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Vier Tore in acht Bundesliga-Spielen, sechs Pflichtspiele ohne Sieg und ein Angriff, der kaum Gefahr ausstrahlt: Beim FC Schalke 04 wächst die Sorge um den Klassenerhalt. Spätestens nach der nächsten enttäuschenden Vorstellung gegen RB Leipzig (0:2) stellt sich die Frage, ob der Kader überhaupt genügend Qualität für die Bundesliga besitzt.
Die Hoffnung auf Verstärkungen im Winter liegt da nahe. Doch ausgerechnet Sportvorstand Frank Baumann dämpft nun die Erwartungen an schnelle Hilfe auf dem Transfermarkt. „Schnellschüsse und Aktionismus wird es bei uns aber nicht geben“, erklärt der 51-Jährige in einem Interview mit der „WAZ“. Stattdessen setzt er zunächst auf die vorhandenen Spieler.
📌 Fakten zu Frank Baumann
Dabei sprechen die Zahlen eine deutliche Sprache. Schalke stellt nach acht Spieltagen die schwächste Offensive der Bundesliga. Seit dem 3:1 bei Union Berlin Mitte September gelang in fünf Ligapartien nur ein einziger Treffer. Auch beim Pokal-Aus gegen Dynamo Dresden (0:2) blieb S04 ohne Torerfolg.
Die Sommertransfers konnten das Problem bislang nicht lösen. Spieler wie Junior Adamu, Hee-chan Hwang oder Junior Dina Ebimbe sollten dem Angriff neue Qualität verleihen. Der erhoffte Durchbruch blieb bislang aus. Die Kritik an Baumanns Kaderplanung wächst entsprechend.
Der Sportvorstand hält trotzdem an seiner Einschätzung fest. „Ich bin überzeugt, dass wir mit dieser Mannschaft den Klassenerhalt schaffen können“, betont er gegenüber der „WAZ“. Gleichzeitig räumt er ein, dass Schalke gerade in der Offensive bislang zu wenige Lösungen gefunden habe.
Dass der Blick nun verstärkt auf den Januar fällt, hat eine besondere Vorgeschichte. Schließlich hatte Schalke schon in der vergangenen Saison mit seinen Wintertransfers einen Volltreffer gelandet. Die Verpflichtungen von Edin Dzeko, Adil Aouchiche und Dejan Ljubicic brachten neue Qualität in die Mannschaft und halfen entscheidend im Aufstiegskampf.
Eine ähnliche Transferoffensive könnte auch diesmal helfen. Allerdings sind Schalkes finanzielle Möglichkeiten begrenzt. Nach Informationen der „Sport Bild“ soll für Wintertransfers lediglich ein Budget von rund einer Million Euro zur Verfügung stehen.
Baumann schließt Neuverpflichtungen dennoch keineswegs aus. „Wir analysieren im Winter wie in jeder Transferphase sehr genau, was die Mannschaft braucht und ob wir unseren Kader optimieren können“, erklärt er.
Die Botschaft ist trotzdem eindeutig: Neue Spieler sollen nicht als spontane Reaktion auf die Krise verpflichtet werden. Schalke will zunächst versuchen, mit dem bestehenden Personal die Wende zu schaffen.
Baumann unterstützt die Veränderung ausdrücklich. „Mirons Entscheidung zur System-Umstellung wird uns dabei auch helfen“, ist er überzeugt. Auch am Trainer selbst lässt der Sportvorstand keine Zweifel aufkommen. Die Verantwortlichen seien von dessen Arbeit und dem eingeschlagenen Weg weiterhin „absolut überzeugt“.
Damit liegt die Verantwortung zunächst bei Muslic und seinen Spielern. Schon am Sonntag (8. November) bei der TSG Hoffenheim steht die nächste Bewährungsprobe an. Schalke braucht dringend Tore und Punkte, um den Anschluss im Tabellenkeller nicht zu verlieren.
Sollte die offensive Harmlosigkeit anhalten, dürfte allerdings auch Baumann kaum darum herumkommen, seine Kaderplanung noch einmal kritisch zu hinterfragen. Denn bis zur Winterpause sind es noch etliche Wochen. Und auf mögliche Neuzugänge kann Schalke im Abstiegskampf so lange nicht warten.