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Von: det
Nach ihrem kräftezehrenden Dreisatzsieg gegen die topgesetzte Antonia Ruzic war es für Bianca Andreescu in der Evening Session erneut Zeit für ein Topspiel. Diesmal wartete mit Lucrezia Stefanini die Vorjahresfinalistin und Nummer fünf der Setzliste. Von Müdigkeit war bei der Kanadierin jedoch wenig zu spüren. Mit einem Break gleich im ersten Game und einem weiteren zum 4:1 stellte sie früh die Weichen, überstand zwei enge Aufschlagspiele und holte sich den ersten Satz mit 6:2. Auch im zweiten Durchgang schlug Andreescu früh zu und transportierte ihr Break zum 2:1 bis zum 4:3. Erst mit ihrer insgesamt achten Breakchance gelang Stefanini der Service-Durchbruch 4:4.
Nachdem beide Spielerinnen ihren Aufschlag mit etwas Mühe zum 5:5 durchgebracht hatten, nahm die Kanadierin der Italienerin erneut den Service ab und verwandelte nach 1:57h ihren dritten Matchball zum 6:2, 7:5. Nach ihrem Traumjahr 2019, in dem sie in Indian Wells, Toronto und bei den US Open triumphierte (dort im Endspiel gegen Serena Williams) sowie bis auf Rang vier der Weltrangliste kletterte, wurde Andreescu immer wieder von Verletzungen ausgebremst. Ihren Biss hat „Bibi“ aber nie verloren, wie sie in Rovereto eindrucksvoll unter Beweis stellt, wo sie die Nähe der Fans genießt und mit ihrem offenen Wesen alle begeistert. Im Halbfinale trifft sie auf Lucie Havlickova.
Den Auftakt auf dem Centre Court machte Martyna Kubka, die beim Stand von 7:5, 4:2 von der Aufgabe der Tschechin Gabriela Knutson profitierte. „Es ist mein erstes Halbfinale auf WTA 125-Ebene, darüber freue ich mich sehr. Ich fühle mich hier rundum wohl, die Bedingungen liegen mir. Natürlich tut es mir sehr leid für Gabi, dass sie aufgeben musste. Trotzdem war es für mich ein tolles Match von uns beiden, und ich hoffe, dass es ihr bald besser geht. Für das Halbfinale morgen versuche ich, keine Erwartungen zu haben. Ich möchte einfach meine Zeit hier genießen und mein bestes Tennis spielen“, zeigte sich die Polin nach dem Match gelassen.
Bianca Andreescu ist die große Attraktion in Rovereto.
Die an Nummer sechs gesetzte Dominika Salkova beendete indes den märchenhaften Lauf der kroatischen Qualifikantin Lea Boskovic, die zuvor unter anderem Titelverteidigerin Oksana Selekhmeteva ausgeschaltet hatte. Nach 2:03h setzte sich die Tschechin mit 6:3, 2:6, 6:3 durch. Ihre Landsfrau Lucie Havlickova entzauberte die Schweizerin Jil Teichmann mit ihrer bemerkenswerten Schlagkraft und zog mit einem 6:2, 6:4 in die Runde der letzten Vier ein.
Für die größte Überraschung im Doppel sorgten Noemi Basiletti und Gaia Maduzzi. Die beiden Italienerinnen bezwangen das an Nummer drei gesetzte US-Duo Catherine Harrison/Dalayna Hewitt nach verlorenem ersten Satz mit 4:6, 6:1, 10-6. Die übrigen Gesetzten wurden ihrer Rolle gerecht: Rutuja Bhosale und Lara Salden – an Nummer 4 geführt – setzten sich mit 6:4, 6:4 gegen Jaeda Daniel/Anita Wagner durch, während das tschechische Duo Dominika Salkova/Anna Siskova (Nummer 2 des Seeding) Kristina Novak und Ivana Sebestova beim 6:2, 6:0 kaum eine Chance ließ. Pures Spektakel bot der Turniereinstieg der topgesetzten Isabelle Haverlag und Martyna Kubka: Gegen Zongyu Li/Peangtarn Plipuech wehrten sie im Tiebreak des ersten Satzes einen Satzball ab und im schier endlosen Match-Tiebreak gar zwei Matchbälle, ehe sie sich dann doch mit 7:6(6), 3:6, 15-13 durchsetzten.
Am Samstag stehen auf dem Centrale ab 13 Uhr die Halbfinals im Einzel und im Doppel auf dem Programm. Zunächst trifft Martyna Kubka auf Dominika Salkova, ehe nicht vor 15 Uhr Bianca Andreescu und Lucie Havlickova um den zweiten Platz im Endspiel kämpfen. Im Anschluss geht Kubka im Doppel an der Seite von Haverlag gegen das Überraschungsduo Basiletti/Maduzzi gleich ein zweites Mal auf den Court (nicht vor 16:30 Uhr), Salkova wird dann zum Abschluss mit Siskova gegen Bhosale/Salden ebenfalls ihr zweites Halbfinale des Tages bestreiten.
Schlagwörter: Tennis