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„Er scheißt sich nichts“: Freund wird in der Causa Karl deutlich

Lennart Karl sah sich in den vergangenen Wochen viel Kritik ausgesetzt. Bayern-Sportdirektor Christoph Freund hat den Youngster jetzt deutlich verteidigt.

München – Christoph Freund hat sich bei der Pressekonferenz des FC Bayern vor dem Bundesliga-Auswärtsspiel bei Mainz 05 öffentlich vor Lennart Karl gestellt und damit auf die Kritik aus den eigenen Reihen reagiert. „Lenny ist ein anderer Typ als andere junge Spieler. Aber wir wollen ja auch Typen haben ganz gerne. Er ist frech. Er scheißt sich nichts. Er macht Tore, die andere nicht machen. Er ist mutig – und außerhalb des Platzes ist er ein bisschen anders als andere. Das gehört auch dazu“, sagte Freund.

Polarisiert beim FC Bayern: Lennart Karl.
Polarisiert beim FC Bayern: Lennart Karl. © picture alliance/dpa/ZUMA Press Wire | Oscar Manuel Sanchez

Bedingungslos ist diese Rückendeckung allerdings nicht. Freund verband das Lob mit einer klaren Erwartung an den Offensivspieler: „Für uns ist – ganz ehrlich – entscheidend, was er auf dem Platz macht, wie er trainiert, wie er arbeitet. Ein großer Grund, warum er so durchgestartet ist letztes Jahr, ist, weil er so hart gearbeitet hat. Das sieht man an seinen Daten, wie viel er läuft, wie viel er sprintet, was er gegen den Ball macht.“ Zum Auftreten abseits des Rasens kündigte er an: „Wir sprechen intern mit Lenny.“

Hoeneß, Eberl und Ballack: drei Stimmen, drei Tonlagen in der Causa Karl

Vorausgegangen waren mehrere öffentliche Wortmeldungen. Ehrenpräsident Uli Hoeneß forderte von Karl zuletzt mehr Demut und sagte der Welt am Sonntag: „Ich habe mir vorgenommen, ein ernstes Gespräch mit ihm zu führen.“ Max Eberl sprach nach dem 6:1 im Pokal gegen Magdeburg öffentlich von einem sportlichen Loch bei Karl und sagte: „Lenny muss auf dem Platz zeigen, dass er wieder herauskommt aus diesem Loch.“

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Daraus entwickelte sich ein Disput mit Karls Berater Michael Ballack. In der DAZN-Expertenrunde rund um das Spiel gegen Dortmund (2:2) sagte Ballack: „Dass Max Eberl nun, nachdem Lennarts Leistungskurve wieder klar nach oben zeigt, ihm ein sportliches Loch attestiert, geschmückt mit Fehltritten, ist vom Zeitpunkt her unverständlich und inhaltlich zumindest mal zu hinterfragen.“

Sportlich verlief die Saison für Karl bislang holprig. Vor seiner starken Leistung bei Atletico Madrid (2:0) stand er in neun von zehn möglichen Pflichtspielen auf dem Platz, kam dabei aber nur auf 267 Minuten. In dieser Zeit verbuchte er ein Tor und eine Vorlage. Hinzu kamen zwei Verletzungen, darunter eine größere, und das Verpassen der WM. Für Gesprächsstoff sorgte außerdem seine Bla-Bla-Jubelgeste nach dem Treffer in Madrid.

Mats Hummels kommentierte sie bei Prime Video: „Mein Sohn ist acht und in den Spielen von seinen Mannschaften sehe ich schon Kinder diesen Jubel machen, weil der so oft vorkommt mittlerweile.“ Rückenwind bekam Karl zuletzt von außen: Jürgen Klopp nominierte ihn wieder für die Nationalmannschaft. Die nächste Gelegenheit, Freunds Forderung auf dem Platz einzulösen, bietet sich am Samstag (15.30 Uhr, alle TV-Infos hier) beim Auswärtsspiel in Mainz. (mbo)

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