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Team: Charlotte Hornets
Position: Guard
Stats 2025/2026: 10,8 Punkte, 2,7 Rebounds, 4,9 Assists in 24,2 Minuten (70 Spiele für Sacramento Kings und Cleveland Cavaliers)
Vor einem Jahr war an dieser Stelle von vielen Fragezeichen beim DBB-Kapitän zu lesen. Der damals frisch gekürte Europameister hatte zwar einen lukrativen Dreijahresvertrag unterschrieben, nur eben bei den Sacramento Kings, deren damalige Pläne man wohlwollend als "mutig" bezeichnen konnte. Wenig überraschend ging es für alle Beteiligten schief und Schröder ging schon bald weiter zu den Cleveland Cavaliers. Doch auch die Cavs, bei denen Schröder seine Sache überwiegend grundsolide machte, waren wieder einmal nur eine Zwischenstation auf dem Weg nach Charlotte.
Bei den Hornets winkt Schröder nun wieder seine Paraderolle. Ein junges Team, das einen erfahrenen Anführer von der Bank braucht. Head Coach Charles Lee, der den Spielmacher noch aus gemeinsamen Tagen bei den Atlanta Hawks kennt, schwärmte bereits von Schröders Einfluss nicht nur auf dem Court, sondern vor allem in der Kabine. Es wird dem gebürtigen Braunschweiger sicher nicht schaden, dass mit GM Jeff Peterson ein weiterer alter Bekannter in Charlotte herumläuft. Sie wissen, was sie von Schröder bekommen, und wollen genau das. Das Vertrauen in ihn ist groß.
Trotz all der schönen Geschichten um die alte "Hawks-Gang" und das neue "German Team" sollte nicht unterschlagen werden, das die Hornets für Schröder auch sportlich ein richtig guter Fit sein könnten. Die Hornets haben ihren Kader noch einmal ordentlich umgekrempelt und als Einstellungsvoraussetzung offenbar einen guten Dreier vorausgesetzt (nur nicht bei Schröder). Der Point Guard sollte ausreichend Platz bekommen, um seinen Speed zu nutzen und die Zone zu attackieren.
Team: Charlotte Hornets
Position: Guards
Stats 2025/2026: 18,5 Punkte, 3,6 Rebounds, 7,4 Assists in 38,4 Minuten (33 Spiele für Texas Tech Red Raiders)
Anderson gilt bei der deutschen Nationalmannschaft als der "Schröder-Erbe". Vielleicht ist es nicht ganz verkehrt, dass er seinen DBB-Mentor direkt auch bei der ersten NBA-Station vor und hinter sich weiß. Während von Schröder direkt viel erwartet wird, ist Anderson ein Projekt für die Zukunft. Dass die Hornets bei ihm eine rosige Zukunft sehen, wurde deutlich, als sie ihn schon früher als erwartet im Draft an 17. Stelle auswählten.
Lange hieß es auch, dass seine Rolle im ersten Jahr womöglich aufgrund der vollen Guard-Situation noch nicht allzu groß sein wird. Doch die aktuellen Verletzungssorgen könnten ihn schon überraschend schnell in Lineups spülen. In der Preseason war er zuletzt beim Duell gegen die Boston Celtics bei seinem Debüt direkt die erste Option von der Bank, da Schröder für den verletzten Coby White in die Starting Five gerückt war. Anderson traf vier von acht Würfe aus dem Feld (2/3 3PT). Noch ist unklar, ob White zum Saisonstart fit sein wird. Gleiches gilt für Kon Knueppel.
Die Defensive ist bei Anderson das große Fragezeichen. Schenkt er am hinteren Ende weniger her, als er Charlotte vorne geben kann? "Christian ist einer der besten Shooter dieses Drafts", schwärmte Peterson schon. Er könnte sogar einer der besten Shooter der Liga werden. Und dann sollten sich auch Lineups für ihn finden.
