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Hinter den beiden spanischen Giganten liegen turbulente Spiele in LaLiga: Sowohl Spitzenreiter FC Barcelona (5:2 gegen Betis) als auch Erzrivale Real Madrid (4:1 gegen den FC Sevilla) gewannen am Wochenende deutlich. Hinterher aber stand jeweils eine vermeintliche Bevorzugung im Fokus der Berichterstattung.
Den Anfang machte Barcas spektakuläres 5:2 am Samstag beim Tabellenvierten Betis. Unter anderem wegen eines von Lamine Yamal provozierten Platzverweises gegen Betis-Mittelfeldspieler Facundo Bernal schäumte Betis-Trainer Manuel Pellegrini später vor Wut und sprach von "einer Schande" sowie "unverständlichen und unerklärlichen Entscheidungen".
Da Barcelona und Schiedsrichter vor allem bei Real ein Reizthema sind, wurde Real-Trainer Jose Mourinho am Sonntag nach dem Erfolg seiner Mannschaft gegen den FC Sevilla danach gefragt. Konkret wollte ein Reporter wissen, was er von der Spielleitung von Schiedsrichter Ricardo de Burgos gehalten haben.
Mourinho lieferte eine überraschende Antwort: "Ich habe es nicht gesehen. Keine Wiederholung, keine Highlights, nichts. Ich habe stattdessen Leipzig geschaut." Das Spiel von Reals kommendem CL-Gegner Leipzig gegen den FC Bayern in der Bundesliga (1:6) fand zeitgleich mit Barcelonas Spiel bei Betis statt.
Mourinho erklärte: "Ich wollt nur an Sevilla denken, aber die Hausaufgaben für dieses Spiel waren schon erledigt." Er sei in der Vorbereitung auf ein Spiel "oldschool" und quartiere sich vor Partien alleine oder mit einem Assistenten im Trainingszentrum Valdebebas ein: "Ich kann mich da gut konzentrieren. Ich habe Bayern gegen Leipzig geschaut und nichts anderes mitbekommen. Das ist kein Witz, ich habe es wirklich nicht gesehen."
Da die Partie dann hohe Wellen schlug, ging sie aber doch nicht spurlos an ihm vorbei: "Später habe ich das Gerede darüber vernommen. Und es hat mich auch nicht überrascht." Lächelnd ergänzte er: "Ein normaler Tag im Büro."
Allerdings witterte auch Reals Gegner vom Sonntag eine Benachteiligung. Beim FC Sevilla war man sich unisono einig, dass Traumtorschütze Arda Güler wegen eines vermeintlichen Ellenbogenschlags im Laufduell mit Peque Fernandez hätte vom Platz fliegen müssen.
Dazu wollte Mourinho sich nicht äußern, schließlich gebe es keine TV-Bilder, die den Vorfall eindeutig auflösten. Aber: Falls Real einmal bevorteilt werden sollte, werde er "nicht zögern, dies zuzugeben", so der Portugiese.
Real (gegen Leipzig) und Barcelona (gegen PSG) sind also unter der Woche in der Champions League im Einsatz. Anschließend richtet sich der Fokus auf das direkte Duell in der Meisterschaft. "Vor Mittwoch um 23 Uhr werde ich keine Minute an unseren nächsten Gegner in der Liga verschwenden", stellte Mourinho klar.
Mourinhos Blancos stehen beim Gastspiel im Camp Nou am Sonntagabend bereits unter Druck: Sie belegen in der Tabelle nach neun Spieltagen nur den dritten Platz und haben auf den souveränen Spitzenreiter Barca schon sechs Zähler Rückstand.