er Infantino scharf attackiert. Katar übte an diesem Vorgehen anschließend deutliche Kritik. Mittlerweile schlägt der AFC-Präsident im laufenden Machtkampf deutlich moderatere Töne an.
Bereits Anfang Oktober stellten sich 22 arabische Verbände hinter Infantino. Darunter befanden sich allein zwölf Vertreter aus Asien. Auch der afrikanische Kontinentalverband Caf meldete unlängst, dass seine 54 Fußballverbände fest an der Seite des Schweizers stehen.
Im vergangenen Sommer geriet der FIFA-Boss massiv unter Beschuss. Ein Vorstoß, die WM-Rechte durch externe Investoren vermarkten zu lassen, scheiterte letztlich und brachte ihn in Erklärungsnot. Teile der Fußball-Welt kritisieren zudem seinen Führungsstil scharf. Als Reaktion auf den Gegenwind bot Infantino seinen Kritikern kürzlich zum ersten Mal Gespräche über mögliche Reformen innerhalb der FIFA an.
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Seit 2016 lenkt der Schweizer die Geschicke des Weltverbandes. Beim kommenden FIFA-Kongress im März 2027 im marokkanischen Rabat peilt er seine Wiederwahl an. Verbände aus Europa und dem Concacaf-Raum hatten ihm im Vorfeld das Vertrauen entzogen. Bislang konnte sich die UEFA jedoch auf keinen gemeinsamen Gegenkandidaten einigen. Die Opposition muss nun bis zum Ende des 18. Novembers offiziell einen Bewerber benennen.