Zurück
Mit der spontanen Verpflichtung von Novak Djokovic ist den Swiss Indoors ein Coup gelungen. Turnierdirektor Roger Brennwald erklärt, wie der Deal zustande kam.
25.10.2026, 21:0725.10.2026, 21:09
Jakob Weber / ch media
Seit 2011 hat Novak Djokovic in der letzten Oktoberwoche nur einmal ein Turnier gespielt: 2020 startete er bei der Konkurrenz-Veranstaltung der Swiss Indoors in Wien. Ansonsten verzichtete der erfolgreichste Tennisspieler der Geschichte auf das letzte ATP-500er-Turnier des Jahres und fokussierte sich auf das Masters in Paris und die ATP-Finals, die im November die Saison abschliessen.
Dementsprechend überraschend war die Meldung am Freitag vor einer Woche, dass Djokovic 2026 nach 15 Jahren wieder in Basel antritt. Turnierdirektor Roger Brennwald sagt gegenüber dieser Zeitung: «Wir sind über das Jahr im Austausch mit Spielern und Managern jeder Couleur. Deshalb war die Verständigung und ein Deal in letzter Minute überhaupt noch möglich. Kam dazu, dass Djokovic die drei Teilnahmen an unserem Turnier (2009, 2010, 2011) in bester Erinnerung behalten hat.»
Eigentlich wollte Djokovic auch in diesem Jahr lieber in Saudi Arabien die hochdotierte Exhibition Six-Kings-Slam spielen. Doch diese wurde am Mittwoch vor einer Woche in den Dezember verschoben. Plötzlich hatte der 39-jährige Serbe Zeit und innert zwei Tagen kam es zum Deal mit den Swiss Indoors, die für solche Fälle wie jedes ATP-500er-Turnier eine spezielle Wildcard (A+) zusätzlich zu den normalen drei Wildcards vergeben können.
Djokovics Intention ist klar. Die aktuelle Nummer 12 der Welt hat noch realistische Chancen, sich für die ATP-Finals in Turin zu qualifizieren, benötigt dafür in Basel und anschliessend in Paris allerdings noch gute Resultate. In Basel trifft er in der 1. Runde auf Weltnummer 35 Ugo Humbert. Aktuell hat er im Race 319 Punkte Rückstand auf den Spanier Rafael Jódar. In Basel und Paris gibt es jedoch noch 1500 Punkte zu gewinnen.
Brennwald erklärt, dass man Djokovic auch im Frühjahr, als die Verpflichtungen getätigt wurden, auf der Liste hatte. Er sagt aber auch: «Wenn ein Spieler deklariert, dass er die Woche von Basel nicht spielen will, ist dies zu akzeptieren.»
Auf die Frage nach der Antrittsgage, die es auch für spontane Wildcards von Top-Spielern in der Regel gibt, sagt Brennwald: «Das Gesamtpaket ist wichtig: Startgeld, Austragungsort, Ambiente im Stadion, Trainingsbedingungen, Unterkunft, Organisation, Stellenwert (ATP 500) und Reputation des Turniers.» Djokovic kenne das Turnier und sei «gemessen an seinem Status, sehr bescheiden geblieben». (schweizheute.ch)