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Genesis erlebt beim vorletzten Rennen der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) in Barcelona ein Wochenende mit zwei Gesichtern: Auf die starke Qualifikation mit der ersten Hypercar-Pole der Marke folgt ein enttäuschendes Rennen. Daniel Juncadella wirft sich nach einem Fehler in der ersten Runde selbst vor, mit dem Ausrutscher den Grundstein für das schwache Ergebnis gelegt zu haben.
"Das habe ich verkackt. Tut mir leid für das Team", räumt Juncadella nach dem Rennen ein. "Später war es ein schwieriges Rennen mit einigen Rückschlägen, aber wir machen weiter."
Der Spanier übernahm beim Start der 6 Stunden von Barcelona im Genesis GMR-001 mit der Startnummer 19 zunächst die Führung, fiel nach einem Ausritt in der fünften Kurve jedoch bis auf Platz 16 zurück. Am Ende belegten Juncadella, Mathieu Jaminet und Paul-Loup Chatin Rang elf.
Damit verpasste das Trio die Punkteränge knapp und beendete das Rennen eine Runde hinter dem siegreichen Toyota TR010 Hybrid von Sebastien Buemi, Ryo Hirakawa und Brendon Hartley.
Der 35-Jährige, der vor heimischem Publikum antrat, übernahm die Verantwortung für seinen Fehler in der Anfangsphase. Nach einem starken Start von Startplatz drei überholte er zunächst Toyota-Pilot Buemi und seinen Genesis-Teamkollegen Andre Lotterer. Beim Anbremsen von Kurve eins setzte er sich an die Spitze des Feldes.
Doch die Strecke war nach nächtlichem Regen noch nass und entsprechend schwer einzuschätzen. In Kurve fünf verlor Juncadella die Kontrolle über das Auto, kam von der Strecke ab und fiel bis auf Platz 16 zurück. Nur der Alpine #35 (Milesi/Habsburg), der bei einer Kollision in der Startphase gedreht worden war, lag noch hinter ihm.
"Das Ergebnis ist definitiv frustrierend. Es gibt viele Bereiche, die wir analysieren müssen, aber für mich persönlich war es einfach ein schlechter Tag", erklärt Juncadella. "Ich hatte einen guten Start und war vier Kurven lang gut unterwegs. Dann habe ich die Haftung und den Bremspunkt falsch eingeschätzt und bin von Platz eins ans Ende zurückgefallen. Das war sehr ärgerlich."
Mathys Jaubert erzielte die erste Genesis-Pole in der WEC
Foto: JEP
Zwei frühe Safety-Car-Phasen halfen dem Spanier, sich bis zum Ende der ersten Rennstunde trotz mehrerer Ausritte wieder in die Top 10 vorzuarbeiten. Auf nasser Strecke war Genesis konkurrenzfähig. Als die Fahrbahn jedoch abtrocknete, fehlte dem Neueinsteiger das Tempo, um noch um Punkte zu kämpfen.
"Bei Nässe waren wir wirklich stark, und ich habe mich bis auf Platz acht zurückgekämpft. Das war sehr erfreulich. Als es abtrocknete, waren wir aber nicht mehr so konkurrenzfähig, wie wir es uns gewünscht hätten", sagt Juncadella.
"Während des Rennens gab es einige kleinere Rückschläge, durch die wir wieder zurückfielen. Obwohl wir eine Runde verloren hatten, kamen wir den Punkten noch sehr nahe. Leider hat es am Ende nicht gereicht."
Auch das Schwesterauto hatte im Rennen Schwierigkeiten. Der Genesis #17 (Lotterer/Derani/Jaubert), der am Samstag noch für die erste Hypercar-Pole der Marke gesorgt hatte, erlebte einen problematischen Rennverlauf. Lotterer fiel in der ersten Runde von Platz eins auf Rang drei zurück. Anschließend wurde er durch ein technisches Problem beeinträchtigt, das vermutlich mit der Traktionskontrolle zusammenhing.
Nachdem der Deutsche ebenfalls einen Ausritt gehabt hatte und auf Platz 14 zurückgefallen war, kassierte der Routinier zudem eine Durchfahrtsstrafe wegen eines Verstoßes während einer Full-Course-Yellow-Phase. Damit verlor der Genesis #17 eine Runde auf die Spitze.
Die Hoffnung auf ein Top-Resultat erfüllte sich für Genesis nicht
Foto: Paul Foster
Dabei hatte Genesis am Samstag auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya noch einen starken Eindruck hinterlassen. Mathys Jaubert sicherte der Marke die erste Poleposition in der Hypercar-Klasse. Jaminet qualifizierte den Schwesterwagen auf Rang drei. Beim ersten WEC-Auftritt in Spanien schien das Team damit bestens aufgestellt.
Im Rennen zerplatzten die Hoffnungen jedoch bereits innerhalb der ersten Stunde. Technische Schwierigkeiten und Fahrfehler warfen beide Fahrzeuge aus dem Kampf um die Punkteränge.
Justin Taylor, Chefingenieur von Genesis, bezeichnete den Renntag als wichtige Erfahrung für den neuen Hersteller. Trotz der starken Qualifikation sei deutlich geworden, dass das Team in der Hypercar-Klasse noch viel lernen müsse.
"Es war ein Tag, der den Charakter aller Beteiligten auf die Probe gestellt hat, von den Fahrern über die Ingenieure bis hin zu den Mechanikern", sagt Taylor. "Angesichts unseres Tempos über eine einzelne Runde gestern waren unsere Erwartungen für das Rennen ziemlich hoch. Aber es ist offensichtlich, dass wir noch viel lernen müssen."
Vor allem kleinere technische Probleme kosteten nach Taylors Einschätzung zu viel Zeit. "Wir hatten einige kleinere technische Schwierigkeiten, deren Behebung einfach zu lange gedauert hat. Dadurch haben wir am Ende zu viel Zeit verloren."
Für Genesis gehe es nun darum, die Ursachen aufzuarbeiten und die richtigen Schlüsse zu ziehen. "Das ist alles Teil des Lernprozesses. Wir müssen uns diese Probleme genau ansehen und sicherstellen, dass wir in Monza besser vorbereitet zurückkommen."