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Niedersachsenderby: Braunschweig feiert Derbysieg gegen Hannover - Pyro-Ärger kurz vor Schluss

Eintracht Braunscheig hat das 185. Niedersachsenderby gegen Hannover 96 mit 2:0 (1:0) gewonnen und die Krise beim Erzrivalen damit verschärft. Max Marie und Yann Sturm sorgten mit ihren Toren für den ersten "Löwen"-Sieg gegen die "Roten" seit Oktober 2024.

Braunschweigs Erfolg vor 22.100 Zuschauern im Stadion an der Hamburger Straße war aufgrund einer starken Leistung der Hausherren im ersten Abschnitt nicht unverdient. Allerdings war Hannover im zweiten Abschnitt tonangebend und besaß gute Ausgleichschancen, sodass ein Remis durchaus leistungsgerecht gewesen wäre.

96 blieb damit auch im dritten Spiel unter dem neuen Trainer Sandro Wagner sieglos und musste die Eintracht in der Tabelle an sich vorbeiziehen lassen. Für den selbsternannten Aufstiegskandidaten, der auf Rang 16 abrutschte, heißt die Realität: Abstiegskampf.

Dieser Umstand sowie die Pleite gegen den Erzrivalen sorgten beim mitgereisten Anhang für Frust. In der Nachspielzeit zündeten Fans Pyrotechnik, sodass schwarze Rauchschwaden durchs Stadion zogen. Die Feuerwehr sowie Rettungskräfte waren im Inneren der Arena im Einsatz. Schiedsrichter Tobias Reichel (Stuttgart) unterbrach die Partie für einige Minuten.

96-Fans provozieren Braunschweiger Anhang

Nachdem die Eintracht in der Vorsaison beim 0:3 im Hinrunden-Duell im eigenen Stadion sportlich vom Erzrivalen gedemütigt worden war, wurde nun vor Beginn der Partie der Braunschweiger Anhang von den 96-Fans entwürdigt. Denn im Gäste-Block wurde Material der ursprünglich von den BTSV-Ultras für das Derby geplanten Choreografie hochgehalten, das vor zwei Wochen mutmaßlich von Anhängern der "Roten" entwendet worden war.

Die Eintracht-Fans reagierten mit hasserfüllten Schlachtrufen auf die Provokation der Gäste-Anhänger. Zuvor waren im Stadion Zettel der Braunschweiger Ultras mit der Information verteilt worden, dass die Choreografie wegen des Diebstahls nicht umsetzbar sei.

Marie staubt nach Weinkauf-Patzer zur BTSV-Führung ab

Der Stimmung bei den Heim-Fans tat dies jedoch keinen Abbruch. Zumal ihr Team von Beginn an deutlich machte, dass es nun nicht auch noch einen Punkte-Klau der Hannoveraner dulden wolle. Die Eintracht setzte 96 sofort unter Druck, ließ zunächst aber wie in den Vorwochen im letzten Dritten des Feldes die nötige Entschlossenheit vermissen.

Dann aber kam Gäste-Keeper Leo Weinkauf dem BTSV zur Hilfe. Einen eigentlich unplatzierten Schuss von Junior Zé ließ der 30-Jährige nach vorne abprallen - Marie war zur Stelle und staubte zum 1:0 ab (17.)

Hannover im Angriff ideen- und harmlos

Hannover war anschließend bemüht, die Spielkontrolle zu erlangen. Die Wagner-Elf hatte auch etwas mehr Ballbesitz, bekam aber kein Tempo und deswegen auch keine Tiefe in ihr Spiel. Konzeptionell war der Vortrag von 96 im ersten Abschnitt absolut enttäuschend. Braunschweigs Schlussmann Ron-Thorben Hoffmann verlebte die wohl ruhigste erste Hälfte in dieser Saison.

Hannovers Benjamin Källman und Braunschweigs Isidoros Koutsidis

Hannover um Stürmer Benjamin Källmann (3.v.l.) blieb im ersten Abschnitt ohne gefährlichen Abschluss.

Und Seine Teamkameraden verteidigten nicht nur gut, sondern initiierten auch einige gute Gegenstöße. Gegen die nicht immer stattelfest wirkende Hannoveraner Abwehr wäre ein zweites Tor möglich gewesen, wenn die BTSV-Spieler bei der Finalisierung ihrer Angriffe mehr Mumm und Mut bewiesen hätten.

Kälmann und Thordarson verpassen Ausgleich

Kurz nach dem Seitenwechsel wären die Gäste dann beinahe mit freundlicher Braunschweiger Unterstützung zum Ausgleich gekommen. Nach einem schwachen Rückpass von Andi Hoti stürzte Hoffmann aus seinem Kasten, schoss seinen Verteidiger an, von dessen Körper der Ball Benjamin Källmann vor die Füße fiel. Der Finne zog sofort aus 25 Metern ab, verfehlte das Gehäuse aber recht deutlich (47.).

Braunschweigs Junior Zé (links) und Hannovers Stefan Teitur Thordason

Stefan Teitur Thordarson hatte das 1:1 für 96 auf dem Fuß.

Noch näher war bald darauf Stefan Teitur Thordarson am Ausgleich dran. Den Schuss des Isländers ins rechte Eck konnte Hoffmann gerade noch mit den Fingerspitzen um den Pfosten lenken (56.).

Hoffmann muss verletzt ausgewechselt werden

Der im ersten Abschnitt nahezu beschäftigungslose BTSV-Keeper stand sechs Minuten später erneut im Mittelpunkt. Zweimal rettete der Eintracht-Kapitän in höchster Not gegen Källmann (62.), bekam beim zweiten Abschluss des Stürmers den Ball aber mit voller Wucht gegen den Kopf, blieb benommen liegen und musste nach kurzer Behandlungspause ausgewechselt werden (66.). Für ihn rückte Sommerzugang Benjamin Uphoff ins "Löwen"-Tor.

Ernsthaft geprüft wurde der vormalige Keeper des FC Hansa Rostock allerdings nicht mehr. Hannover, bei dem in der Schlussphase in Tom Hobrecht und Merlin Sinanovic zwei Youngster ihre Profi-Debüts feierten, konnte nach der Verletzungspause kaum noch Druck erzeugen.

Sturm trifft - Hannovers Fans zündeln

Die Hausherren hatten kaum Probleme, den Vorsprung zu verteidigen und sorgten in Person von Sturm, der per Linksschuss traf (90.+2), für die Entscheidung. Das war zu viel für einige 96-Fans. Sie vermummten sich und begannen zu zündeln. Referee Reichelt bliebt nichts anderes übrig, als die Partie zu unterbrechen. Somit wird das Niedersachsenderby ein Nachspiel haben. Möglicherweise findet das kommende mit weniger oder im schlimmsten Falle gar keinen Gäste-Fans statt.

Dieses Thema im Programm: NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 25.10.2026 | 15:00 Uhr

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