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Neuer Tiefpunkt für den SC Riessersee: Bodenlos am Bodensee
Riessersees Johan Porsberger auf der Spielerbank.
Sorgen um Johan Porsberger: Der Schwede musste im ersten Drittel verletzt runter. © Peter VOLK

Der SC Riessersee hat eine krachende 0:7-Niederlage in Lindau kassiert. Zudem gibt es vor dem Duell mit Kaufbeuren am Sonntag neue personelle Befürchtungen.

Lindau – Zehn Spiele hat nun jedes Team auf dem Buckel. Die erste Erkenntnis nach einem Monat Oberliga-Eishockey: Die Süd-Staffel ist unberechenbar. Der große Meisterschaftsfavorit Kaufbeuren etwa bezwingt an dem einen Tag Topteam Deggendorf, verliert das nächste Mal gegen Kellerkind Höchstadt. Peiting lässt sich erst von Tölz auseinandernehmen, antwortet dann mit der Beendigung der Sieben-Siege-Serie von Überraschungsteam Erding. Niemand kann sich sicher sein, jeder scheint jeden schlagen zu können. Nur der SC Riessersee derzeit keinen. Nach zwei Erfolgen zum Auftakt setzte es jetzt die achte Pleite in Folge – und das war eine krachende. Beim zuvor Tabellenvorletzten aus Lindau ging der SCR mit 0:7 unter.

SCR-Spieler Spöttel spricht Klartext

In der zweiten Drittelpause schon hatte Max Spöttel beim Pauseninterview bestens zusammengefasst, was die Werdenfelser da am Bodensee auf dem Eis präsentierten: „Katastrophe. Es ist alles schlecht, was wir machen. Wir machen nicht das, was wir machen sollen. Sind undiszipliniert, kassieren dumme Strafen und sind einfach nicht gut.“ Beschrieb perfekt die ersten 40 Minuten, nach denen es 4:0 stand. Das Fatale dabei: Es sollte noch schlimmer kommen.

Lindau schießt fünf Tore in Überzahl

Was sich beim SCR bisher wie ein roter Faden durch die Saisonanfangsphase zieht: Die Spieler begehen viele unnötige Fouls und sind vorn erschreckend harmlos. Gerade die Masse an Strafzeiten bricht den Werdenfelsern stetig das Genick. Sogar gegen die Islanders, die zuvor wenig im Powerplay geglänzt hatten. Vor dem ersten Bully am Freitagabend standen sie bei knapp über 16 Prozent, Vorletzter im Ligavergleich. Nach dem letzten Bully sind 26,3 Prozent in der Statistik vermerkt, Rang sieben. Ein gewaltiger Sprung, der mit fünf Treffern in Überzahl realisiert wurde. Natürlich dank tatkräftiger Mithilfe des SCR. Dessen Spieler schmorten nicht nur regelmäßig auf der Strafbank ihre Minuten ab, die verbliebenen vier Mann auf dem Eis machten es den Gastgebern mit fehlender Zuordnung auch mächtig einfach.

Verunsicherung beim SCR durchgehend sichtbar

Aber nicht nur in Unterzahl gaben die Weiß-Blauen keine gute Figur ab. Im Fünf-gegen-fünf war ihnen ebenso die Verunsicherung durch die Niederlagen-Serie anzumerken – bei jedem Schritt, bei jedem Pass, bei jedem Zweikampf. Bestes Beispiel: Schon das zaghafte Ein-Mann-Forechecking der Lindauer genügte in manchen Szenen, um die Abwehrreihe in Panik zu versetzen.

Nur elf Spieler für Duell mit Kaufbeuren

Nun könnte der SCR diese Partie schlicht als eine weitere Pleite abschreiben. Doch er verlor mehr als nur drei Punkte in Lindau. Johan Porsberger musste im ersten Drittel verletzt das Eis verlassen und kehrte nicht mehr zurück. Zudem handelte sich Luca Allavena eine Matchstrafe ein. Der ohnehin schon mickrige SCR-Kader ist damit vor dem Heimspiel am Sonntag gegen Kaufbeuren weiter geschrumpft. Von der U20 ist wenig bis gar keine Hilfe zu erwarten, sie muss selbst am Wochenende doppelt ran. „Im Moment habe ich vier Verteidiger und sieben Stürmer für Sonntag“, gestand Coach Leif Carlsson. Da bleibt vor dem Duell mit dem Topteam nur die Hoffnung, dass in dieser Liga wirklich jeder jeden schlagen kann.

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