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Der SC Edermünde feiert in Willingen den ersten Sieg nach acht Gruppenliga-Niederlagen. Torjäger Felix Mertsch trifft doppelt – und nutzt dabei Fehler im Aufbauspiel der Gastgeber.
Willingen – Die einen waren fast sprachlos, die anderen feierten ausgiebig mit ihren zahlreichen Fans. „Es ist schwer Worte zu finden“, hatte Willingens Trainer Sebastian Kesper seine Ansprache im Spielerkreis begonnen. „Die haben es von Nummer eins bis 50 gewollt“, rechnete Spielertrainer Matthias Bott den lautstarken Anhang des verdient 3:2 (2:0) siegreichen SC Edermünde mit ein.
Die Upländer drehten mit dem Treffer von Jonathan Vach nach Querpass von Sebastian Müller auf. Da waren aber schon 87 Minuten gespielt und es war das 1:3. Erneut Vach scheiterte an Keeper Lukas Rudolph (90.+2), ehe Lasse Winkler mit dem Abpfiff das 2:3 markierte (90.+5). Selbst ein Punkt wäre wohl unverdient gewesen.
Vielleicht hätte die Partie früh einen anderen Verlauf genommen, wenn Florian Heine nach Direktstafette über Vach und Maurice Böhmecke frei aus zehn Metern nicht hauchdünn daneben gezielt hätte (13.). Zumal die Gastgeber die Anfangsviertelstunde leicht dominierten. Es folgte eine Phase mit Pöhlerei und ständigen Ballverlusten auf beiden Seiten. Als dann Lasse Winkler ein krasser Fehlpass unterlief, da lochte SC-Torjäger Felix Mertsch, bedient von Elias Heerdt, zum 0:1 ein (25.).
Böhmecke verpasste nach starker Einzelleistung nur knapp den Ausgleich (32.). Besser machte es zwei Minuten später auf der Gegenseite erneut Mertsch, der nach einem weiteren Schnitzer im Aufbauspiel einen Steckpass auch gegen den zu früh aus dem Tor eilenden Jakob Schäfer einschob. Bott: „Wir haben einfach immer diese zwei, drei Fehler drin, die bestraft werden.“ Der SCW-Keeper verhinderte gegen Leroy Bawuah den dritten Gegentreffer (41.) und Rudolph klärte gegen den frei zum Abschluss kommenden Vach zur Ecke (43.).
Die Gäste gingen auch nach dem Wechsel trotz des Vorsprungs vorne mutig drauf, nicht selten gleich mit fünf, sechs Akteuren. Das schmeckte den Hausherren überhaupt nicht, sie hatten oft Schwierigkeiten über die Mittellinie zu kombinieren. Gleichzeitig schafften sie es nicht, die dadurch großen Räume in der gegnerischen Hälfte zu nutzen. „Das geht nur mit Bewegung ohne Ball“, fehlte Bott die nötige Laufbereitschaft seiner Nebenleute.
Und dann wurde es auf dem immer tieferen Rasen zunehmend ein Kampfspiel. „Sie haben enormen Aufwand betrieben, haben viel gefoult“, beschrieb Bott den Gegner, der die Bälle auch immer wieder in den Itterbach drosch. Oder Mertsch suchte und fand. In der 75. Minute bediente der Edermünder Kapitän von der Grundlinie Tristan Krah und der setzte das Leder am kurzen Pfosten zur Vorentscheidung oben ins Dreieck.
„Der Gegner ist auf diesem Platz ans Limit gegangen“, erkannte Kesper. Das konnte er von seiner Mannschaft, abgesehen von den Schlussminuten, nicht sagen. Deshalb fiel es ihm auch schwer, Worte zu finden. (Manfred Niemeier)