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Das Wochengehalt von Harry Kane sorgt für unterschiedliche Reaktionen in unserer Community. Leser diskutieren über Leistung, Verhältnismäßigkeit und Konsum.
474.000 Euro pro Woche für Harry Kane beim FC Bayern rücken die Dimensionen im Profifußball in den Mittelpunkt. Pit Gottschalk vergleicht in seinem Beitrag das Gehalt mit Einkommen von Beschäftigten und dem des Bundeskanzlers, verweist aber auch auf den wirtschaftlichen Zwang im internationalen Wettbewerb. Ein großes Lager sieht Kanes Bezahlung als Ergebnis von Leistung, Nachfrage und Einnahmen, während Kritiker den Bezug zu normalen Einkommen und zum Fußball als Gemeinschaftserlebnis verlieren. Andere Leser verweisen auf Tickets, Abos und Merchandising als Quelle der Summen. In den Kommentaren treffen Marktverständnis, Gerechtigkeitsfragen und Verantwortung der Konsumenten aufeinander.
Mit 44 Prozent stellt dieses Lager die stärkste Perspektive: Viele Leser sehen in Harry Kanes Gehalt die Folge von Angebot, Nachfrage, Leistung und dem Ertrag, den ein Topstar für den FC Bayern, Medien und Sponsoren schafft. Sie verweisen auf internationale Maßstäbe in NBA, NFL, Formel eins oder Tennis, auf die kurze und körperlich riskante Karriere von Profis sowie auf hohe Steuern, die der Staat erhält; die im Artikel gezogene Gegenüberstellung mit dem Bundeskanzler halten sie deshalb für wenig aussagekräftig. Kritik an den 474.000 Euro pro Woche werten sie oft als Neiddebatte und betonen, dass Bayern das Geld selbst erwirtschafte.
„Das ist viel Geld, zugegeben. Aber wie schnell eine glänzende Fußballerkarriere vorbei sein kann, hat man jetzt an dem Fußballer gesehen, der nach dem Zusammenprall mit dem Torhüter verstorben ist. Das kann genauso einem Harry Kane passieren. Und seid doch alle mal ehrlich: Wenn man die Möglichkeit hat, anständig Kohle zu machen, dann packt man sie auch. Eine Fußballerkarriere dauert, wenn's gut läuft, bis höchstens 40. Dann ist Schluss und man muss sehen, wo man bleibt. Und zumeist hat man dann noch angeschlagene Knochen.“ Zum Originalkommentar
„Diese hohen Gehälter gibt es ja nicht nur im Fußball. Die Top-Spieler der NBA/NFL lachen über solche Summen, ein einzelner Sieg in einem Tennisturnier bringt für die Besten der Weltrangliste Millionen, Golf ist jenseits von Gut und Böse und von der Formel 1 muss man gar nicht erst reden.“ Zum Originalkommentar
„Was soll der Neid? Sammer vor 30 Jahren. Die seither grassierende Geldentwertung hätten Sie bei Ihrer Krämerrechnung nicht unter den Tisch fallen lassen sollen. Harry Kane ist das Herz des gewinnorientierten Unternehmens Bayern, das floriert. Wenn Sie sich über zu hohe Bezahlung echauffieren wollen, berichten Sie besser über „Manager“, die trotz gigantischer roter Zahlen sich Millionenboni genehmigen.“ Zum Originalkommentar
„Was mir an dem Artikel fehlt, ist der Hinweis, dass er dafür auch einen erheblichen Anteil an Einkommenssteuer zahlt. Bleibt zwar auch noch unanständig viel übrig, aber der zweite Gewinner ist der Finanzminister, der ohne eigene Leistung fast die Hälfte einkassiert.“ Zum Originalkommentar
„Was gibt es Faireres, als jemanden nach Leistung und Ertrag für den Arbeitgeber zu entlohnen? Bei Harry Kane dürften sich die Personalausgaben mehr als rentieren. Jeder, der mosert, soll das mal für sich selbst hinterfragen.“ Zum Originalkommentar
21 Prozent der Leser reagieren mit Fassungslosigkeit auf die im Artikel genannte Wochenzahlung und sehen darin eine verlorene Verhältnismäßigkeit. Sie stellen Kanes Einkommen dem von Beschäftigten gegenüber, beklagen die wachsende Distanz zwischen Profis und Fans und empfinden die Kommerzialisierung als Grund, sich vom Stadionbesuch oder Fußballkonsum abzuwenden. Die Frage, ob ein Spieler für Tore und Unterhaltung derart hohe Summen erhalten sollte, verbinden sie mit grundsätzlichen Zweifeln an sozialer Gerechtigkeit und gesellschaftlicher Vertretbarkeit.
