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Beim Großen Preis von Mexiko steht Mercedes-Pilot Kimi Antonelli vor seinem ersten WM-Titel. Dem jungen Italiener ist die Weltmeisterschaft 2026 kaum noch zu nehmen. Platz 9 oder höher im Mexiko-GP reicht, um sich offiziell zum Formel-1-Weltmeister zu krönen.
Schon in seiner zweiten Formel-1-Saison ist es dann so weit. Klingt unkompliziert und geradeheraus. Sein Teamchef Toto Wolff betont aber: «Es war Teamarbeit. Es war unser Nachwuchsteam um Gwen (Lagrue, Anm.) herum, das ihn entdeckt hat, als er elf Jahre alt war. Und das Verdienst gebührt dieser Gruppe, die ihn über die vielen Jahre hinweg gefördert hat. Ich habe letzte Woche ein Interview mit Piero Ferrari gelesen, in dem er sagte: ‚Was für ein Talent, er erinnert mich an Niki Lauda.‘ Und ich denke mir: Die Leute verstehen nicht, dass dies das Ergebnis von neun Jahren Arbeit ist. Neun Jahre Entwicklung, neun Jahre voller Entbehrungen. Die Integration ins Team, die Zusammenarbeit mit den Ingenieuren, die zehn oder mehr Millionen, die in die Entwicklung seiner Karriere, seiner Fähigkeiten und seines Charakters gemeinsam mit seinen Eltern investiert wurden. Es ist einfach nicht so, dass das alles von selbst so gekommen ist.»
Nun steht Kimi Antonelli kurz vor seinem historischen Titel mit erst 20 Jahren und in seiner zweiten Formel-1-Saison. Doch auf dem Weg dorthin gab es viele Zweifler, so Wolff. Der Österreicher: «Es gab viele Leute, die letztes Jahr nach neun Rennen ohne Punkte sagten, er gehöre nicht zu Mercedes. Leute aus anderen Teams, die sagten, er gehöre nicht einmal in die Formel 1. Die Tränen im Spa im Parc Fermé. All das macht es jetzt extrem befriedigend, zu sehen, was er leisten kann, wie er mit dem Team und mit Bono (Renningenieur Peter Bonnington, Anm.) zusammenarbeitet und Ergebnisse erzielt. Aber es war kein einfacher Weg.»
Den Titel hat Antonelli schon jetzt zu 99,9 Prozent sicher, wie Wolff auf Nachfrage sagt. Der Mercedes-Teamchef: «Er muss das Rennen in Mexiko noch zu Ende fahren. Entweder wird es also eine große Tequila-Party, oder wenn es keine Tequila-Party wird, dann wird es am Wochenende danach Caipirinha geben.» Dabei spielt Wolff auf die landestypischen Getränke der nächsten Austragungsorte in Mexiko und Brasilien an.
Stichwort Alkohol: Hätte Antonelli schon am Sonntag in Austin die WM klargemacht, hätte er in den USA streng genommen gar nicht mit einem alkoholischen Getränk anstoßen dürfen, weil er erst 20 Jahre alt ist und in den USA Alkohol erst ab 21 Jahren erlaubt ist. (Einen Schluck aus der Champagner-Flasche auf dem Siegerpodest hatte sich Antonelli aber trotzdem genehmigt.)
Kimi Antonelli fährt übrigens in Mexiko alle drei Trainingssessions. Sein Teamkollege George Russell verpasst dagegen das FP1, macht für den Reserve-Fahrer Fred Vesti Platz, der eine seiner Rookie-Sessions absolviert. (Vier davon sind pro Team verpflichtend.)