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Die Fans können weiter ihren Mantra-Song „Einhundert Punkte, Hertha BSC“ singen. Nach dem 2:1-Heimsieg im Topspiel gegen den VfL Wolfsburg geht die Rechnung mit jetzt 31 Punkten noch immer auf. Doch der Spitzenreiter der Zweiten Liga hatte Glück. Denn der VAR rettete das Jubel-Lied …
Was war passiert? In der Nachspielzeit (90.+4) hatte Verteidiger Niklas Kolbe (29) mit seinem Scheinbein den Wolfsburger Stürmer Kento Shiogai (21) unglücklich beim Zweikampf im Strafraum von hinten in der Wade getroffen. Der Japaner fiel bei seinem Schussversuch hin, doch Schiedsrichter Dr. Matthias Jöllenbeck (39) ließ das Spiel weiterlaufen. Kein Elfmeter! Auch VAR Nicolas Winter (34) griff nicht ein, kein Funkspruch, nichts!
Es blieb beim Hertha-Sieg, es wurde kein 2:2 durch einen Strafstoß für Wolfsburg und Hertha thront in der Tabelle mit 31 Punkten, statt nur mit 29 Zählern nach elf Spielen. Wäre es das zweite Unentschieden nach dem 0:0 bei Holstein Kiel geworden, hätten die Blau-Weißen mit 23 Siegen aus noch ausstehenden 23 Spielen (69 Punkte) nur noch 98 Punkte holen können. Jetzt steht die 100-Punkte-Marke noch immer – mit viel Dusel.
Der gefoulte Shiogai beschwerte sich, fasste dabei den Schiri an und sah noch Gelb. Der Ärger bei den Wölfen war groß. VfL-Trainer Tobias Strobl (39): „Für mich ist es ein klarer Elfmeter, was für mich völlig unverständlich ist, dass er sich das nicht anschaut. Also, das ist eine Situation, die muss ich mir anschauen. Und dann, wenn er so entscheidet, dann bin ich auf die Argumentation gespannt. Aber es nicht mal anzuschauen, das fand ich so ein bisschen fatal in diesem Moment, weil am Ende des Tages ist ein Topspiel und da entscheiden genau diese Kleinigkeiten.“
Auch Hertha-Coach Stefan Leitl (49) gab zu: „Ich glaube, wenn es Elfmeter gibt und er pfeift, brauchen wir uns nicht beschweren.“ Doch dann ergänzte der Coach und erklärte nochmal genau das Regelwerk bei der strittigen Szene: „Jetzt hat er nicht gepfiffen. Es kommt kein Hinweis, dann ist es keine klare Fehlentscheidung und somit kein Elfmeter.“
Anscheinend muss auch der VAR zu der Ansicht gekommen sein, dass Kolbes Berührung zwar da war, aber sie nicht ausreichte, um einzuschreiten. Der sogenannte Ermessensspielraum des Schiris blieb bestehen.
Hertha konnte kurz danach endgültig jubeln. Die Profis sangen in der Ostkurve mit den Fans fröhlich: „Wir werden ungeschlagen sein, einhundert Punkte, Hertha BSC!“ Der Song wurde vom Berliner Songwriter Philipp Dittberner (36) nach der Melodie von „Sieben Tage lang“ der niederländischen Gruppe Bots geschrieben und ist seit Wochen der Nummer-1-Hit unter Deutschlands Fangesängen. Selbst in der Hertha-Kabine wird das Lied gespielt. Glaube versetzt Berge und manchmal kommt eben auch Glück dazu.
In den vergangenen Jahren hatte Hertha mit so manchen VAR-Entscheidungen viel Pech und es gingen Punkte flöten, irgendwie will der Fußballgott gerade, dass sich das wieder ausgleicht …
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