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Latte, Pfosten und drei Verletzte: Kein goldener Clásico für Kane und FC Bayern
Das kann doch wohl nicht wahr sein: Münchens Harry Kane (rotes Trikot) hadert nach dem vergebenen Strafstoß gegen Borussia Dortmund mit sich.

Borussia Dortmund überrascht beim 2:2 mit neuer Abwehrformation. Kapitän Schlotterbeck richtet anschließend eine Kampfansage an die Bundesliga-Konkurrenz.

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Hannover. Kann man zu genau zielen? Am Samstagabend hätte man beim Spitzenspiel der Fußball-Bundesliga zwischen dem FC Bayern München und Borussia Dortmund diesen Eindruck zumindest gewinnen können. Das 2:2 (1:0) wurde von Lennart Karl in der fünften Minute der Nachspielzeit noch einmal krachend auf die Probe gestellt. Der Schuss des deutschen Nationalspielers traf nur die Latte. Vielleicht den einen Tick zu genau gezirkelt.

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An beinahe die identische Stelle des von BVB-Schlussmann Gregor Kobel vor der Südkurve der Allianz Arena in München gehüteten Tores hatte knapp 40 Minuten zuvor Bayern-Stürmer Harry Kane den Ball befördert. Nach einem Handspiel von Felix Nmecha war der Goalgetter zum Elfmeter angelaufen – und zielte ebenfalls zu präzise: auch Latte.

Zu diesem Zeitpunkt wäre es für den FCB nach dem 1:0 durch den emsigen und stets aufmerksamen Rechtsverteidiger Konrad Laimer in der 38. Minute („Es ist auf jeden Fall nicht normal, dass ich so oft aufs Tor schieße“, gab er am Sky-Mikrofon zu) das 2:0 gewesen. Und vermutlich die Vorentscheidung.

Viel Gold in und um die Allianz Arena

Für Kane, den Gewinner des Ballon d’Or, hatten sich die Münchner bei seinem ersten Heimauftritt nach der großen Ehrung eine Menge einfallen lassen. So durfte der 33-Jährige ganz allein nach den übrigen 21 Akteuren aufs Feld schreiten – mit seiner Trophäe in der Hand. Zudem war die mit 75.000 Fans ausverkaufte Arena golden illuminiert. Auch der Olympiaturm nahe der ehemaligen Bayern-Heimat Olympiastadion wurde mit Kane-Fotos bestrahlt. Zudem hatte der Hauptsponsor sein Logo statt wie üblich in Weiß diesmal in Gold auf die Trikots geflockt. Und dabei wirklich an alles gedacht: Denn sogar die knapp 60 Personen, die auf der Tribüne in den Blöcken 124 und 125 das überdimensionale werbewirksame T bilden, trugen ausnahmsweise goldene (sonst weiße) Ponchos.

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Kane, der seine Auszeichnung gern mit eigenen Treffern unterstrichen hätte, erwischte sportlich jedoch keinen ganz gelungenen Abend. Und traf in Minute 75 noch ein weiteres Mal das Aluminium. Als der Ball gegen den Pfosten klatschte, ließ sich allerdings nicht zweifellos klären, ob möglicherweise eine Abseitsposition vorgelegen hatte.

Gleich klingelt es: Der Borusse Fábio Silva (Nummer 21) holt aus und trifft in München zum 2:2-Endstand. Alphonso Davies und Joshua Kimmich können nichts mehr verhindern.

Zumindest in die Scorerliste trug der Engländer sich dann aber doch noch ein, wenn auch nur mit einer Vorlage. Am langen Pfosten lauernd, legte er den Ball parallel zur Torlinie klug per Kopf auf Dayot Upamecano ab, der wiederum keine Mühe mehr hatte, diesen zur zweiten Bayern-Führung des Abends über die Linie zu bugsieren (2:1, 66.)

Es sah nun doch so aus, als könne der FCB den Westfalen ihre erste Saisonniederlage zufügen und sich tabellarisch ein Stückchen vom bis dato punktgleichen Widersacher absetzen. Und das, obwohl die Partie denkbar ungünstig begonnen hatte. Gleich zweimal hatte Bayerns Aushilfscoach Aaron Danks, der abermals seinen erkrankten Chef Vincent Kompany vertrat, früh verletzungsbedingt auswechseln müssen: Sowohl Ismael Saibari als auch Serge Gnabry hatte es schon in der ersten Hälfte erwischt. Kurz vor dem Ende humpelte auch noch Michael Olise vom Platz. Dafür spielte Joshua Kimmich nach dem Tod seines Vaters erstmalig wieder.

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Von beiden Rückständen ließen sich die Dortmunder aber nicht beirren – und kamen in Person von Serhou Guirassy (60.) und Fábio Silva (89.) zweimal stark zurück. Mit der für ihn ungewohnten Viererabwehrkette kassierte der BVB zwar in einer Partie nun halb so viele Gegentore wie in der gesamten bisherigen Saison zusammen, nahm dafür aber einen ganz wichtigen Punkt mit. „Nico (Dortmunds Trainer Kovac, Anm. d. Red.) hat sich getraut, die Jungs haben sich getraut“, hob BVB-Kapitän Nico Schlotterbeck die umgemodelte Defensive hervor – und schloss mit einer Kampfansage: „Wir sind gut! Ich glaube, dass wir in Deutschland immer noch unterschätzt werden.“

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