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Beim FC Schalke 04 ist die Angst vor dem Absturz zurück. In den vergangenen fünf Bundesliga-Spielen holte der Aufsteiger nur zwei Punkte, zudem scheiterten die Königsblauen im DFB-Pokal mit einem desaströsen Auftritt bei Zweitligist Dynamo Dresden. Der Negativtrend ist eindeutig, doch der frühere S04-Trainer Mirko Slomka sieht genau darin eine besondere Gelegenheit. „Diese Krise könnte Schalkes größte Chance sein“, sagt Slomka in seiner Instagram-Kolumne „Der zweite Blick“. Gerade jetzt werde sich zeigen, „ob der Verein aus seiner Vergangenheit gelernt hat“.
Der Revierklub ist in seiner Vereinsgeschichte fünfmal aus der Bundesliga abgestiegen. Zuletzt stürzte Schalke 2023 in die 2. Liga ab. Slomka hatte die Mannschaft von 2006 bis 2008 trainiert, als sie noch im Europapokal spielte. „Ich kenne Schalke und die unglaubliche Kraft dieses Vereins. Aber auch die Unruhe, die bei Misserfolgen schnell entsteht. Neue Trainer, neue Verantwortliche, neue Konzepte. Vieles war nachvollziehbar. Doch nachhaltiger Erfolg braucht vor allem Beständigkeit“, meint Slomka.
Der 59-Jährige sieht die Vereinsführung nun in der Pflicht. „Gute sportliche Führung zeigt sich in der Krise. Ein Sportmanager muss erkennen, welche Fehler korrigiert werden müssen und welche Entscheidungen Zeit brauchen. Er darf nicht bei jedem Rückschlag seine sportliche Idee infrage stellen. Kontinuität bedeutet nicht Stillstand, sondern Konsequenz“, erklärt Slomka. Er geht gar „noch einen Schritt weiter“ – mit einer durchaus gewagten Einschätzung: „Wenn Schalke diese Kontinuität entwickelt, kann der Verein langfristig auch Borussia Dortmund gefährlich werden.“
Der BVB ist punktgleich mit Spitzenreiter FC Bayern nach dem 2:2 in München weiterhin Tabellenzweiter, Schalke hingegen Vorletzter. „Schalke muss aufhören, nur die nächste Krise überleben zu wollen. Der Verein muss anfangen, seine Zukunft zu gestalten“, so Slomka. „Dortmund muss nicht fürchten, dass Schalke morgen wieder gewinnt. Dortmund sollte aufmerksam werden, wenn Schalke endlich dauerhaft erfolgreich wird.“ Die beiden Erzrivalen treffen am 5. Dezember erstmals seit März 2023 wieder aufeinander. Dann steht das Revierderby in Gelsenkirchen an. nb