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Der KSC/FCB Donaustadt hat in der Oberliga B beim Torin Adler einen 0:1-Pausenrückstand noch in einen 2:1-Auswärtssieg gedreht. Trainer Leopold Anzböck sah nach einer vorsichtigen ersten Hälfte vor allem den Auftritt nach der Pause als Schlüssel. „Wir haben in der zweiten Halbzeit zulegen müssen“, sagte er. Genau diese Steigerung brachte den Ausgleich und wenig später durch Jonas Braun auch noch den Siegtreffer für die Gäste.
Über weite Strecken war es vor der Pause genau die Partie, die Anzböck auch so beschrieben hat: viel Ordnung auf beiden Seiten, wenig Platz und nur wenige klare Abschlüsse. „In der ersten Halbzeit waren beide Mannschaften sehr taktisch diszipliniert, es gab wenige Torchancen“, sagte der Trainer. Seine Mannschaft kam zwar im Verlauf der ersten Hälfte zu einer sehr guten Möglichkeit, insgesamt war ihm das nach vorne aber zu wenig. „Besonders die Offensive war nicht aggressiv genug“, meinte Anzböck. Dazu kam, dass Donaustadt nach seiner Einschätzung insgesamt etwas zu defensiv auftrat. So ging es trotz einer lange Zeit stabilen Vorstellung in der Defensive mit einem Rückstand in die Kabine, weil Burak Özgan in der Nachspielzeit der ersten Hälfte nach einer Ecke das 1:0 für Torin Adler erzielte. Gerade dieses Gegentor ärgerte den Coach, weil er seine Elf bis dahin kompakt und aufmerksam gesehen hatte.
In der Pause sprach Anzböck genau diesen Punkt an. Seine Mannschaft sollte offensiver werden, höher anlaufen und den Gegner früher unter Druck setzen. „Wir haben besprochen, dass wir einfach zu wenig gemacht haben“, sagte er rückblickend. Nach Wiederbeginn setzte Donaustadt das sichtbar besser um. Die Gäste gingen die Verteidiger von Torin Adler mit mehr Pressing an, wurden mutiger und bekamen Schritt für Schritt mehr Zugriff auf das Spiel. In Minute 67 fiel dann das 1:1. Nach einer Standardsituation von Jonas Braun sprang der Ausgleich heraus, offiziell wurde das Tor als Eigentor von Josef Mostafa gewertet. Für Anzböck war genau dieser Treffer ein ganz wichtiger Moment. „Das war der Knackpunkt für Torin Adler. Wir sind dann immer stärker geworden“, sagte er. Aus seiner Sicht war das Remis zu diesem Zeitpunkt bereits verdient, weil seine Mannschaft nun ihre Stärken besser auf den Platz brachte.
Entscheidend war aus Sicht des Trainers vor allem, dass seine Mannschaft nach dem 1:1 nicht nachließ. „Nach dem Ausgleich haben wir nicht aufgehört. Wir haben weiter Druck gemacht“, sagte Anzböck. Genau das zeigte sich nur acht Minuten später. In der 75. Minute traf Jonas Braun zum 1:2 und drehte die Partie damit komplett. Der Donaustadt-Coach sprach von einem „Tausend-Gulden-Schuss“, der im Kreuzeck landete, und dieses Bild passte zu einer zweiten Hälfte, in der seine Mannschaft deutlich zielstrebiger auftrat. Danach wurde es laut Anzböck noch einmal hektisch. Er hatte den Eindruck, dass frühere Gelbe Karten manche Situation vielleicht beruhigt hätten. Donaustadt ließ sich davon aber nicht aus der Ruhe bringen, spielte die Führung kontrolliert zu Ende und profitierte in der Nachspielzeit auch davon, dass Torin Adler nach der Roten Karte gegen Ayham Ahmo nur noch zu zehnt war.
Am Ende stellte Anzböck den Sieg vor allem in den Zusammenhang einer klaren Leistungssteigerung nach der Pause. Vor der Halbzeit sei seine Mannschaft noch zu verhalten gewesen, danach aber läuferisch und kämpferisch klar besser. „Das zeichnet uns wirklich aus, dass wir nicht 45 Minuten, sondern 90 oder 95 Minuten voll gehen können“, sagte der Trainer. Dass Donaustadt aktuell an der Spitze steht, sei deshalb kein Zufall. Dazu kam für ihn, dass auch personelle Ausfälle aufgefangen wurden. Einige Spieler hätten gefehlt, doch jene, die diesmal zum Einsatz kamen, hätten „das wirklich hervorragend gemacht“. So stand unter dem Strich nicht nur ein gedrehter Auswärtssieg, sondern auch der nächste Beleg für den starken Lauf der Wiener. Acht Spiele, acht Siege und ein Trainer, der seiner Mannschaft nach dem 2:1 bei Torin Adler ausdrücklich eine „tolle Mannschaftsleistung“ bescheinigte.
75
Jonas Braun 1:2
67
Eigentor durch Josef Mostafa 1:1
Burak Özgan 1:0