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Nach dem Horror-Crash von Johann Zarco beim letzten Catalunya-GP, der mit einer schweren Knieverletzung endete, stand zu befürchten, dass der letzte Phillip-Island-GP ohne den ältesten Athleten des Fahrerlagers stattfinden wird. Doch der ehrgeizige Franzose gab auch bei der Rehabilitation Gas. Bereits beim Aragon-GP und damit noch weit vor der zweiten Übersee-Tournee meldete sich Zarco zurück zum Dienst. Damit geht es für Zarco bereits zum 17. Mal in die Rennen auf der legendären Naturrennstrecke – 2009 debütierte «JZ5». Nur ein aktueller Racer hat noch Routine auf der Insel – Weltmeister Marc Marquez debütierte 2008.
Die Sichtweise des 36-Jährigen sowohl zu Phillip Island als auch zum anstehenden Umzug in Richtung Adelaide ist bemerkenswert. Zarco in Australien: «Ja – es ist eine besondere Strecke mit einem sehr schönen Layout, aber wir haben so viele Strecken im Kalender, dass ich da nicht so viel drüber nachdenke. Phillip Island steht für viele spannende Rennen, aber ich denke auch, dass es eine gute Idee ist, nächstes Jahr etwas anderes zu versuchen. Adelaide bedeutet auch eine Chance, denn wir wollen doch noch mehr Menschen zeigen, was für einen Job wir machen. Um die MotoGP einer neuen Generation von Fans zu präsentieren, dafür war es wohl die richtige Entscheidung.«
Richtig entschieden hat sich laut Johann Zarco auch Arbeitgeber Honda mit der Bestätigung, dass Zarcos aktueller Teamkollege Diogo Moreira 2027 im Werksteam Honda HRC Castrol fahren wird. Zu LCR und Zarco stößt damit der 20-jährige Moto2-Aufsteiger David Alonso. Zarco scherzte dazu bereits in sozialen Medien: «Bislang habe ich mich wie ein großer Bruder gefühlt, bald ist es, als wäre ich junger Vater.»
Der Franzose zur Planung seines Herstellers: «Ich sehe es genauso. Honda braucht im Werksteam zwei Spitzenfahrer. Mit Fabio ist ein Pilot gesetzt, der als Leader agieren kann. Um sicher zu sein, was die Resultate angeht, ist es nachvollziehbar, statt einem Rookie Diogo zu befördern. Er beweist dieses Jahr, dass er diese Aufgabe annehmen kann. David wird trotz der neuen Technik für uns alle sehr viel lernen müssen. Und LCR ist der beste Platz dafür.»
2027 wird die MotoGP auch mit einem neuen Zeitplan in die 850er-Ära starten. Mehr als die Modifikationen sorgte für Wirbel, wie die Beschlüsse zustande kamen. Ein Paradebeispiel für: «Reden hilft».
Angesprochen wurde der Altmeister auf den in Kürze anstehenden, aber aufgrund der brisanten Lage sehr umstrittenen Katar-GP. Die Sichtweise Zarcos ist klar: «Natürlich ist die Situation sehr sonderbar, auch weil die Lage für die Menschen in Katar längst normal scheint. Es müssen Behörden und Botschaften entscheiden, ob die Sicherheit für eine Veranstaltung gegeben ist.»
Der LCR-Athlet weiter: «Wir als MotoGP-Piloten sind nicht diejenigen, die darüber zu entscheiden haben. Die Fahrer können sich zusammentun und eine Meinung bilden für alles, was mit dem Fahren auf der Strecke zu tun hat. Aber die Sicherheit der Strecke, die steht ja nicht zur Debatte. Es geht um die allgemeine Sicherheit, für Techniker, Mechaniker, Presseleute, alle. Wir Fahrer sind in diesem Punkt nicht wichtiger als alle anderen der MotoGP.»
Die sportliche Ausgangslage für Johann Zarco, dessen letztes Rennen auf Phillip Island nach wenigen Runden im Kies geendet hatte: WM-Position 17 mit acht Zählern Rückstand auf Franco Morbidelli.