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Plötzlich Hoffnungsträger: Gescholtenes Gladbach-Quartett dreht auf

Plötzlich HoffnungsträgerGescholtenes Fohlen-Quartett dreht auf

Gladbacher Trainer und Spieler jubeln.
Copyright: IMAGO/Nordphoto Riesen-Erleichterung bei Gladbach.

Was für eine Erlösung auf dem Rasen und den Rängen! Nach sechs schmerzhaften Partien voller Frust darf am Niederrhein wieder gelacht werden. Zuvor gab es für das Team entweder gellende Pfiff-Konzerte oder eiskaltes Ignorieren durch das eigene Publikum. Doch der 3:2-Triumph beim VfB Stuttgart ließ alle Dämme brechen und sorgte zum vorübergehenden Schulterschluss zwischen Spielern und Mitgereisten.

Besonders im Fokus stehen dabei vier Borussen, die sich massiv gesteigert haben. Ausgerechnet jene Kicker, die zuletzt noch als absolute Problemfälle abgestempelt wurden, lieferten ab. Jetzt brennt allen eine Frage unter den Nägeln: Ist diese Top-Verfassung auch langfristig abrufbar? Das berichtet „Bild“.

Vom Unsicherheitsfaktor zum Fels in der Abwehr-Brandung

Den Anfang macht Daiki Hashioka (27). Eine irre Kehrtwende! Während der Defensivmann aus Japan in den vorangegangenen Ligaspielen innerhalb der Dreier-Abwehrreihe noch für reichlich Bauchschmerzen sorgte – speziell bei der 1:2-Pleite im rheinischen Derby gegen Köln –, wirkte er im Schwabenland völlig tiefenentspannt. Durch sein schlaues Positionsspiel entschärfte er brenzlige Situationen und holte sich starke 78 Prozent aller direkten Duelle. Auch eine Etage höher war kein Kraut gegen ihn gewachsen: Bei sämtlichen sieben Luftkämpfen behielt er die Oberhand. Konserviert Hashioka diese Verfassung, wird er für die Fohlen-Elf zum absoluten Glücksgriff. Allerdings sorgt noch ein weiterer Landsmann für strahlende Gesichter.

Für die nötige Galligkeit sorgte nämlich Zento Uno (22), dessen spektakuläre Tacklings nach einer komplett verschlafenen Anfangsphase als echter Wachmacher dienten. Dieser unbändige Wille machte das Comeback überhaupt erst möglich und bewahrte den Klub vor der historischen Schmach von sieben Auftakt-Niederlagen am Stück. Der für schlappe 500.000 Euro von Shimizu S-Pulse verpflichtete Mittelfeld-Akteur spulte stolze 12,16 Kilometer ab – einzig ein Mitspieler war noch fleißiger unterwegs! Als Krönung bereitete Uno per Direktabnahme auch noch den Ausgleichstreffer zum 1:1 von Joe Scally (23) vor.

An der Seite des unermüdlichen Japaners mauserte sich obendrein ein Profi zum Taktgeber, den fast jeder schon abgeschrieben hatte: Florian Neuhaus (29). Sowohl beim Gastspiel in Köln als auch während der 1:2-Niederlage gegen Hoffenheim ließ er seine Einsatzchancen komplett ungenutzt verstreichen. Lediglich die akute Personalnot im Zentrum spülte ihn zurück in die Startformation. Anfangs lief auch diesmal wieder reichlich wenig zusammen. Nach der Pause allerdings drehte der frühere DFB-Akteur mächtig auf, erinnerte an glorreiche Zeiten und agierte als wahrer „Aggressive Leader“! Auf seinem Arbeitsnachweis standen drei Torschüsse, drei aufgelegte Möglichkeiten, fast zwölf abgerissene Kilometer sowie der Team-Spitzenwert von 56 Ballaktionen. Dabei glänzte Neuhaus keineswegs nur technisch, sondern warf sich in jeden Ball und dirigierte seine Vorderleute lautstark – obwohl seine Zeit bei der Borussia eigentlich schon abgelaufen schien.

Komplettiert wird der Viererpack durch Shuto Machino (27). Zwar galt der Offensivmann aus Fernost noch nicht als totaler Fehleinkauf, doch die Erwartungshaltung war merklich geschrumpft. Da jedoch Tim Kleindienst (31) sowie Isac Lidberg (28) wegen muskulärer Probleme passen mussten, rückte er ins Rampenlicht. Nachdem ihm zunächst einiges misslang, netzte er letztlich doch noch zum extrem wichtigen Führungstor für den VfL ein. Selbstverständlich lief bei ihm noch nicht alles rund. Viel schwerer wog jedoch die Tatsache, dass seine Bindung zum Offensivspiel wesentlich besser funktionierte als bei seinen glücklosen Sturmkollegen zuvor. Bekommt Machino nun regelmäßige Einsätze, winkt den Gladbachern womöglich doch noch eine echte Verstärkung.

Somit hat dieses unlängst noch so formschwache Quartett beim Gastspiel in Stuttgart eindrucksvoll unterstrichen, welche Qualitäten eigentlich in ihm schlummern. Dennoch müssen sich Hashioka, Uno, Neuhaus sowie Machino – exakt wie der gesamte Kader – eines klar vor Augen führen: Dies war bloß der Auftakt, dem zwingend konstante Vorstellungen dieser Art folgen müssen. (red)

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