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Daniel Thioune erklärt, warum es manchmal anspruchsvoll ist, mit Niclas Füllkrug zu arbeiten – und was ihn am Stürmer von Werder Bremen begeistert!
Bremen – Ganz am Anfang, inzwischen mehrere Wochen her, stand dieses Telefonat zwischen Trainer und Stürmer, nach dem der Trainer, Daniel Thioune, ein sehr gutes Gefühl hatte: Ja, das könnte schon passen mit Niclas Füllkrug zurück beim SV Werder Bremen. So hat sich Thioune kürzlich an die erste Kontaktaufnahme vor dem Transfer erinnert, an den Beginn der gemeinsamen Geschichte, die bis dato eine echte Erfolgsgeschichte ist. Das jüngste Kapitel: Nach dem 2:2 gegen den SC Paderborn gab es nicht nur ein dickes Lob des Trainers für den Torjäger, sondern auch einen interessanten Einblick ins Binnenverhältnis zwischen dem Vorgesetzten und seinem wichtigsten Mitarbeiter.
Zwischen vielen Sätzen zur Spielanalyse, Chancenverwertung und allgemeinen Situation des SV Werder Bremen im Oktober 2026 war eine spannende Aussage von Daniel Thioune am Samstagabend etwas untergegangen. Während der Pressekonferenz nach dem Paderborn-Spiel sagte der 52-Jährige über Niclas Füllkrug: „Für mich als Trainer ist es häufiger auch mal anspruchsvoll, mit ihm zu arbeiten.“ Eingebettet war der Satz in etliche andere, die Wertschätzung und Anerkennung gegenüber dem Stürmer zum Ausdruck brachten. Sie klangen so: „Als Trainer versucht man immer, das große Ganze zu sehen, aber es gehört sich vielleicht auch einfach mal zu sagen: Ehre, wem Ehre gebührt. Niclas macht es seit Wochen überragend.“ Macht er.
Sieben Tore in sieben Pflichtspielen, sechs davon in der Bundesliga, erzielt an fünf Spieltagen am Stück. Nationalspieler-Werte. Auch wenn Niclas Füllkrug das DFB-Thema öffentlich meidet wie sonst nur Abseitspositionen und Verteidigerbeine. Und mit diesem Mann soll die Zusammenarbeit anspruchsvoll sein? Inwiefern, Daniel Thioune?
Der Trainer des SV Werder Bremen spricht gerne bildlich, beispielsweise davon, „Räume zu betreten“, wenn es um bestimmte Themen geht. Die Tür zum „Raum Füllkrug“ hat er im Nachgang des Paderborn-Spiels noch einmal weit aufgemacht – und erklärt, wie es abseits der Spieltage eigentlich so läuft mit dem 33-Jährigen, dem der Osterdeich, ja eigentlich ganz Bremen derzeit zu Füßen liegt.
„Natürlich erwartet ein Spieler wie Niclas viel von einem Trainer“, berichtet Thioune und präzisiert: „Viel Klarheit im Training und der Analyse.“ WM- und EM-Teilnahme, Champions-League-Finale mit Dortmund, Premier League mit West Ham, Serie A mit der AC Mailand – Niclas Füllkrug bringt schillernde Vergleichswerte mit, auf Topniveau. Zwar wird er gut einschätzen können, dass die Verhältnisse beim SV Werder Bremen deutlich bescheidener sind. Ansprüche schließt das aber nicht aus.
„Er erwartet, dass wir die Dinge auf dem Platz umsetzen“, erklärt Daniel Thioune. Niclas Füllkrug ist wach, arbeitet hart und akribisch an sich selbst und für das Team. Und fordert genau das auch von den Menschen um sich herum ein. Dass er dabei auch anecken, die Kollegen regelrecht nerven kann, ist aus seiner Bremer Vergangenheit bekannt, aktuell aber nicht der Fall.
„Jede Trainingseinheit mit ihm ist definitiv mit sehr viel Inhalt, aber gleichermaßen auch Spaß behaftet“, betont Daniel Thioune, der Niclas Füllkrug bereits „Lokomotive“ genannt hat. Einer, der andere mitzieht, vorneweg geht. Und dessen Windschatten auch mal Raum zum Atmen gibt. Dafür investiert Füllkrug im goldenen Herbst seiner Karriere viel. Mit seinen 33 Jahren weiß er längst, wie sehr ein nicht gesunder, nicht fitter Körper bremsen kann. „Ich finde es unglaublich, wie viel er nachbereitet, wie viel er im Anschluss an eine Trainingseinheit noch macht“, staunt der Chefcoach des SV Werder Bremen. Womit nicht nur körperliche Extra-Schichten gemeint sind, sondern auch: der Redebedarf des Spielers.
„Da müssen meine Co-Trainer eine Menge mit ihm diskutieren“, sagt Daniel Thioune. „Eine gute Balance“ dabei zu finden, sei durchaus eine Aufgabe. Niclas Füllkrug fordert. Nicht nur die Gegenspieler auf dem Platz. „Das meinte ich mit anspruchsvoll“, erklärt der Cheftrainer des SV Werder Bremen, der sich der Herausforderung aber liebend gerne stellt.
Zum einen, weil sie mit Toren belohnt wird, klar. Aber auch, weil Niclas Füllkrug eine Werder-Figur ist, wie es sie in dieser Form kein zweites Mal gibt. „Es ist nicht immer nur das, was er auf dem Platz macht, sondern auch das, was in der Kabine passiert. Niclas ist sich nie zu schade dafür, immer noch ein bisschen mehr zu machen“, sagt Daniel Thioune – und hält fest: „Er steht gerade sinnbildlich für uns als Mannschaft.“ (dco)