Team: Charlotte Hornets
Position: Power Forward/Center
Stats 2025/2026: 18,5 Punkte, 11,8 Rebounds, 1,6 Assists in 34,6 Minuten (30 Spiele für Washington Huskies)
Mit dem 14. Pick schnappten sich die Hornets vor Anderson bereits Steinbach, der somit gewissermaßen das erste Teilstück des neuen "German Team" war.
Im Gegensatz zu Anderson ist bei ihm der Wurf noch ein Fragezeichen. Der Touch ist grundsätzlich da, doch am College hielt er sich von Downtown noch sehr zurück. Entwickelt er einen soliden Jumper, könnte Steinbach sowohl auf der Vier als auch auf der Fünf schnell schon einige Minuten abstauben. Allerdings braucht es bei ihm noch einiges an Feintuning, wie auch Lee immer wieder betonte. Da kann es nicht schaden, dass der Würzburger von DEM Würzburger schon ein nettes Angebot erhalten hat: "Wenn ich irgendwie helfen kann, dann jederzeit. Das weiß er auch. Er kann sich jederzeit melden", versprach ein gewisser Dirk Nowitzki.
Auch ohne Wurf sollte sich Steinbach allein mit seiner Physis und seinem Hustle am hinteren Ende der Rotation schnell in der NBA etablieren. "Er ist der beste Rebounder im Draft", hatte Peterson auch für ihn schon früh einen Superlativ parat. Doch die Eindrücke in der Summer League und der Preseason bestätigten die Analyse von Peterson und Steinbach wurde aufgrund seiner Fähigkeiten am Brett schon als "Monster" betitelt. Grundsätzlich hat sich Steinbach nach nur wenigen Monaten einen gewissen Ruf als Trainerliebling erspielt. Kann nicht schaden.
Team: Orlando Magic
Position: Forward
Stats 2025/2026: 9,9 Punkte, 3,7 Rebounds, 1,6 Assists in 24,7 Minuten (77 Spiele für Orlando Magic)
"Trainerliebling"? Da wird da Silva hellhörig. In den letzten zwei Jahren hat sich der EM-Held bei den Magic stets in den Dienst der Mannschaft gestellt. Er kam von der Bank, kämpfte und nahm nur die Würfe, die er nehmen sollte. Er startete, kämpfte und nahm nur die Würfe, die er nehmen sollte.
Und das könnte in der neuen Saison deutlich mehr werden. Nachdem die Magic in den letzten Jahren unter Ex-Coach Jamahl Mosley überwiegend uninspiriert wirkten und teils historisch schlecht von draußen schossen, soll unter Neu-Coach Sean Sweeney den ersten Eindrücken nach tatsächlich moderner Basketball gespielt werden.
Da Silva ist dabei ein wichtiges Puzzlestück, das sich in der Vorbereitung ordentlich austoben durfte. In jedem Preseason-Spiel nahm er bisher mehr als zehn Dreier und versenkte stets vier - natürlich sowohl als Starter als auch von der Bank. Mindestens 17 Punkte in jeder Partie waren zudem ein ganz vorsichtiger Indikator für einen möglichen Breakout. Aber Vorsicht: In der Vergangenheit hatte der Forward immer wieder Phasen, in denen er nicht danebenwerfen konnte (siehe EM), nur um dann wochenlang einen Backstein an den nächsten zu reihen.
Team: Orlando Magic
Position: Forward
Stats 2025/2026: 20,6 Punkte, 5,2 Rebounds, 3,3 Assists in 30,0 Minuten (34 Spiele für Orlando Magic)
Sollte nicht nur da Silva ein individueller Breakout gelingen, sondern es den Magic auch als Team gelingen, sich endlich dem Mittelmaß zu endledigen und im Osten vorne mitzumischen, dann nur, wenn auch Franz Wagner den nächsten Schritt geht. Dieser Schritt muss dann der vom gleichermaßen vielversprechenden wie verletzungsanfälligen Star zum All Star sein.
