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Schalke 04 bleibt ohne Bundesliga-Heimtor, Mainz 05 schießt sich auswärts zu einem Vereinsrekord: Beim Mainzer 1:0 (1:0)-Sieg auf Schalke setzten sich am Samstagnachmittag zwei Serien fort.
Phillip Tietz sorgte mit seinem Treffer in der 24. Spielminute für den hochverdienten Mainzer Erfolg. Für die Gäste war es der dritte Auswärtssieg in dieser Spielzeit und saisonübergreifend sogar der fünfte in Serie - Vereinsrekord. "Es läuft momentan super schön, ich bin extrem glücklich darüber", freute sich Matchwinner Tietz am Sportschau-Mikrofon.
Schalke 04 hingegen zeigte ein schwaches Spiel und blieb auch im dritten Heimspiel der Saison ohne eigenen Treffer. Bester Schalker war Torhüter Loris Karius, der mehrfach stark hielt und eine höhere Niederlage verhinderte.
"Wir haben die ganze erste Halbzeit und Teile der zweiten komplett verschlafen", sagte Karius. "Dann wird es schwer, was gegen Mainz zu holen. Sie haben ihren Plan perfekt umgesetzt, die Duelle gewonnen und waren bei zweiten Bällen da."
Schon in den ersten 60 Sekunden hatten sich die Mainzer zwei Großchancen erspielt. Jeweils war es Sheraldo Becker, der der königsblauen Defensive entwischte und innerhalb kürzester Zeit zweimal alleine vor Torwart Loris Karius auftauchte. Doch im Gegensatz zu seinen schläfrigen Mannschaftskollegen war der 33-Jährige von Beginn an hellwach und bewahrte sein Team vor einem frühen Rückstand.
Starke Paraden: Loris Karius rettet für Schalke mehrfach
Schalke-Trainer Miron Muslic sah sich früh gezwungen, lautstark korrigierend einzugreifen. Doch auch wenn sich seine Elf etwas stabilisierte, blieben die Mainzer klar am Drücker. Anders als bei der 3:4-Niederlage in der Vorwoche gegen Leverkusen hatte Mainz das Spiel komplett im Griff und ließ kaum etwas zu.
Der Führungstreffer der Gäste war die logische Folge einer einseitigen ersten Halbzeit. Kaishu Sano leitete den Angriff mit seinem Zuspiel auf die rechte Seite ein, wo Anthony Caci den Ball präzise an den Fünfmeterraum spielte. Dort schaltete Tietz schneller als Nikola Katic und lenkte den Ball in klassischer Mittelstürmer-Manier zum 1:0 ins Tor.
Phillip Tietz jubelt, Hasan Kurucay blickt konsterniert drein
Der Rückstand als Weckruf für den Aufsteiger? Nein, weiterhin kam von Schalkes Offensive um Edin Dzeko, der von Beginn an auflief, gar nichts. Stattdessen mussten die Gastgeber erneut auf Karius vertrauen, der einen Becker-Distanzversuch (32.) sowie einen wuchtigen Tietz-Abschluss jeweils stark parierte (34.). Schalke hatte Glück, dass es zur Pause nur 0:1 stand.
Pause und Seitenwechsel änderten zunächst nichts an den Kräfteverhältnissen auf dem Platz. Zwar war Mainz nicht mehr ganz so torgefährlich, doch weiterhin hatte das Fischer-Team keine Probleme damit, die Schalker Angriffe schon im Ansatz zu unterbinden. Nach einer knappen Stunde wurde Dzeko (17 Ballkontakte, keine Torschussbeteiligung) mit einer blutenden Wunde am Kopf ausgewechselt.
Ohne Bindung zum Spiel: Schalkes Edin Dzeko
Immerhin: So langsam entwickelten die Gastgeber etwas mehr Zug zum Tor und drängten die Mainzer in die eigene Hälfte. Die nächsten Großchancen hatten aber erneut die 05er, als Becker zunächst bei einem Konter am Tor vorbeischoss (68.) und kurz darauf gerade noch so von Karius am Abschluss gehindert wurde (72.).
Trotz aller Mainzer Überlegenheit stand es aber nach wie vor nur 1:0, sodass für Schalke in der Schlussphase noch alles drin war. Und wenn Alexander Schwolow im Mainzer Tor nicht aufmerksam gewesen wäre, hätte Satoshi Tanaka mit der ersten echten Schalker Chance der Partie völlig überraschend für den Ausgleich gesorgt (74.).
Es war der Auftakt der ersten wirklich guten Phase der Schalker, die jetzt - angetrieben vom gewohnt lautstarken Publikum - richtig Druck machten. Mainz hingegen konnte den extrem souveränen Eindruck der ersten Stunde nicht bestätigen und verfiel in Passivität, sodass die letzten Minuten extrem viel Spannung boten. Das ersehnte Bundesliga-Heimtor fiel aber nicht mehr, sodass die Gäste ihre bemerkenswerte Auswärtsserie ausbauten.
Schalke hat am Samstagnachmittag beim 1. FC Köln die nächste Chance, zu zeigen, dass man offensiv Akzente setzen kann (15.30 Uhr). Mainz empfängt zeitgleich Werder Bremen und wird auf den ersten Heimsieg der laufenden Saison aus sein.