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Die DFB-Pokal-Auslosung macht mich wütend: Das ist doch Unsinn
Der DFB-Pokal wäre mit einer Regel viel spannender. So ist er ein Freibrief für den Favoriten. (Foto: Christian Charisius/dpa)

David gegen Goliath! Im DFB-Pokal macht genau das den Reiz aus. Ein Underdog schlägt den Favoriten. Ein Erlebnis für manche Anhänger einmal im Leben. Jüngstes Beispiel? Arminia Bielefeld, das bis zum Finale 2025 einige Erstligisten ausschalte, darunter das damals von Xabi Alonso trainierte Bayer Leverkusen. Was ein Märchen! Ganz Fußball-Deutschland sprach darüber. Und warum? Weil Bielefeld als Drittligist das Heimrecht hatte. Die Alm feierte, für die Fans bleibt das unvergesslich.

DFB-Pokal-Auslosung: Bayern und Stuttgart haben richtig Glück

Am 1. November wurde das Achtelfinale ausgelost. Zehn Bundesligisten, darunter Favoriten wie der FC Bayern, Borussia Dortmund, RB Leipzig, VfB Stuttgart oder Bayer 04 Leverkusen. Was aber hier nicht gilt: Heimrecht des Zweitligisten. Amateure haben immer Heimrecht – darunter zählt der Drittligist, Zweiligisten sind freilich keine Amateure, aber genau hier müsste der DFB eingreifen. Der FC Bayern München empfängt jetzt daheim Hertha BSC, der VfB Stuttgart darf in der MHP Arena gegen Dynamo Dresden ran. Borussia Mönchengladbach freut sich auf den SV Darmstadt. Das ist doch Unsinn!

Der Rekordpokalsieger FC Bayern hat Osnabrück (4:1) in Runde eins an der Bremer Brücke ausgeschaltet. In Runde zwei kam Magdeburg (6:1) in die Allianz Arena, in Runde drei nun die Hertha nach München. Das finde ich falsch. Der Zweitligist muss das Heimrecht genießen, sollte er auf den Bundesligisten treffen. Auch in den Relegationsspielen am Ende des Jahres setzte sich in der Historie überwiegend der Bundesligist durch, der finanzielle Spagat ist einfach zu groß.

In Runde zwei gab es etliche Beispiele, die das Erlebnis DFB-Pokal ausmachten. Augsburg strauchelte lange bei Drittligist Großaspach, gleiches galt für Leipzig bei Traditionsverein Rot-Weiß Essen. Am Ende setzte sich jeweils der Favorit durch, aber nur mit viel Mühe.

DFB-Pokal mit Heimrecht: Bitte ändert das!

Dahingegen besiegte Bochum daheim Mainz, Dresden schaltete Schalke aus, Kiel die TSG Hoffenheim. Ja, Elversberg verlor gegen Darmstadt, aber Ausnahmen bestätigen die Regel. Es ist für Fans ein einmaliges Erlebnis, wenn im tristen Alltag der Zweit- oder Drittligazugehörigkeit der Erstligist kommt. Die Hafenstraße in Essen hat gebrannt! Andersherum ist die Freude nur halb so groß, wenn überhaupt.

Ich bin mir sicher, dass sich Bayern-Fans nicht um Karten gegen Hertha BSC prügeln werden. Und als neutraler Fan freue ich mich mehr auf die Partien, bei denen die Kräfteverhältnisse mit dem Heimrecht besser aufgeteilt werden. Kaiserslautern empfängt den SC Freiburg. Auch Kiel kann sich Chancen ausrechnen, wenn bei Wind und Wetter auf heimischen Geläuf bei eisigen Temperaturen der 1. FC Köln an die Ostsee kommt. Der VfL Bochum hat die Möglichkeit auf eine Überraschung im Ruhrstadion gegen Augsburg. Würde überall der Bundesligist daheim spielen, würden die meisten doch schon vor den Spielen abwinken.

Ja klar, natürlich ist einem Spiel alles möglich, aber lasst den unterklassigen Verein daheim spielen, bitte. Wenn Dresden oder Hertha weiterkommen sollten, werde ich mir einiges anhören. Die Wahrscheinlichkeit ist aber deutlich höher, dass auf ARD vier- bis sechsmal das „Yabadabadoo“ durch die Lautsprecher hallt und die Nachrichten in der Halbzeit das Spannendste sind.

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