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Nächste Episode der Wachablösung? Beim FC Bayern schreitet eine höchst überraschende Entwicklung voran

In der vergangenen Saison war Jonathan Tah beim FC Bayern in der Innenverteidigung absoluter Stammspieler. Aktuell gerät er im Konkurrenzkampf mit Min-Jae Kim immer mehr ins Hintertreffen.

Die 2. Runde des DFB-Pokals firmierte in der jüngeren Vergangenheit oftmals als Stolperfalle für den FC Bayern. In drei der vergangenen sechs Spielzeiten scheiterten die Münchner hier frühzeitig, teilweise blamabel. Nicht so diesmal: An einem nasskalten Mittwochabend gewann der FC Bayern trotz aller personellen Probleme letztlich souverän mit 6:1 gegen den 1. FC Magdeburg.

Zittern mussten die Münchner nur ganz kurz: Nach Michael Olises frühem Führungstor traf Mateusz Zukowski in Minute 15 zum zwischenzeitlichen Ausgleich für Magdeburg. Die Hauptschuld am Gegentor trug nicht Keeper Jonas Urbig und auch nicht Hiroki Ito, der den Schuss entscheidend abfälschte. Die Hauptschuld trug Jonathan Tah, der Zukowski auf der rechten Seite gewähren ließ. Es war nicht seine einzige schwache Szene des Spiels.

Insofern darf Tahs Auftritt gegen Magdeburg als nächste Episode einer höchst überraschenden Entwicklung beim FC Bayern gewertet werden: einer (vorläufigen?) Wachablösung in der Innenverteidigung. Der eigentlich schon abgeschriebene Min-Jae Kim scheint dem 30-jährigen deutschen Nationalspieler zunehmend den Rang als Stammkraft neben dem unumstrittenen Dayot Upamecano abzulaufen.

Jonathan Tah saß gegen Leipzig und Arsenal zunächst nur auf der Bank

Kim war 2023 für 50 Millionen Euro von der SSC Neapel nach München gewechselt, leistete sich in seinen ersten beiden Spielzeiten aber zu viele grobe Patzer. 2025 kam deshalb Tah ablösefrei von Bayer Leverkusen und war fortan in sämtlichen wichtigen Spielen neben Upamecano gesetzt. Kim fungierte nur noch als Rotationsspieler und galt diesen Sommer folgerichtig als Verkaufskandidat. Statt sich öffentlich zu beklagen oder einen Wechsel zu forcieren, arbeitete er aber still weiter und hoffte auf eine Chance.

Schon im Rahmen der Asientour dementierte Trainer Vincent Kompany mit Blick auf die neue Saison eine klare Rangordnung in der Innenverteidigung. "Lasst nicht alles so absolut sagen", befand der aktuell unpässliche Cheftrainer damals. Tatsächlich rotierte Kompany zum Saisonstart auch in der Innenverteidigung deutlich mehr als noch in der Vorsaison. Und Kim machte bei seinen Einsätzen bisher einen besseren Eindruck als Tah. 

Seine bis dato schlechteste Leistung zeigte Tah beim 3:3 gegen Viking Stavanger in der Champions League vor zwei Wochen, als ihn Kompany bereits zur Halbzeit vom Platz nahm. Anschließend standen die beiden ersten echten Topspiele der Saison gegen RB Leipzig und den FC Arsenal an. Neben Upamecano begann in der Innenverteidigung jeweils Kim. Mit Leistenproblemen musste der 29-jährige Südkoreaner gegen die Gunners dann aber bereits zur Halbzeit runter und fehlte seitdem. 

Folgerichtig kehrte Tah in die Startelf zurück, nutzte seine Chance aber nicht. Gegen Magdeburg wirkte er - einmal mehr - behäbig im Zweikampfverhalten. Sofern sein Stellungsspiel wie aktuell nicht perfekt passt, kommen bei der riskanten Münchner Spielweise zudem seine Tempodefizite negativ zum Vorschein. Tahs Topspeed in dieser Bundesliga-Saison beträgt 32,02 km/h, Kim (33,5) und Upamecano (33,41) schneiden hier deutlich besser ab.

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Kehrt Min-Jae Kim gegen den BVB in die Startelf zurück?

Gegen Magdeburg saß Kim schon wieder auf der Bank, am Samstag beim nächsten Topspiel gegen Borussia Dortmund dürfte er in die Startelf zurückkehren und dort womöglich auch am Dienstag gegen Atletico Madrid verbleiben.

Nach dem Magdeburg-Spiel auf die neue Situation in der Innenverteidigung angesprochen, reagierte Tah ausweichend. Es sei von Seiten des Trainerteams "nichts anderes kommuniziert" worden als in der vergangenen Saison. Ob er über seine Bankplätze zuletzt überrascht gewesen sei? "Der Trainer entscheidet, wer anfängt. Viel wichtiger ist, wie ich damit umgehe und dass ich bereit bin."

Tah startete übrigens auch durchwachsen in seine Premierensaison beim FC Bayern, seine damaligen Probleme waren ähnlicher Natur wie nun. Der Unterschied: Damals vertraute ihm Kompany unbeirrt weiter. Tah stand in elf der ersten zwölf Saisonspiele in der Startelf, steigerte sich bald massiv und firmierte dann über weite Strecken der restlichen Saison als stabiler Leistungsträger.

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