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Borussia Mönchengladbach hat in den letzten Wochen und Monaten sehr viel Kredit bei den eigenen Fans verspielt. Die Gruselauftritte der Fohlenelf haben erste Folgen, denn mitten im harten Abstiegskampf, in dem eigentlich jede Unterstützung gebraucht wird, bleiben die Anhänger weg!
Bei der 1:2-Niederlage gegen die TSG Hoffenheim fanden nur 43.702 Fans den Weg ins Stadion – der niedrigste Wert bei einem Bundesliga-Spiel seit Januar 2019 (Corona-Zeiten ausgeklammert). Ein alarmierendes Signal!
➡️Platz 18 scheint den ein oder anderen an einem Sonntag abzuschrecken. Bin ehrlich: Kann ich bei so einem Traditionsverein nicht ganz nachvollziehen...#Borussia @SkySportDE pic.twitter.com/HTFD2x2fge
— Marlon Irlbacher (@Sky_Marlon89) October 18, 2026
Nun mag man argumentieren, dass das Spiel auch nicht unbedingt dazu einlud, ins Stadion zu gehen: Eine undankbare Anstoßzeit (Sonntag, 17:30 Uhr), ein unattraktiver Gegner und ein lausiges Herbstwetter. Klar, da gibt es schönere Rahmenbedingungen für einen Stadionbesuch.
ABER: Von Borussia Mönchengladbach war man es bislang gewohnt, dass die Anhänger auch solchen Widrigkeiten trotzten und trotzdem in den Borussia-Park strömten, um ihr Team anzufeuern. Stattdessen war der Oberrang auf der Osttribüne erschreckend leer.
Wenn Gladbach im Abstiegskampf nun die eigenen Fans vergrault, dann verliert der Verein sein wohl größtes Faustpfand. In der (treuen) Anhängerschaft schlägt man daher Alarm!
"Die Stimmen, die berichten, dass sie momentan partout keinen Bock auf den Verein, auf Stadionbesuche oder überhaupt irgendwas mit Borussia haben, sind in den vergangenen Wochen sicherlich nicht weniger geworden", heißt es in einer Stellungnahme des FPMG Supporters Club, dem Dachverband der Gladbach-Fans.
"Auf einen Sieg am Freitag gegen Stuttgart zu hoffen, scheint momentan hoffnungslos naiv. Mit Blick darauf, dass uns in dieser Saison wohl noch ernster als zuletzt die große Katastrophe zu drohen scheint und die Mannschaft bislang keine Anstalten macht, von sich aus den Funken zu entzünden, liegt es mal aber wieder an uns."
Der Dachverband fordert daher die Fans auf, der Mannschaft nicht den Rücken zu kehren, sondern sie weiter zu unterstützen. "'Wir sind Borussia!' nach dem ersten Abstieg in den 90ern, 'Ein Team' am Ende der 00er- und 'Gemeinsam für Borussia' in den 10er-Jahren – unter verschiedenen Slogans hat unsere Fanszene stets bewiesen, dass sie sich in schwierigen Momenten aufrafft, um dem Verein den Rücken zu stärken. Diese Tugenden müssen wir jetzt wieder auf die Ränge bringen!"
Der unmissverständliche Appell: "Schleift eure Freunde und Bekannte ins Stadion, rappelt die Leute in der Kurve um euch herum wach, stoßt euren Sitznachbarn auf der Tribüne an und tragt euren Teil dazu bei, dass wir den Karren hier aus dem Dreck ziehen. Momentan scheint das Szenario, dass wir bereits irgendwann im Winter die Lichter ausknipsen können, mehr als realistisch. Umso mehr müssen wir uns in den nächsten Spielen reinwerfen, um entgegen aller Prognosen doch noch irgendwie endlich zu punkten und den Anschluss hinzubekommen."
Die nächsten beiden Heimspiele der Borussia finden gegen den Karlsruher SC (DFB-Pokal) und den SC Paderborn (Bundesliga) statt. Eigentlich zwei Must-win-Spiele der Fohlenelf, die aber womöglich erstmal liefern muss, bevor die Fans ins Stadion zurückkehren. Denn schließlich ist es keine Einbahnstraße – auch die Mannschaft und der Verein müssen was tun und den Anhängern so langsam mal etwas zurückgeben.