In den vergangenen Jahren war der 25-Jährige stets an der Schwelle dazu, doch Verletzungen kamen ihm immer wieder in die Quere. Auch die eigene Mannschaft und Taktik waren ihm diesbezüglich keine große Hilfe. Mosley scheiterte daran, die PS von Wagner und Paolo Banchero gemeinsam auf die Straße zu bekommen, sodass auch die Magic jetzt Berichten zufolge an dem Punkt angekommen sind, an dem entweder Wagner oder Banchero bei einer weiteren Enttäuschung gehen muss.
Doch vor Saisonstart gibt es vorsichtige Anzeichen, dass das Pendel bei Wagner eher Richtung Superstar in Orlando als in Richtung eines Neustarts anderswo ausschlägt. Sweeney setzte ihn in der Preseason (endlich) mehr als Ballhandler ein. Man darf Hoffnung haben, dass erstmals seit 2019 ein Deutscher am All-Star-Game teilnimmt. Dafür muss er "nur" fit bleiben, wobei ausgerechnet die vergangenen Verletzungen und der dadurch bedingte nationalmannschaftslose Sommer helfen könnten.
Team: Brooklyn Nets
Position: Center
Stats 2025/2026: 6,9 Punkte, 3,2 Rebounds, 0,4 Assists in 11,9 Minuten (36 Spiele für Orlando Magic)
Erstmals muss Franz übrigens auch ohne seinen Bruder Moritz auskommen. Für ihn eine ganz neue Situation, wie er sich selbst eingestehen musste. Doch falls es beruhigt: Auch der große Wagner muss eine völlig neue Aufgabe meistern und soll bei den jungen Nets als "alter" Anführer vorangehen, was ihn selbst zunächst etwas beunruhigte.
Dafür ist die sportliche Situation in Brooklyn beruhigend. Viele Nets-Siege erwartet niemand, die unerfahrene Truppe kann eigentlich nur überraschen. Für Wagner geht es allerdings darum, nach seinem Kreuzbandriss noch einmal an seine frühere Form anzuknüpfen und sich auch noch einmal langfristig zu empfehlen.
In der vergangenen Saison konnte er das nach seiner Rückkehr nicht und flog bei den Magic teilweise sogar komplett aus der Rotation. Bei den Nets wird er zwar vermutlich auch nur von der Bank kommen, doch er sollte ordentlich Minuten erhalten. Und auch wenn es nur die Preseason war: Bisher wusste er die auch sehr ordentlich zu nutzen.
Team: Oklahoma City Thunder
Position: Center
Stats 2025/2026: 9,2 Punkte, 9,4 Rebounds, 3,5 Assists in 24,2 Minuten (47 Spiele für Oklahoma City Thunder)
Auch wenn es mit der Titelverteidigung nicht klappen sollte: Hartenstein hat sich in den Playoffs bei OKC erneut unentbehrlich gemacht. Als "Wemby-Stopper" dürfte er auch in den kommenden Jahren stets eine wichtige Rolle bei den Thunder im Kampf um die Finals einnehmen.
Das ist keine bloße Ferndiagnose, sondern scheint auch in Oklahoma City Konsens zu sein. Zwischenzeitlich gab es Gerüchte, dass "I-Hart" aufgrund der angespannten Gehaltssituation womöglich gehen muss, doch die Thunder priorisierten ihren Center, schickten lieber andere Spieler weg und statteten ihn mit einem weiteren dicken Vertrag aus.
Sorgen, dass er diesen nicht rechtfertigen könnte, gibt es bei der Double-Double-Maschine eigentlich keine. Einzig der Körper streikte zuletzt wieder häufiger (60 verpasste Spiele in den letzten zwei Jahren und auch das geplante DBB-Comeback platzte in diesem Sommer). Wohl auch deswegen hat sich OKC im Draft mit Aday Mara einen möglichen Nachfolger geschnappt.
Team: Philadelphia 76ers
Position: Center
Stats 2025/2026: 2,2 Punkte, 2,9 Rebounds, 0,5 Assists in 9,2 Minuten (54 Spiele für New York Knicks)
Es war lange Zeit sein Sommer. Erst krönte er sich mit den Knicks umjubelt zum NBA-Champion und hatte in den Finals immer wieder mit "kleinen" großen Momenten auch seinen Anteil am Titel. Im Big Apple konnte er trotzdem nicht bleiben. Dem Sparkurs in New York könnten aber auch noch ganz andere Namen zum Opfer fallen.
