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Seit Tagen war der drohende Wetterumschwung eines der Gesprächsthemen im GP-Fahrerlager – die Drohung wurde wahrgemacht. Am Samstag wurden auf der Rennsportinsel weiche Regenreifen aufgezogen. Zunächst für die zweite freie Session, dann für die beiden Qualifying-Einheiten.
Mit rund zehn Sekunden langsameren Rundenzeiten war es im FP2 Marc Marquez, der der Konkurrenz fast eine Sekunde abgenommen hatte. Acosta, Martin, Bezzecchi und Johann Zarco konnten dem Weltmeister noch am besten folgen und auch Jack Miller als Achter bewies seine Fähigkeiten auf nassem Untergrund. Wie bereits befürchtet fand die Session mit einem erneut reduzierten Fahrerfeld statt. Honda musste den erkrankten Luca Marini vom Australien-GP zurückziehen.
Bevor es um die besten Startplätze ging, mussten im ersten Qualifying die beiden Nachzügler ins Q2 definiert werden. Lange sah Johann Zarco als wie der Favorit aus, denn bereits im FP2 hatte der Franzose überzeugt. Und es war auch der LCR, der sich im Q1 mit einem hinteren weichen Regenreifen sofort an die Spitze setzte, gefolgt von Jack Miller und Pecco Bagnaia.
Da von oben kein Wasser nachkam und die Strecke begann anzutrocknen, setzten im Finale unter anderem KTM-Pilot Binder und Aussie-Held Miller auf eine Medium-Regenreifen-Kombination. Eine gute Idee. Binder sprang vom letzten auf den ersten Platz, dann drückte Jack Miller die Bestmarke auf 1:35,461 min. Auch Zarco hatte noch einmal gewechselt, aber wieder auf „soft“ gesetzt. Zur Erleichterung des Honda-Lagers gelang es, die Nummer noch einmal an Binder vorbeizuziehen. Damit waren Aussie Miller und Johann Zarco als weitere Teilnehmer des entscheidenden und letzten MotoGP-Qualifyings auf Phillip Island definiert.
Als die Top 12 der MotoGP auf die Strecke gingen, begann es wieder zu regnen. Marc Marquez ging als einer der ersten Piloten auf die Strecke. «MM93» griff sofort an – und stürzte in Kurve 4. Nicht nur, dass der Weltmeister zurück in die Box musste, auch die ersten fliegenden Runden der Verfolger wurden unter gelber Flagge gestrichen.
An der Spitze der Weil Johann Zarco vor Alex Marquez und Fabio Di Giannantonio, dahinter Moreira, Bezzecchi und Acosta. Derweil hatte es Marquez zurück in die Garage geschafft, sofort ging es mit dem Ersatzmotorrad weiter. Nach einer Warm-up-Runde machte es der Spanier besser. Mit noch sechs Minuten auf der Uhr verbesserte sich der Lenovo-Pilot bis ganz an die Spitze!
An der Box stand Martin, der bis hierher nur die zehnte Zeit geschafft hatte. Martin und Bezzecchi setzten alles daran, um ihre Ausgangslage zu verbessern. Der WM-Dritte Marco Bezzecchi war auf einer guten Runde, steckte dann aber hinter Diogo Moreira fest. «Bez» musste abdrehen.
Nicht so Johann Zarco. Der Franzose fand eine freie Runde, kam auf 1:35,706 min und war damit auf Position 1, vor Marc Marquez und jetzt Raul Fernandez. In den letzten zwei Minuten tauchten etliche Sektorenbestände auf. Erst ging Miller auf Platz 2, dann der große Auftritt des Weltmeisters. Marc Marquez schien die Bedingungen auszublenden. Der siebenfache MotoGP-Champion landete bei 1:34,203 min und war damit knapp 1,5 Sekunden schneller als Platz 2 – der im Finale an Bruder Alex ging.
Johann Zarco verteidigte Reihe 1 als Dritter. Tabellenführer Jorge Martin schaffte es noch, sich Position 4 zu holen, vor Volksheld Jack Miller und Raul Fernandez. Erst in Startreihe 3 an neunter Stelle – Marco Bezzecchi, der auf trockener Piste das Tempo bestimmt hatte. Der Italiener geht neben KTM-Ass Pedro Acosta (7.) und VR46-Racer Fabio Di Giannantonio (8.) in die beiden letzten Rennen auf der Insel.