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Es war eine Nachricht, die im Februar dieses Jahres bei einigen MotoGP-Piloten und bei noch viel mehr MotoGP-Fans für Bestürzung sorgte: Der Grand Prix von Australien der Motorrad-WM findet 2026 zum letzten Mal auf Phillip Island statt. Beginnend mit 2027 zieht man um, und zwar auf eine völlig neue Variante des Stadtkurses in Adelaide, der einst von 1985 bis 1995 Austragungsort des Grand Prix von Australien der Formel 1 war.
Was den Grand Prix von Australien der Motorrad-WM betrifft, so war die schnelle Naturrennstrecke auf Phillip Island in der Saison 1989 erstmals Austragungsort. Von 1991 bis 1996 fehlte die Strecke im Kalender, weil man in diesen Jahren in Eastern Creek fuhr. Seit 1997 stand Phillip Island, mit Ausnahme der Corona-Zeit, durchgängig im Kalender. Am kommenden Wochenende (24./25. Oktober 2026) wird das zum letzten Mal der Fall sein.
Der Umzug des Motorrad-Grand-Prix von Australien von Phillip Island nach Adelaide ist eine Business-Entscheidung, die von den neuen MotoGP-Besitzern rund um Liberty Media getroffen wurde. Carlos Ezpeleta, einst beim Rechteinhaber Dorna der Sportdirektor und nun beim neuen Konstrukt, der MotoGP Sports Entertainment Group (MotoGP SEG), stellvertretender Geschäftsführer, erklärt: "In Adelaide sollten wir alle Vorzüge erleben können, die diese Stadt zu bieten hat, aber ohne die Einschränkungen von Phillip Island."
"Es liegt auf der Hand, dass Phillip Island mehrere Einschränkungen hat. Auf der anderen Seite besitzt Adelaide ein Event-Potenzial, das für uns weltweit seinesgleichen sucht", so Carlos Ezpeleta. Und um diese Sätze nicht nur als leere Worthülsen stehen zu lassen, liefert der Sohn von Carmelo Ezpeleta auch gleich noch konkrete Beispiele.
Carlos Ezpeleta hat an Phillip Island nicht nur gute Erinnerungen
Foto: Qian Jun / MB Media via Getty Images
"Als MotoGP-Fan habe ich jedes einzelne Rennen auf Phillip Island gesehen. Ich weiß, dass wir dort ein paar richtig gute Rennen hatten. Aber ich weiß auch, wie ich mehrmals mit einer ganzen Reihe MotoGP-Piloten in einem Raum saß und mir anhören musste: 'Wir können an diesem Sonntag nicht fahren.' Das vergessen die Leute. Sie erinnern sich nur an 2015 und 2022."
Damit verweist Carlos Ezpeleta auf zwei legendäre Ausgaben des Australien-Grand-Prix. 2015 siegte Marc Marquez in einem strategisch geprägten Rennen mit unzähligen Positionswechseln knapp vor Jorge Lorenzo, während Valentino Rossi wenige Tage später in Sepang in eben diesem Australien-Grand-Prix den Beginn seiner Fehde mit Marquez erkannt haben wollte. Die direkte Fortsetzung war der berühmt-berüchtigte Sepang-Clash.
2022 gewann Alex Rins auf Phillip Island knapp gegen Marc Marquez. Es war der vorletzte MotoGP-Sieg einer Suzuki. "Aber", setzt Carlos Ezpeleta seine Argumentation fort, "die Leute erinnern sich nicht an 2023, nicht an 2024, nicht an eine Rennabsage, nicht an ein Känguru, und auch nicht an Aleix Espargaro, der sagte, dass 'diese Strecke nicht für MotoGP-Rennen geeignet ist'. Das alles vergessen die Fans".
Wind und Regen sind zwei Faktoren, die Phillip Island tükisch machen
Foto: Yamaha
Mit dem Verweis auf die Rennabsage bezieht sich Ezpeleta darauf, dass am Australien-Wochenende 2023 der Grand Prix ausnahmsweise von Sonntag auf Samstag vorverlegt wurde. Im Gegenzug hätte der Sprint erst am Sonntag stattfinden sollen, wurde wetterbedingt aber abgesagt. Es war das bisher einzige Mal seitdem die Sprints zu Saisonbeginn 2023 eingeführt wurden, dass eines der kurzen Rennen nicht stattfinden konnte.
Ezpeletas Fazit lautet: "Wir sind Phillip Island unglaublich dankbar für all die Jahre, denn es ist ein fantastischer Ort. Die Strecke ist bei Sonnenschein und 25 Grad Celsius für alle unglaublich. Wenn man aber morgens aufwacht, es regnet und nur 10 Grad Celsius sind, und sich die Fahrer dafür aussprechen nicht zu fahren, dann ist das alles andere als großartig."
Ab 2027 fährt die Motorrad-WM auf diesem neu konfiguriertem Stadtkurs in Adelaide
Foto: MotoGP Sports Entertainment Group
"Es gibt auf Phillip Island einfach Dinge, über die man nicht hinwegsehen kann: Die Straßen, die Unterkünfte auf der Insel, die Hotels, die Entfernung bis nach Melbourne, und so weiter. Unsere Hoffnung ist ganz eindeutig, dass wir all diese Probleme in Adelaide nicht haben werden", so der stellvertretende Geschäftsführer der MotoGP SEG.