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Max Verstappen im GT3: 15 Positionen in 45 Minuten gutgemacht

Max Verstappen macht nach einer Strafe gegen seinen Teamkollegen Chris Lulham in der Schlussphase 15 Plätze gut - Video dokumentiert Aufholjagd

(Motorsport-Total.com) - Max Verstappens Debüt in der GT World Challenge (GTWC) Europe sorgte am rennfreien Formel-1-Wochenende für Gesprächsstoff. Nach einer Durchfahrtsstrafe für seinen Teamkollegen Chris Lulham pflügte der viermalige Formel-1-Weltmeister in den letzten 45 Minuten des 3-Stunden-Rennens in Portimao von Platz 24 bis auf den neunten Rang nach vorne.

Max Verstappen begeisterte bei der GTWC Europe mit einer spektakulären Aufholjagd Zoom

Unter Fans entbrannte im Nachgang eine Debatte: Waren Verstappens 15 gewonnene Positionen das Resultat reiner fahrerischer Überlegenheit oder wurde der Formel-1-Superstar von langsameren GT3-Fahrzeugen kleinerer Klassen freiwillig durchgewunken?

In der GTWC Europe sind die Autos zwar alle gleich, es gibt jedoch vier unterschiedliche Klassen, die sich nach Fahrer-Rating einteilen. (FAQ zum Verstappen-Start in der GTWC Europe) Daher stand schnell der Verdacht im Raum, Fahrer anderer Klassen hätten Verstappen bereitwillig vorbeigelassen, da sie um den Klassensieg kämpften. Verstappen, Lulham und Ben Barnicoat starteten natürlich in der höchsten Klasse, dem Pro Cup.

Ein von Red Bull veröffentlichtes Instagram-Video gibt nun Aufschluss. Zwar werden in dem Zusammenschnitt auch einige Überrundungsmanöver (wie gegen den Kessel-Ferrari #74 oder den Razoon-Porsche #41) mitgezählt und frühe Szenen aus Verstappens Stint fehlen.

Doch das Material zeigt eindeutig: Die allermeisten Überholmanöver sind regulär gewonnene Plätze im Zwei- oder Mehrkampf. Ein Highlight dabei ist ein Doppel-Überholmanöver in Kurve 10/11 und natürlich das Überholmanöver gegen drei Pro-Fahrzeuge, die sich gegenseitig behinderten.

Ein User, der sich als Mitarbeiter der SRO-Organisation ausgibt, urteilt in den Kommentaren: Es sei einer der beeindruckendsten Stints gewesen, die er in sieben Jahren GTWC Europe gesehen habe.

Set-up-Fehler im Qualifying, "Feuerwerk" im Rennen

Dabei verlief das Wochenende für Verstappen und sein Team Verstappen Racing (betreut von 2 Seas Motorsport) keineswegs reibungslos. Nach drei Minuten im ersten Freien Training hatte Verstappen eine Kollision mit dem erfahrenen GT3-Piloten Ezequiel Perez Companc. Aufgrund mildernder Umstände durch einen Rückstau erhielt er eine Verwarnung und einen Strafpunkt.

Im Qualifying vergriff sich die Mannschaft bei der Abstimmung des Mercedes-AMG GT3. "Wir haben leider beim Set-up einen Fehler gemacht. Das Auto war viel zu niedrig eingestellt, hat massiv auf dem Boden aufgesetzt und etwas zu viele Funken gesprüht. Das hat unsere Performance beeinträchtigt und wir standen nicht dort, wo wir eigentlich hingehören", gesteht Verstappen.

Im Rennen lief der V8-Bolide deutlich besser. Startfahrer Ben Barnicoat arbeitete sich von Startplatz 15 auf Rang acht vor, ehe Chris Lulham nach dem ersten Stopp sogar bis auf Platz sechs nach vorne fuhr. Bei einem ambitionierten Manöver nach einem Safety-Car-Restart drehte Lulham jedoch den bereits als Meister feststehenden Winward-Mercedes von Luca Stolz um. Die Quittung: eine Durchfahrtsstrafe, die das Auto auf Rang 24 zurückwarf.

Verstappen überholt am Fließband: "Hat extrem viel Spaß gemacht"

45 Minuten vor dem Ende übernahm Verstappen das Lenkrad für den Schlussabschnitt. Was folgte, war eine Lehrstunde in Sachen Fahrzeugbeherrschung und Zweikampfverhalten. 15 Überholmanöver in 45 Minuten, begünstigt durch eine zwischenzeitliche Safety-Car-Phase, setzten dem Rennen die Krönung auf.

"Trotz der Ausgangslage hatte ich sehr viel Spaß und die Pace unseres Autos war wirklich gut. Es war ein hektisches Rennen mit einigem Chaos um mich herum, da jeder versuchte, nach vorne zu kommen", berichtet Verstappen über seinen Einsatz im GT3-Getümmel.

"Am Ende nach einer Durchfahrtsstrafe noch auf Platz neun nach vorne zu fahren, ist ein wirklich tolles Ergebnis. Wir haben extrem viel gelernt und nehmen ein positives Wochenende mit."

Highlights GTWC Europe Portimao: 3 stunden in 40 Minuten

Sein Teamkollege Ben Barnicoat zeigt sich beeindruckt von der Leistung des F1-Champions: "Es war eine große Ehre, für das Mercedes-AMG Team Verstappen Racing zu fahren. Max ist einen unglaublichen Schlussstint gefahren, hat 15 Positionen aufgeholt und uns noch auf Platz neun gebracht - das war extrem beeindruckend."

GetSpeed-AMG feiert Premierensieg

Den Gesamtsieg beim dramatischen GTWC-Saisonfinale sicherte sich unterdessen das Mercedes-AMG-Team GetSpeed rund um die Piloten Maximilian Götz, Ralf Aron und Fabian Schiller, die mit cleverer Strategie beim ersten Boxenstopp an zwei Porsche 911 GT3 R vorbeigingen und anschließend das Rennen dominierten. So feierten sie den ersten Gesamtsieg der Mannschaft in der GTWC.

Für Verstappen steht fest, dass der Ausflug in den GT-Sport nicht der letzte gewesen sein dürfte: Der Niederländer plant bereits, 2027 beim Langstreckenklassiker der 24 Stunden von Spa-Francorchamps an den Start zu gehen.

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