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Wie ein Ritter wollte Michael Ballack Lennart Karl vor seinen Kritikern beschützen. Das erscheint edel, wenn da nicht ein Interessenkonflikt wäre. Weist der Fall etwa Parallelen zum WM-Sommer auf?
Gut, dass es in der Fußballbranche noch Menschen gibt, die jungen Spielern wie Lennart Karl zur Seite springen. Michael Ballack ist so einer. Wie ein edler Ritter wollte der ehemalige Kapitän der Nationalmannschaft am Samstag dahergeritten kommen und nach der Kritik von Uli Hoeneß und Lothar Matthäus am Jungstar eine Lanze für ihn brechen.
Das einzige Problem: Ballack ist nicht nur Experte bei DAZN. Er ist auch Spielerberater von Karl. Was eher den Verdacht nahelegt, dass er alles durch die rosarote Brille sieht, wenn es um seinen Schützling geht. Und uns plötzlich gar nicht mehr so edel vorkommt. Sondern eher wie ein Interessenkonflikt.
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Aber so ist das mit vielen Experten im Fußball. Sie sollen den Menschen vor den Fernsehern das Spiel erklären (was leider den wenigsten gelingt), nutzen diese Bühne aber oft für sich und ihre Interessen.
Wo soll das enden? Was führen die vermeintlichen Fußball-Erklärer als Nächstes im Schilde? Wir spinnen mal ein wenig herum. Denkbar wäre Folgendes: Ein Kandidat für eine mögliche Bundestrainer-Nachfolge könnte, sagen wir, während eines großen Turniers als TV-Experte am Stuhl des aktuellen Cheftrainers sägen, um selbst Platz auf dem Thron nehmen zu können.
Das wäre, nun ja, auch ein Interessenkonflikt – und obendrein ziemlich geschmacklos. Dass es irgendwann mal so weit kommt, können wir uns aber beim besten Willen nicht vorstellen. Ballack ist ja Berater, kein Trainer.