Zumal Hukporti schnell einen neuen Arbeitgeber fand und einen Einjahresvertrag bei den Philadelphia 76ers unterschrieb, der ihm fast drei Millionen Dollar einbringt. Doch der Deal war vor allem fernab der Finanzen ein richtig gutes Geschäft. In Philly winkte Hukporti erneut die Chance auf den Titel - und die Chance auf massig Spielzeit als Backup des dauerangeschlagenen Joel Embiid.
Und dass die Sixers auf ihn setzen würden, zeigte sich direkt beim Auftakt in der Preseason. Embiid stand "überraschenderweise" nicht zur Verfügung und Hukporti rückte ausgerechnet gegen sein Ex-Team beim Debüt direkt in die Starting Five. Nur um sich nach wenigen Minuten die Achillessehne zu reißen. Die Saison ist gelaufen, bevor sie beginnen konnte. Ganz, ganz bitter!
Kommen auch ohne Hukporti in der kommenden Saison acht Deutsche in der NBA zum Einsatz? Möglich ist es. Jack Kayil wurden im Sommer dafür noch die besten Chancen ausgerechnet. Der Guard wurde von den New York Knicks in der zweiten Runde des diesjährigen Drafts ausgewählt und wusste in der anschließenden Summer League immer wieder zu überzeugen.
Doch wie schon am Draft-Abend vermutet, beschlossen die Knicks, ihren neuen Youngster zu "stashen" und noch einmal zurück nach Europa zu schicken. Dort soll sich Kayil noch weiterentwickeln, bevor er eines Tages nach New York zurückkehren könnte. Und wo ginge das besser als bei Alba Berlin? In der deutschen Hauptstadt gelang ihm der Durchbruch und nun sicherten sich die Albatrosse nach einer Leihe auch fest seine Dienste.
Während Kayils NBA-Karriere noch beginnen könnte, scheint die von Maxi Kleber beendet. Nach fast zehn Jahren in der besten Basketballliga der Welt ist der gebürtige Würzburger noch immer ohne Vertrag. In der vergangenen Saison hatte er bei den Los Angeles Lakers wieder einmal mit Verletzungsproblemen zu kämpfen. Wie es jetzt nach Ende des Vertrags weitergeht? Unklar. Ein neues Arbeitspapier ist noch nicht unterzeichnet, doch es soll ihn nach Europa ziehen. Angeblich lockt der Doncic-Klub aus Rom.
Statt Kayil und Kleber könnte jedoch in der kommenden Saison plötzlich eine noch bis vor Kurzem völlig unbekannte "Geheimwaffe" aus Deutschland auf dem NBA-Parkett auftauchen: Christoph Tilly. Der Big Man mit dem außergewöhnlichen Karriereweg über Kiel, Chile und Berlin in die USA spielt aktuell in der Saisonvorbereitung bei OKC vor.
In der Preseason hinterließ er auch glatt so manche Duftmarke. Ob das für einen festen Kaderplatz reicht? Unwahrscheinlich. Doch Tilly präsentierte sich auf der großen Bühne stark und plant Berichten zufolge, "zu 100 Prozent" in den USA bleiben zu wollen. Womöglich in der G-League, womöglich bei den Thunder, die in diesem Fall die Vorrechte hätten. Er bewegt sich auf jeden Fall im richtigen Umfeld für den großen Sprung.
Dennis Schröder |
Charlotte Hornets |
Christian Anderson |
Charlotte Hornets |
Hannes Steinbach |
Charlotte Hornets |
Tristan da Silva |
Orlando Magic |
Franz Wagner |
Orlando Magic |
Moritz Wagner |
Brooklyn Nets |
Isaiah Hartenstein |
Oklahoma City Thunder |
Ariel Hukporti |
Philadelphia 76ers |