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Die größten Skandale beim Ballon d'Or – ein Star sprach von "Raub"

Einige Stars hätten sich einen Ballon-d’Or-Sieg verdient, durften die begehrte Trophäe aber nie entgegennehmen. Wir werfen einen Blick auf fünf Pechvögel.

Franck Ribery und Robert Lewandowski wurden nie mit dem Ballon d‘Or geehrt | A. Beier/GettyImages

Am 26. Oktober wird der beste Spieler der Saison 2025/26 - inklusive WM 2026 - mit dem Ballon d‘Or geehrt. Als Favoriten auf die prestigeträchtigste Individual-Auszeichnung im Fußball gelten unter anderem Harry Kane, Kylian Mbappé und Lamine Yamal. Die Vergangenheit hat jedoch auch gezeigt, dass nicht immer der beste und erfolgreichste Spieler auch mit der Trophäe belohnt wurde. Immer wieder gab es am Abend der Gala größere Überraschungen.

Wir werfen einen Blick auf fünf umstrittene Wahlen, bei denen der eigentlich würdige Titelträger um seinen verdienten Lohn gebracht wurde.

5. 1996: Ronaldo

Claudio Villa/GettyImages

Matthias Sammer war im Jahr 1996 der letzte deutsche Sieger der prestigeträchtigen Auszeichnung. Die Ehrung überraschte viele, da Sammer zwar mit dem BVB Meister und mit Deutschland Europameister wurde, jedoch alle mit einer Auszeichnung von Ronaldo gerechnet hätten.

Der Brasilianer traf in 49 Pflichtspielen für Eindhoven und den FC Barcelona 47-mal und war das neue Wunderkind am Fußballhimmel. Ronaldo war zweifellos individuell der beste Spieler der Saison, jedoch fehlte ihm wohl der ganz große Titel. Sammer machte das Rennen mit dem mickrigen Vorsprung von nur einem Punkt.

Ronaldo ließ sich davon aber nicht unterkriegen und gewann die Trophäe im Jahr 1997, ehe er im Jahr 2002 sogar noch ein zweites Mal erfolgreich war.

4. 2010: Wesley Sneijder

Julian Finney/GettyImages

Die Vergabe aus dem Jahr 2010 zeigte, dass Titel plötzlich keine so große Rolle mehr spielen, wenn es entweder um Cristiano Ronaldo oder Lionel Messi geht. Eigentlich hätte man meinen müssen, dass Wesley Sneijder mit der Ballon-d’Or-Auszeichnung belohnt wird. Der Niederländer gewann mit Inter Mailand das Triple und wäre beinahe Weltmeister geworden. Die Elftal unterlag Spanien im WM-Finale 2010 erst nach Verlängerung.

Sneijder hatte zwar keine sonderlich lange Primetime, war in der Saison 2009/10 allerdings überragend. Insbesondere in der Champions League zockte der Zehner mit drei Toren und sechs Assists in elf Einsätzen groß auf. Sneijder war mit einem Tor und einem Treffer im Halbfinale gegen Barca der entscheidende Mann und bereitete im Finale gegen den FC Bayern einen Treffer vor.

Zudem erzielte er bei der WM fünf Treffer. Sneijder war im Achtelfinale und im Viertelfinale an jedem Treffer der Elftal beteiligt und brachte sein Team beim 3:2-Halbfinalsieg gegen Uruguay in Führung.

Ausgezeichnet wurde allerdings Messi, der eine tolle Vereinssaison spielte, jedoch im CL-Halbfinale an Sneijder und Inter scheiterte und bei der WM mit den Gauchos schon in der Vorrunde rausflog. Sneijder verpasste sogar das Podium.

3. 2013: Franck Ribéry

Lars Baron/GettyImages

In den 2010er-Jahren gab es abgesehen von Luka Modric keinen Sieger, der nicht Lionel Messi oder Cristiano Ronaldo hieß. Im Jahr 2013 hätte jedoch der Sieger nach Ansicht der meisten Fans und Experten eigentlich Frank Ribéry heißen müssen. Der Linksaußen gewann mit dem FC Bayern das Triple und spielte auch individuell eine überragende Saison. In der Bundesliga brachte es der Franzose auf 25 Torbeteiligungen in 27 Partien und auch in der Königsklasse war er in den wichtigen Momenten stets zur Stelle.

Ribéry gab im Halbfinale gegen den FC Barcelona zwei Torvorlagen und war auch im Finale mit dem entscheidenden Assist auf Arjen Robben zur Stelle.

Die Trophäe ging jedoch an Cristiano Ronaldo, der in der abgelaufenen Saison keinen einzigen Titel mit Real gewann. Einen faden Beigeschmack hatte auch die Verlängerung der Stimmabgabe-Frist, wodurch noch die Zeit in die Bewertung einfloss, in der Cristiano Ronaldo Portugal im Rahmen der Playoffs zur WM schoss.

Ribéry gab jüngst zu, dass ihm der verpasste Ballon d‘Or nach seinem "goldenen Jahr" noch immer schmerze. Der Ex-Bayern-Star sprach sogar von einem "Raub".

2. 2020: Robert Lewandowski

Matthias Hangst/GettyImages

Im Jahr 2020 wurde die umstrittene Entscheidung getroffen, den Ballon d‘Or nicht zu vergeben. Dies lag an der Corona-Pandemie und der Tatsache, dass in den Ligen unterschiedliche Entscheidungen, was die Fortsetzung des Spielbetriebs betrifft, getroffen wurden. Demnach sollen die Rahmenbedingungen nicht mehr fair gewesen sein.

Leidtragender war Bayern-Star Robert Lewandowski, der zwar von der FIFA zum Weltfußballer gekürt wurde, aber nicht den Ballon d‘Or gewann. Der polnische Angreifer war der überragende Mann beim Triple der Bayern in der Saison 2019/20. Lewandowski erzielte in der besagten Spielzeit 55 Pflichtspieltreffer. In der Champions League reichte es für 15 Tore und sechs Assists in nur zehn Spielen.

Der Stürmer-Star hätte sich die Trophäe mehr als verdient gehabt. Ein Jahr später landete Lewandowski nach 53 Saisontoren hinter Messi auf Platz zwei. Auch hier hätte der Pole geehrt werden können.

1. 2003: Thierry Henry

FRANCK FIFE/GettyImages

Thierry Henry gehört zu den besten Spielern der Fußballgeschichte, die nie den Ballon d‘Or gewinnen konnten. In den Jahren 2003 und 2006 war der Franzose aber nahe dran. Insbesondere 2003 hatten viele fest mit einer Ehrung von Henry gerechnet.

Der damalige Arsenal-Stürmer spielte eine schier unfassbare Premier-League-Saison mit 24 Toren und 21 Assists. In der Champions League konnte er mit sieben Toren und drei Vorlagen in zwölf Spielen ebenfalls überzeugen. Trotz seiner Treffer schieden die Gunners allerdings früh aus. Arsenal gewann zwar den FA-Cup und den englischen Superpokal, jedoch reichte das nicht für die eigentlich verdiente Henry-Ehrung.

Juve-Legende Pavel Nedved sicherte sich die Trophäe, obwohl diesem weitaus weniger Torbeteiligungen gelangen und er beim verlorenen CL-Finale gegen AC Mailand gelbgesperrt fehlte. Nedved gewann zwar immerhin die italienische Meisterschaft, dennoch kam die Auszeichnung überraschend.

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