„In der Regel gönne ich jedem sein Gehalt. Aber bei einigen hinterfrage ich immer gern, was die Leute für die Gesellschaft leisten, und diese einigen sind hochdotierte Fußballer. Stolpern einmal die Woche über den Rasen und bei großen Turnieren wie der EM oder WM sind sie selbst für das viele Geld nicht gewillt zu gewinnen. Ein Durchschnittsverdiener in Deutschland verdient nicht einmal ein Zehntel im Jahr, wie dieser Typ in der Woche, und hält dabei die Industrie und Wirtschaft am Laufen. Aber ein Fußballer? Ist nicht mal für die Wirtschaft gut.“ Zum Originalkommentar
„Diese unanständigen Gehälter waren mit ein Grund, warum ich kein Stadion mehr besuche und auch keinen Fußball mehr schaue.“ Zum Originalkommentar
„Auch wenn das Leben eines Profifußballers extrem hart ist, wo man nur noch fremdbestimmt wird. Trotzdem haben diese hohen Gehälter jedes vernünftige Verhältnis gesprengt. Erklär das mal einem leidenschaftlichen Fußballfan, der seine letzten Kröten zusammenkratzt, um sich regelmäßig ein Ticket ins Fußballstadion leisten zu können! Ich finde es völlig daneben. Sicher weiß ich, dass Fußball eine Event- & Geldmaschine ist etc. In der Politik ist man es ja leider gewohnt, dass zu oft Geld zum Fenster herausgeworfen wird, weil es ja „das Geld der anderen“ ist, das man ausgibt, mit dem man emotional nicht verbunden ist, weil man es nicht selbst erwirtschaftet und es meistens auch keine Konsequenzen hat, außer dass das Geld futsch ist. In beiden Bereichen hat sich dieser Prozess der Verhältnismäßigkeit verselbstständigt, ist völlig entgleist.“ Zum Originalkommentar
„Man sieht hier bei den Kommentaren, wie naiv die Schreiber sind. Um den Schaden am Gemeinwohl zu erkennen – denn irgendwo wird das Geld ja herkommen und dass die Vereine keine Geldpresse haben dürfte auch klar sein –, muss man schon etwas komplexer denken können. Also wird das Geld der Gemeinschaft entzogen. Das Gleiche gilt für Trillerpfeifen (Taylor Swift eine Milliarde), die nicht singen können, und Schauspieler, die für einen Tatort z.B. 100.000,00 Euro bekommen. Und warum immer die Neiddebatte anführen? Diese Zahlungen sind einfach unmoralisch. Ein Herzchirurg verdient ggf. als Top-Gehalt 1 Million, dann ist aber auch Ende. Und liebe Kommentatoren, sollte der nicht auch 20 Millionen im Jahr verdienen? Schließlich ist der auch ein Künstler! Aber liebe Kommentatoren, dann könnt ihr aber ggf. eine lebenswichtige Transplantation schlichtweg nicht mehr leisten, weil die für euch zu teuer ist.“ Zum Originalkommentar
„Auch ein Grund, wieso ich kein Fußball mehr schaue. Der Hauptgrund für mich ist aber, dass trotz dieser Millionengagen etliche Spiele zu langweilig sind. Da wird der Ball hin und hergeschoben, und wenn man auch nur ein Tor sieht, soll man happy sein. Mir zu wenig.“ Zum Originalkommentar
14 Prozent der Leser richten den Blick auf die Finanzierung: Eintrittskarten, Trikots, Pay-TV-Abos und Sponsorengelder machten die im Artikel genannten 474.000 Euro für Kane erst möglich. Sie sehen deshalb die Verantwortung bei den Konsumenten und schlagen vor, durch Abo-Kündigungen, den Verzicht auf Merchandising oder den Besuch von Amateurspielen Einfluss zu nehmen. Einige fordern außerdem, Vereine sollten Kosten für Polizeieinsätze selbst tragen und nicht auf die Allgemeinheit verlagern.
