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Annett Kaufmann blickt positiv auf die EM in Ljubljana zurück. Im Einzel schafft sie es bis ins Finale. Dort dreht sie mehrfach Sätze, doch der letzte Schritt fehlt.
Ljubljana – Annett Kaufmann und die Tischtennis-Europameisterschaften in der slowenischen Hauptstadt Ljubljana, das war schlichtweg eine Erfolgsgeschichte für die Kolbermoorer Bundesliga-Tischtennisspielerin. Nach der Bronzemedaille im Doppel wurde sie Vizeeuropameisterin im Einzel. Im Finale verlor sie hauchdünn in sieben Sätzen gegen die Russin Elizabet Abraamian.
Bevor Kaufmann ihre Erfolgsgeschichte schreiben konnte, musste sie doch noch einen kleinen Dämpfer hinnehmen. Im gemischten Doppel ging sie mit dem für den Erstligisten 1. FC Saarbrücken spielenden Patrick Franziska ins Rennen. Nach überstandener erster Runde fanden sie in Runde zwei nicht richtig ins Spiel und schieden gegen die französische Paarung Poret/Pavade nach vier Sätzen aus.
Besser lief es hingegen im Doppel mit der Berlinerin Nina Mittelham. Besonders das Achtelfinale gegen die schwedische Paarung Källberg/Bergand, das mit 3:1 zugunsten des deutschen Damenduos endete, war herausragend. Nach dem 3:1-Viertelfinalsieg gegen die Serbinnen Izabel Lupulesku sowie Sabina Surjan traf das deutsche Duo im Halbfinale auf die Polinnen Brzyska/Wielgos. In einem Duell auf Augenhöhe verlor man nach fünf Sätzen. Dabei bezeichnete Kaufmann den zweiten Durchgang als Knackpunkt, da man hier eine 9:8-Führung nicht über die Runden brachte. Nachdem bei Veranstaltungen dieser Art der dritte Platz nicht ausgespielt wird, hatte die Kolbermoorerin mit ihrer Partnerin die Bronzemedaille sicher.
Im Einzelwettbewerb sollte dann aber noch eine Steigerung folgen. Die ersten beiden Runden absolvierte die 20-Jährige verhältnismäßig souverän, woraufhin sie beim 4:1-Erfolg gegen die Russin Mariia Tailakova im dritten Durchgang im letzten Satz ein grandioses Satzcomeback hinlegte. Gegen Xiaoxin Yang aus Monaco gewann sie mit 4:2 nach einem knappen 12:10 im letzten Satz. Spannender wurde es da schon im Achtelfinale. Gegen die 63-jährige Luxemburger Penholderspielerin Ni Xia Lian, die aber immer noch zur erweiterten Weltspitze zählt, setzte sich Kaufmann im Duell der Generationen mit 4:1 durch.
Im Viertelfinale traf sie dann auf ihre Nationalmannschaftskollegin Ying Hang. Doch auch hier ließ sich Kolbermoors Spitzenspielerin die Butter nicht vom Brot nehmen und schoss die für den polnischen Spitzenklub KTS Tarnobrzeg spielende Deutsche mit 4:0 von der Platte. Im Halbfinale kreuzte sich der Weg mit ihrer Doppelpartnerin Nina Mittelham, die sie mit 4:3 eliminierte. Nach der 2:0-Satzführung schien es auf ein schnelles Ende hinauszulaufen. Die Berlinerin schaffte aber tatsächlich den 2:2-Ausgleich und gewann sogar Durchgang Nummer fünf. Kaufmann gab allerdings nicht auf, glich durch ein 11:4 zum 3:3 aus und lag im siebten Satz beim Seitenwechsel mit 5:2 in Führung. Diesen Vorsprung baute sie anschließend aus und gewann mit 11:4.
Das Endspiel, in dem die Jugend-Europameisterin auf die Russin Elizabet Abraamian traf, war nichts für schwache Nerven. Kaufmann lag nach den ersten beiden Sätzen mit 0:2 zurück, wobei sie aber in Durchgang Nummer eins bei einer 10:9-Führung die Chance hatte, den Satz für sich zu entscheiden. Dennoch schaffte sie den 2:2-Ausgleich, wobei ihr im vierten Satz eine Aufholjagd gelang, die ihresgleichen suchte. 3:9 lag sie im Hintertreffen und hatte am Ende die Nase mit 11:9 vorn. Im fünften Satz hatte sie die Möglichkeit, selbst in Führung zu gehen. Doch eine 10:8-Führung ließ sie ungenutzt und unterlag mit 10:12. Nach dem Ausgleich zum 3:3 geriet Kaufmann bis zum Seitenwechsel mit 1:5 in Rückstand, von dem sie sich nicht mehr erholte. Sie konnte zwar noch auf 6:8 verkürzen, unterlag dann aber mit 6:11. Obwohl der letzte Schritt fehlte, feierte die Kolbermoorerin ihren größten Einzelerfolg bei einer Europameisterschaft im Erwachsenenbereich. In einem Interview erklärte sie: „Ich habe alles gegeben und werde sicherlich positiv auf diese Europameisterschaft zurückblicken“.
Für die Luxemburgerin Enisa Sadikovic, die in der Tischtennis-Bundesliga für Kolbermoor an der Platte steht, war dagegen schon frühzeitig Schluss. Im Einzelwettbewerb schlug sie in der Qualifikation zwar Amelia Uce-Nikolov aus Nordmazedonien glatt in drei Sätzen, musste dann aber in der zweiten Runde der Tschechin Karin Grofova nach der Fünfsatzniederlage zum Sieg gratulieren und fand sich nunmehr in der Zuschauerrolle. Im Doppelwettbewerb, in dem sie mit der Britin Hannah Silcock an den Start ging, war nach Runde eins bereits Schluss.