„Gibt halt leider zu viele Deppen, die das Ganze mit Trikotkäufen, Sponsorengeldern, Stadionbesuchen oder Fernsehabos finanzieren. Ohne mich.“ Zum Originalkommentar
„Also mir ist es lieber, die Arbeiter/Angestellten (in diesem Fall die Fußballer) erhalten diese Gehälter (denn sie erwirtschaften mit ihren Leistungen dieses Geld für ihren Arbeitgeber, der es ihnen dann als Gehalt auszahlt), als irgendwelche Investoren, die nur von den Leistungen anderer leben. Und wer der Meinung ist, die verdienen zu viel, ganz einfach: kein Pay-TV, um Fußball zu schauen, keine Merchandising-Artikel kaufen etc. Einfach am Wochenende zum Fußballschauen zu den Amateuren und den selbstgestrickten Fanschal mitnehmen.“ Zum Originalkommentar
„Diese Summen sind doch nur deshalb möglich, weil sie u.a. von den sog. Fans jede Woche im Stadion bezahlt werden. Und die gleichen Leute jammern aber permanent, dass der Staat für sie zu wenig tut. Einfach nur noch irre!“ Zum Originalkommentar
„Ich verstehe das absolut nicht. Wie viele jammern wegen des Geldes, weil sie zu wenig Brutto verdienen, weil ihnen zu viel an Steuern und SV-Beiträgen abgezogen wird, weil der Sprit so teuer ist, weil … weil … weil … Und dann haben sie kein Problem und zucken nicht einmal dabei, wenn sie weit über 100,— € für ein (Plastik-)Trikot hinblättern. Das finde ich verrückt.“ Zum Originalkommentar
„Die meisten Profisportler, z.B. in der Leichtathletik, fristen ein finanziell gesehen schwieriges Leben. Warum? Weil die jeweilige Sportart kaum mediale Aufmerksamkeit nach sich zieht und damit uninteressant für Sponsoren ist. Wer also gegen die hohen Gehälter im Fußball ist, sollte aufhören, Fußball zu konsumieren und alle Medienabos dazu kündigen. Denn der Konsument bezahlt am Ende die Gehälter. Übrigens: Auch Pit Gottschalk sollte wissen, dass sein Arbeitsplatz direkt von dieser medialen Aufmerksamkeit abhängt.“ Zum Originalkommentar
Weitere 21 Prozent der Beiträge versammeln ironische oder themenfremde Einwürfe und einzelne abweichende Vorschläge. Manche vergleichen Kanes Einkommen mit Politiker-, Medien- oder Milliardärsvermögen.
„Mag sich zwar verrückt anhören, aber jede Mannschaft ist von jedem Spieler abhängig. Daher sollte jeder Spieler das Gleiche verdienen. Bayern oder der BVB stehen z.B. oben in der Tabelle. Der Gesamtetat der Lizenz-Mannschaft sollte erst einmal zu gleichen Teilen aufgeteilt werden. Anschließend sollte ein gleicher Anteil auf die dann eingesetzten Spieler aufgeteilt werden. Unbestritten sind Kane oder Olliseh begnadete Fußballer. Aber ohne ihre Mitspieler sind auch diese Könner nur Mittelmaß.“ Zum Originalkommentar
„Marcus Lanz ca. 2 Millionen, Oliver Welke ca. 1,2, Jan Böhmermann ca. 700.000 Euro …… Sind das gerechtfertigte Gehälter? Nein. Interessiert nur Medien und Presse nicht. Übrigens: Diese werden aus Zwangsabgaben der Bürger bezahlt.“ Zum Originalkommentar
„474.000,- in der Woche? Elon Musk hat aktuell ein geschätztes Vermögen von 865 Milliarden. Bei 10 % Rendite wären das ca. 1.660.000.000,- pro Woche, bzw. 495.000,- in 3 Minuten. Hinzu kommt, dass die Rendite, die Musk erwirtschaftet, sicher über 10 % liegt. Bin selbst beruflich im Private Equity unterwegs und dort waren Renditen von über 20 % in den letzten Jahren keine Seltenheit. Plötzlich wirkt Kane wie ein armer Schlucker.“ Zum Originalkommentar
„Am Ende ist es so: Der kann auch nur ein Kotelett essen. Ob ich eine Uhr für 2 Millionen oder für 20 Euro habe, die Zeit ist die gleiche.“ Zum Originalkommentar
Beim Wochengehalt von Harry Kane bleibt mir die Luft weg